Wie viel Schlaf braucht ein Mensch? Schlafbedarf nach Alter im Überblick

Manche Menschen fühlen sich nach sieben Stunden ausgeschlafen, andere brauchen eher neun. Vielleicht fragst du dich manchmal, ob du genug schläfst, weil du morgens nur schwer aus dem Bett kommst oder tagsüber müde bist. Die gute Nachricht: Es gibt Richtwerte, aber keinen perfekten Schlafwert für alle. In unserer Tabelle findest du eine schnelle Orientierung. Außerdem erfährst du, woran du deinen persönlichen Schlafbedarf erkennst und wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.

Frau und Kind schlafen eng aneinander gekuschelt im Bett.

Wie viele Stunden Schlaf sind gesund?

Viele Erwachsene brauchen etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Das ist aber nur ein Richtwert und eine grobe Orientierung. Wie viel Schlaf dir persönlich guttut, hängt davon ab, wie alt du bist, in welcher Lebensphase du gerade steckst, wie gesund du bist, wie viel Stress du hast und wie regelmäßig du schläfst. Ob dein Schlaf ausreicht, merkst du oft am nächsten Tag: Wachst du erholt auf? Kommst du morgens gut in Gang? Kannst du dich konzentrieren und bleibst du tagsüber fit? Dann spricht vieles dafür, dass dein Schlafbedarf zu deinem Alltag passt.
Gut zu wissen: Eine einzelne kurze Nacht ist noch kein Grund zur Sorge. Dein Schlaf kann immer mal schwanken, etwa durch Stress, Reisen, Krankheit oder einen ungewohnten Tagesablauf. Achte vor allem darauf, ob du über längere Zeit sehr wenig schläfst, schlecht durchschläfst oder dich tagsüber ständig müde fühlst. Neben der Stundenzahl spielen auch die Schlafphasen eine Rolle: In der Nacht erholen sich Körper und Gehirn auf unterschiedliche Weise.

Wie viel Schlaf brauchen Menschen in welchem Alter?

Der Schlafbedarf verändert sich im Laufe des Lebens. Babys, Kinder und Jugendliche benötigen deutlich mehr Schlaf als Erwachsene, weil sie wachsen, jeden Tag Neues lernen und viele Eindrücke verarbeiten. Im höheren Alter schlafen Menschen nicht zwingend weniger. Viele ältere Menschen schlafen jedoch leichter, wachen häufiger oder früher auf oder finden nach dem Aufwachen schwerer zurück in den Schlaf.

Die folgende Tabelle gibt dir eine Orientierung:

Alter

Empfohlene Schlafdauer

Neugeborene bis drei Monate14 bis 17 Stunden
Säuglinge zwischen vier und zwölf MonatenZwölf bis 16 Stunden
Kleinkinder zwischen einem und zwei JahrenElf bis 14 Stunden
Kinder zwischen drei und fünf JahrenZehn bis 13 Stunden
Kinder zwischen sechs und zwölf JahrenNeun bis zwölf Stunden
Jugendliche zwischen 13 und 17 JahrenAcht bis zehn Stunden
ErwachseneSieben bis neun Stunden 
Ältere Erwachsene ab 65 JahrenSieben bis acht Stunden, individuell auch mehr. 

 

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Wichtig ist: Den Schlafbedarf von Kindern solltest du nicht nur an der Stundenzahl festmachen. Achte auch darauf, wie dein Kind tagsüber wirkt. Ist es häufig müde, schnell gereizt, unkonzentriert oder verhält es sich anders als sonst? Dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Schlaf aktuell nicht ausreicht oder nicht erholsam genug ist.

Auch im höheren Alter lohnt sich ein Blick auf den eigenen Schlaf. Viele ältere Menschen schlafen nicht grundsätzlich weniger, aber oft anders. Das kann ganz normal sein. Wichtig ist vor allem, wie erholsam sich dein Schlaf anfühlt.

Bestimmte Lebensphasen können deinen Schlaf zusätzlich verändern. Dazu gehören zum Beispiel Pubertät, Schwangerschaft, Elternschaft, Schichtarbeit, Wechseljahre oder stressige Zeiten. Dann brauchst du vielleicht mehr Ruhe oder merkst, dass du schlechter einschläfst und häufiger wach wirst.

Woran erkenne ich meinen persönlichen Schlafbedarf?

Du bekommst wahrscheinlich genug Schlaf, wenn du:

  • morgens gut aus dem Bett kommst,
  • dich tagsüber wach fühlst,
  • dich gut konzentrieren kannst,
  • ausgeglichen bist und
  • nicht regelmäßig wegnickst.

Du brauchst vielleicht mehr oder besseren Schlaf, wenn du:

  • tagsüber häufig müde bist,
  • schnell gereizt reagierst,
  • dich schwer konzentrieren kannst,
  • Kopfschmerzen hast,
  • ohne Kaffee oder andere Wachmacher kaum durch den Tag kommst oder
  • kurze Aussetzer oder Sekundenschlaf bemerkst.
Frauen berichten häufiger von Schlafproblemen. Dieses Phänomen wird als Gender Sleep Gap bezeichnet. Mögliche Gründe sind hormonelle Veränderungen, Schwangerschaft, Wechseljahre, Care-Arbeit – also Sorgearbeit in Familie und Alltag – oder eine hohe Belastung durch mehrere Rollen. Wichtig ist: Daraus lässt sich nicht ableiten, dass alle Frauen grundsätzlich mehr Schlaf brauchen. Entscheidend bleibt dein persönliches Schlafprofil.

