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Fuchsbandwurm erkennen und behandeln

Fuchsbandwurm erkennen und lebensbedrohliche Infektion meiden

Der Fuchsbandwurm ist mit seinen 3 Millimetern Länge nur sehr klein, doch durch seine über 200 Wurmeier kann sich eine Fuchsbandwurm-Infektion schnell übertragen und den Menschen in eine lebensbedrohliche Lage bringen. DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt, wie es dazu kommt, wie Sie sich vor der Gefahr durch den Fuchsbandwurm, aber auch durch den Hundebandwurm schützen können.

Parasiten im Darm – Fuchsbandwurm und Hundebandwurm unterscheiden

Ein Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der im Darm von Füchsen, Mardern oder selten auch im Hund lebt. Der Hundebandwurm wiederum siedelt sich speziell bei Hunden und Katzen ein. Während der Hundebandwurm weltweit für Infektionen sorgt, kommt der Fuchsbandwurm nur in bestimmten Regionen vor – meist eher in bewaldeten Gebieten. Teilweise kommen die Füchse aber auch in Stadtgebiete.

Der DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt: „Die Bandwürmer bohren sich in die Darmwand dieser sogenannten Endwirte und vermehren sich dort, sodass ein einzelnes Wirtstier mit mehreren tausend Bandwürmern durchsetzt sein kann.“ Die Eier der Bandwürmer werden über den Kot ausgeschieden und können dann von anderen Zwischenwirten wie beispielsweise Mäusen aufgenommen werden. „Auch der Mensch kann dabei versehentlich als Zwischenwirt dienen, wenn er die millimeterkleinen Eier über den Mund aufnimmt“, bemerkt Dr. Mark Dankhoff. 

Hundbandwurm/Fuchsbandwurm kann beim Menschen eine Infektion auslösen (Echinococcus multilocularis)

„Nimmt ein Mensch die Wurmeier des Hunde- oder Fuchsbandwurms auf, spricht man von einer Echinococcus-Infektion“, erklärt der DAK-Experte. Die Ansteckung kann auf verschiedene Weisen erfolgen – jedoch nicht von Mensch zu Mensch. Die bekanntesten sind:

DAK-Arzt Dr. Dankhoff erklärt, wieso der Fuchsbandwurm so gefährlich ist

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit

  • Enger Kontakt mit infizierten Tieren wie Hund oder Katze, in deren Fell die Eier sitzen
  • Essen von bodennahem Obst oder Gemüse, auf dem die Bandwurmeier sitzen
  • Kontakt mit Staub oder Erde, die beim Einatmen verschluckt werden
  • Genuss von rohem Fleisch 

Fuchsbandwurm – Symptome erkennen

„Die Infektion mit einem Fuchsbandwurm ist selten und kann viele Jahre lang unentdeckt bleiben“, berichtet Dr. Mark Dankhoff. In dieser Zeit schlüpfen aus den Wurmeiern im Darm die Larven des Bandwurms, die dann in die Leber, Lunge oder andere Organe gelangen und das Gewebe zerstören. Je nachdem, welches Organ vom Hundebandwurm oder Fuchsbandwurm befallen ist, treten unterschiedliche Symptome auf. „Sowohl Atemnot und starker Husten, Gewichtsverlust, Lähmungen als auch starke Schmerzen im Oberbauch können Anzeichen einer Infektion sein“, erklärt der Mediziner. „Vermehrt ist auch die Leber betroffen, was sich durch eine Gelbsucht äußern kann.“

