Schwitzen im Schlaf: Wann ist es Nachtschweiß?
Du wachst mitten in der Nacht verschwitzt auf und das Laken klebt förmlich an dir. Oft ist die Ursache dafür harmlos, doch wenn der Nachtschweiß regelmäßig auftritt, kann das verunsichern. Hier erfährst du, woher die nächtlichen Schweißausbrüche kommen, was dir jetzt helfen kann und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Nächtliches Schwitzen vs. Nachtschweiß
Nachts ein bisschen zu schwitzen, ist völlig normal. Das geht üblicherweise rasch vorbei und bleibt harmlos. Eine US-Studie unter Hausarztpatientinnen und -patienten zeigt, dass rund 40 % über nächtliches Schwitzen berichten – am häufigsten zwischen 40 und 55 Jahren.
Von Nachtschweiß sprechen Ärztinnen und Ärzte medizinisch erst, wenn du schweißgebadet aufwachst. Also dann, wenn deine Kleidung oder Bettwäsche so durchnässt sind, dass du sie wechseln musst. Das unterscheidet sich klar von der leicht feuchten Haut durch eine zu dicke Decke oder eine warme Sommernacht.
Auffällig wird es meist erst, wenn diese Schweißausbrüche regelmäßig wiederkehren, obwohl das Zimmer kühl ist und du nicht zu warm zugedeckt bist.
Warum schwitzen wir nachts?
Dein Körper reguliert seine Temperatur auch nachts. Das vegetative Nervensystem steuert dafür Millionen von Schweißdrüsen. Es arbeitet automatisch und kontrolliert gleichzeitig deinen Herzschlag, den Stoffwechsel und eben auch die Schweißproduktion. Über den Schweiß auf der Haut kann der Körper Wärme abgeben und sich selbst abkühlen. Vor allem beim Einschlafen reagiert er dabei sensibel auf Wärme im Raum oder unter der Decke. Auch Stress, innere Unruhe oder emotionale Belastungen können dazu führen, dass die Schweißproduktion nachts leichter anspringt.
Was sind die Ursachen für Nachtschweiß?
Der Nachtschweiß kann viele Ursachen haben und oft lässt sich das Phänomen mit ein paar einfachen Gewohnheiten im Alltag mildern. Häufige, eher harmlose Auslöser sind beispielsweise:
- Zu warmes Schlafzimmer: Hohe Raumtemperaturen, eine zu dicke Bettdecke, stark isolierende Schaummatratzen oder eine hohe Luftfeuchtigkeit führen dazu, dass der Körper mehr Wärme loswerden will. Dann fängst du leichter an zu schwitzen.
- Ungeeignete Materialien: Bettwäsche und Schlafanzüge aus Kunstfasern leiten Wärme und Feuchtigkeit schlechter ab als atmungsaktive Stoffe. Dadurch staut sich Hitze schneller.
- Scharfes Essen und Koffein: Das kann den Stoffwechsel anregen und dazu führen, dass dir nachts wärmer wird. Vor allem kurz vor dem Schlafengehen macht sich das bei manchen deutlich bemerkbar.
- Alkohol, Nikotin und andere Drogen: Sie beeinflussen das Nervensystem, den Kreislauf und die Körpertemperatur. Alkohol kann zwar zunächst müde machen, bringt den Schlaf später in der Nacht aber durcheinander.
Tritt Nachtschweiß immer wieder auf, obwohl es keine offensichtliche Erklärung gibt, kommen vielleicht körperliche Ursachen in Betracht:
- Medikamente: Auch blutzuckersenkende Mittel oder Hormontherapien können nächtliches Schwitzen begünstigen; bei fiebersenkenden Mitteln ist das Schwitzen Teil des Fieberabfalls.
- Infektionen: Wenn die Immunabwehr auf Hochtouren läuft, kannst du daher nachts schwitzen. Meist stecken eine Erkältung oder eine Grippe dahinter, seltener ernste Erkrankungen wie Tuberkulose.
- Stress und innere Anspannung: Wenn dein Körper unter Strom steht, werden Stresshormone wie Cortisol ausgeschüttet. Das kurbelt die Schweißproduktion an, auch nachts. Angstzustände oder Burnout gehören deshalb zu den häufigeren Auslösern für nächtliche Schweißausbrüche.
- Hormonelle Schwankungen: Die kommen zum Beispiel in den Wechseljahren vor, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Aber auch die Pubertät, eine Schwangerschaft, Zyklusveränderungen, ein sinkender Testosteronspiegel oder eine Schilddrüsenüberfunktion können nächtliche Schweißausbrüche begünstigen.
- Schlafapnoe: Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Erwachsenen mit unbehandelter Schlafapnoe über häufiges nächtliches Schwitzen berichten. Anzeichen dafür sind lautes Schnarchen, Atemaussetzer, häufiges Aufwachen und starke Müdigkeit tagsüber.
Wann solltest du Nachtschweiß medizinisch abklären lassen?
Nur selten deutet Nachtschweiß auf ernste Erkrankungen hin. Wenn er aber plötzlich sehr stark auftritt, über Wochen anhält oder immer wiederkommt, solltest du dich untersuchen lassen. Das gilt besonders, wenn weitere Beschwerden dazukommen.
Achte vor allem auf Warnzeichen wie anhaltende Erschöpfung, ungewollten Gewichtsverlust, geschwollene Lymphknoten oder anderweitige Schmerzen.
In sehr seltenen Fällen stecken dahinter Erkrankungen der Nerven, Rheuma oder auch Krebsformen wie Lymphome und Leukämie. Deine Hausärztin oder dein Hausarzt kann die Symptome abklären oder dich unter Umständen an Spezialisten verweisen.
Tipps gegen nächtliches Schwitzen
- Halte das Schlafzimmer möglichst kühl, bei unter 20 °C
- Wähle atmungsaktive Kleidung und Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen
- Dusche vor dem Schlafengehen lieber lauwarm als sehr heiß oder eiskalt
- Meide abends scharfes Essen, Alkohol und Koffein
- Gewöhne dir ein ruhiges Abendritual an, etwa mit Meditation und anderen Entspannungstechniken
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Ein Schlaftagebuch kann ebenfalls hilfreich sein. Notiere darin, wann und wie stark du nachts schwitzt. Schreib auch auf, was du am Tag oder Abend davor gemacht hast. Auf diese Weise kommst du entweder den Auslösern selbst schneller auf die Spur oder es unterstützt dich in der Arztpraxis beim Einschränken der Ursachen.
Häufig gestellte Fragen zu Nachtschweiß
Welche Rolle spielen die Hormone bei Nachtschweiß?
Warum kann Übergewicht Nachtschweiß hervorrufen?
Kann Nachtschweiß ohne Fieber auftreten?
Fachbereich der DAK-Gesundheit