Du möchtest besser einschätzen, wie viel Schlaf dir wirklich guttut? Dann beobachte deinen Schlaf ein bis zwei Wochen lang. Schreib dir auf, wann du ins Bett gehst, wie lange du ungefähr zum Einschlafen brauchst, ob du nachts wach wirst und wie fit du dich am nächsten Tag fühlst. Daraus entsteht dein persönliches Schlafprofil. Es ist kein medizinischer Test, sondern eine einfache Alltagshilfe, mit der du deinen Schlaf besser einschätzen kannst.

Was passiert bei zu wenig oder zu viel Schlaf?

Eine kurze Nacht steckt dein Körper meist gut weg. Du bist am nächsten Tag vielleicht müde, gereizter, unkonzentrierter oder reagierst langsamer. Kritischer wird es jedoch, wenn du über längere Zeit zu wenig schläfst oder dein Schlaf dauerhaft wenig erholsam ist. Dann können die Psyche, der Stoffwechsel, das Immunsystem und das Herz-Kreislauf-System belastet werden.

Mehr Schlaf kann in bestimmten Situationen normal sein. Nach einer Krankheit, einer stressigen Phase oder mehreren kurzen Nächten braucht dein Körper manchmal mehr Erholung. Schläfst du jedoch über längere Zeit deutlich mehr als üblich und fühlst dich trotzdem erschöpft, kann das auf eine mangelnde Schlafqualität oder andere gesundheitliche Ursachen hinweisen. Dazu gehören beispielsweise starke Erschöpfung, depressive Beschwerden, Schlafstörungen oder körperliche Erkrankungen. Eine umfassende Übersichtsarbeit von Li und Kollegen (2022) zeigt zwar einen Zusammenhang zwischen sehr langer Schlafdauer und verschiedenen Gesundheitsproblemen. Ob die lange Schlafdauer die Ursache oder eher ein Hinweis auf bestehende Beschwerden ist, lässt sich jedoch oft nicht eindeutig feststellen.

Hol dir ärztlichen Rat, wenn Schlafprobleme länger anhalten, du im Alltag deutlich darunter leidest oder tagsüber immer wieder sehr müde bist. Das gilt besonders, wenn du laut schnarchst, Atemaussetzer hast oder es zu Sekundenschlaf kommt. Manchmal bemerkt die Partnerin oder der Partner Atemaussetzer zuerst. Dann sollte ärztlich abgeklärt werden, ob zum Beispiel eine Schlafapnoe dahintersteckt.

Warum nicht jede Nacht gleich ist

Dein Schlaf kann von Nacht zu Nacht schwanken. Stress, Alkohol, zu viel Bildschirmzeit, spätes Essen, Hitze, Krankheit, dein Zyklus, Medikamente, Schichtarbeit oder eine ungewohnte Umgebung können beeinflussen, wie gut du einschläfst und durchschläfst.

Was ist wichtiger: Schlafdauer oder Schlafqualität?

Beides zählt: Du brauchst ausreichend Schlafstunden und Schlaf, der wirklich erholsam ist. Eine gute Schlafqualität erkennst du zum Beispiel daran, dass du leicht einschläfst, nachts ruhig schläfst, erholt aufwachst und tagsüber leistungsfähig bleibst.

Die Schlafphasen im Überblick 

In der Nacht wechseln sich verschiedene Schlafphasen ab:

  • Leichtschlaf: Herzschlag und Atmung werden ruhiger und der Schlaf wird tiefer.
  • Tiefschlaf: Diese Phase ist wichtig für körperliche Erholung und Regeneration. Der Tiefschlaf tritt in der ersten Nachthälfte stärker auf.
  • REM-Schlaf: In dieser Schlafphase träumst du besonders intensiv. Sie spielt eine Rolle für die emotionale Verarbeitung und geistige Erholung. REM-Phasen werden im Laufe der Nacht länger.

Wie verlässlich sind Schlaftracker?

Vielleicht fragst du dich, wie viel Tiefschlaf du bei acht Stunden Schlaf bekommen solltest oder wie viel REM-Schlaf normal ist. Eine feste Minutenzahl lässt sich kaum ableiten, da Schlafphasen schwanken. Stress, Alkohol, Krankheit oder eine unruhige Nacht können die Werte verändern. Schlaftracker können dir Trends zeigen, sind bei einzelnen Schlafphasen aber nur begrenzt zuverlässig. Hinzu kommt: Bei starken oder anhaltenden Schlafproblemen ersetzen sie keine ärztliche Abklärung. 

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Was deine Schlafqualität verbessern kann

Schon kleine Routinen können deinem Körper helfen, abends leichter zur Ruhe zu kommen. Zu einer guten Schlafhygiene gehören zum Beispiel:
  • feste Schlaf- und Aufstehzeiten
  • ein ruhiges, dunkles und angenehm kühles Schlafzimmer
  • weniger Bildschirmzeit am Abend
  • abendliche Entspannung
  • regelmäßige Bewegung
  • ein maßvoller Umgang mit Koffein und Alkohol

Häufige Fragen dazu, wie viel Schlaf man braucht

Autor(in)

Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

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