Fuchsbandwurm beim Arzt feststellen

Treten die beschriebenen Symptome bei Ihnen auf, sollten Sie einen Arzt zur Abklärung aufsuchen. Hat der Arzt nach dem persönlichen Gespräch den Verdacht auf einen Hunde- oder Fuchsbandwurmbefall, führt er zunächst eine körperliche Untersuchung durch. Bereits durch Abtasten des Bauchraums können Zysten an der Leber manchmal erkannt werden. Mit einem Blutbild kann zudem festgestellt werden, ob die Entzündungswerte oder Leberwerte erhöht sind. „Häufig werden die Bandwürmer auch einfach nur durch Zufall bei einer normalen Ultraschalluntersuchung entdeckt“, erklärt Dr. Dankhoff. Denn mit einem Ultraschall lassen sich die befallenen Organe gut abbilden und die Bandwürmer erkennen. Noch genauer allerdings kann eine Echinococcus-Infektion per Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztherapie (MRT) erkannt werden. Steht die Diagnose Echinococcus fest, muss der Arzt die Bandwurm-Infektion an das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten Robert Koch-Institut melden.  

Infektion durch Fuchsbandwurm – Krankheitsverlauf und Medikament gegen Würmer

„Eine Echinococcose-Infektion kann unbehandelt tödlich verlaufen“, warnt Dr. Mark Dankhoff. Daher ist die Behandlung und regelmäßige Kontrolle beim Arzt unumgänglich. „Durch die meist erst späte Entdeckung des Hunde- oder Fuchsbandwurms sind die Larven jedoch bereits stark mit dem Gewebe verbunden. Das macht eine Operation des betroffenen Gewebes schwierig“, so der DAK-Mediziner. Rund 70 Prozent der Patienten mit Fuchsbandwurm können daher auch nicht operiert werden, wie der Berufsverband deutscher Internisten meldet. Diese Patienten müssen lebenslang sich lebenslang einer Medikamentenbehandlung mit Benzimidazolen unterziehen. Die Benzimidazole verhindern das Wachstum der Parasiten – sie sterben nicht ab, aber können sich auch nicht weiter verbreiten.

Selbst wenn die OP gelingt, muss eine zusätzliche Nachbehandlung des Fuchsbandwurms mit diesen Medikamenten erfolgen. Der Krankheitsverlauf muss regelmäßig per CT und Blutuntersuchungen kontrolliert werden. Denn auch die Benzimidazole können Nebenwirkungen wie veränderte Blut- und Leberwerte oder Haarausfall verursachen. Bei der Einnahme dieser Medikamente ist zudem eine Schwangerschaft eher problematisch, da das ungeborene Kind geschädigt werden kann. 

Beim Hundebandwurm ist eine Operation hingegen meist möglich.

Falls Sie sich übrigens für weitere Themen rund um den Darm interessieren, finden Sie bei uns hilfreiche Ratgeber. In dem großen DAK-Special zur Darmgesundheit erfahren Sie alles über das wichtige Verdauungsorgan. Lesen Sie außerdem: Darmerkrankungen erkennen und behandeln.

Schutz vor dem Fuchsbandwurm

Um sich vor dem Fuchsbandwurm zu schützen, sollten Sie Ihre Haustiere regelmäßig entwurmen, um eine Übertragung durch die Tiere zu vermeiden. Nach Waldspaziergängen hilft es, die Tiere gründlich abzuduschen. Vermeiden Sie vor allem auch den Kontakt mit Füchsen – lebend oder tot. Anbaubereiche im Garten können mit einem Zaun vor Kontakt zu Füchsen oder Mardern geschützt werden. Zudem ist es ratsam, das Gemüse oder Obst und vor allem auch die Hände, nachdem sie Kontakt mit Erde hatten, gründlich zu waschen. Besonders das Abkochen solcher Lebensmittel bietet einen sicheren Schutz. „Sie dürfen also weiterhin Waldbeeren und Pilze sammeln, wenn Sie diese Hinweise beachten“, gibt Dr. Mark Dankhoff Entwarnung. „In Epidemie-Gebieten ist es allerdings ratsam, tatsächlich darauf zu verzichten.“

Zuletzt aktualisiert:
Tue Jul 18 10:41:47 CEST 2017

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