Zwischenblutungen: Welche Ursachen es gibt und was die Farbe verrät

Hast du manchmal auch vor oder nach deiner Periode leichte Blutungen? Das ist nicht ungewöhnlich viele Frauen haben auch außerhalb ihrer Regelblutung einen hellroten oder braunen Ausfluss. Solche Zwischenblutungen können wenige Stunden bis zu mehreren Tagen anhalten. Hier erklären wir, warum es dazu kommt und wann eine gynäkologische Abklärung sinnvoll ist.

Junge Frau stützt sich mit beiden Hängen auf ihre Oberschenkel

Regelblutung oder Zwischenblutung?

Im Verlauf deines Zyklus bereitet sich die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Dabei wächst die Gebärmutterschleimhaut. Nistet sich keine Eizelle ein, wird die Gebärmutterschleimhaut am Ende des Zyklus, der im Schnitt 28 Tage dauert, abgestoßen – deine Regelblutung setzt ein. Meist dauert sie vier bis sieben Tage. Blutungen, die neben deiner Regelblutung auftreten, gelten als Zwischen- oder Schmierblutungen.

Vorsorge für Frauen

Check-up 35, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs – alle Infos zur kostenlosen Vorsorge.

Was sind Schmierblutungen?

Schmierblutungen können zu jedem Zeitpunkt außerhalb der normalen Regelblutung auftreten. Dauer, Stärke und Häufigkeit können dabei stark variieren. Auch die Farbe unterscheidet sich. 

  • Eine braune Zwischenblutung bedeutet meist, dass es sich um älteres Blut handelt, das beim Kontakt mit Sauerstoff oxidiert ist. Sie ist typisch zum Beispiel bei Schmierblutung kurz vor oder nach der Periode und bei einem langsamen Abgang geringer Blutmengen.
  • Eine hellrote Zwischenblutung weist auf frisches Blut hin. Mögliche Ursachen sind eine Eisprungblutung (passiert um den Eisprung herum), eine Reizung des Gebärmutterhalses, zum Beispiel nach dem Sex, oder eine Infektion.

Treten Zwischenblutungen häufig oder besonders stark auf, solltest du deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen aufsuchen. Gehe außerdem regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen, auch dann, wenn du keine Beschwerden hast.

Im Video erklärt Gynäkologin Sheila de Liz, was eine Schmierblutung ist und wie du sie von der normalen Periode unterscheiden kannst.

Welche Ursachen können eine Zwischenblutung auslösen?

In der Regel ist eine Schmierblutung harmlos. Dahinter stecken meist hormonelle Veränderungen. Eine Schmierblutung kann aber auch auf eine Erkrankung hindeuten. 

  • Gestörter Hormonhaushalt: Zwischenblutungen zum Zeitpunkt des Eisprungs deuten auf einen kurzzeitigen Abfall von Östrogen hin. Bei einer Schmierblutung zwei bis drei Tage vor der Periode kann eine Gelbkörperschwäche dahinterstecken. Blutungen nach der Periode entstehen häufig durch geringe Restblutmengen aus der Gebärmutter, die verzögert ausgeschieden werden.
  • Hormonelle Umstellungen in bestimmten Lebensphasen: Während der Pubertät oder der Wechseljahre können Zwischenblutungen auftreten.
  • Nebenwirkungen von Verhütungsmitteln: Die Pille, die Hormonspirale oder andere hormonelle Verhütungsmittel führen zur Umstellung des Hormonspiegels, was Schmierblutungen auslösen kann. Auch bei Einnahmefehlern oder beim Wechsel zwischen Verhütungsmitteln kann es zu Zwischenblutungen kommen.
  • Mechanische Reizungen der Gebärmutter- oder Vaginalschleimhaut: Geschlechtsverkehr, Sexspielzeuge oder auch gynäkologische Untersuchungsgeräte können zu leichten Verletzungen führen und dadurch Blutungen auslösen. 
  • Einnistungsblutung: Eine leichte Blutung kann ein erstes Anzeichen dafür sein, dass du schwanger bist. Nistet sich die befruchtete Eizelle ein, kann das die Gefäße in deiner Gebärmutterschleimhaut leicht verletzen. Die Einnistungsblutung tritt meist sieben bis zu zwölf Tage nach der Befruchtung auf.

     

Achtung bei Blutungen während der Schwangerschaft

Blutungen während der Schwangerschaft müssen gynäkologisch abgeklärt werden, weil sich dahinter diverse Probleme wie zum Beispiel eine Eileiterschwangerschaft oder eine ungünstige Plazentalage verbergen können.

Neben hormonellen Ursachen und leichten Verletzungen können auch bestimmte Erkrankungen Zwischenblutungen auslösen:

  • Schilddrüsenfehlfunktionen: wirken auf den Hormonhaushalt und können den Zyklus beeinflussen
  • Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS): eine hormonelle Stoffwechselstörung
  • Endometriose: Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter
  • Myome: gutartige Gewebewucherungen
  • Polypen: meist gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
  • Entzündungen der Eierstöcke und der Eileiter (Adnexitis): gehen meist mit weiteren Symptomen wie Fieber und Schmerzen einher
Eher selten sind bösartige Erkrankungen wie Gebärmutterschleimhautkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs oder Vaginalkrebs ursächlich für eine Schmierblutung.

DAK Antistress-Coaching per Balloon-App

Meditationen und Übungen zur Stressbewältigung

Kann Stress Zwischenblutungen verursachen?

Stress kann den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen und dadurch Zwischenblutungen begünstigen. Das gilt umso mehr, wenn Stress mit einem starken Gewichtsverlust einhergeht. Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder gezielte Atemübungen können helfen, Stress zu reduzieren und beeinflussen den Menstruationszyklus dadurch positiv.

Übrigens: Auch extreme Diäten oder intensiver Sport versetzen den Körper in Stress. Auch das kann also Schmierblutungen auslösen.

Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex

Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

doktorsex_klein_Abb

Folge Doktorsex auf

Wann sollte ich mir bei Schmierblutungen ärztliche Hilfe suchen?

Auch wenn sich hinter einer Schmierblutung oft eine harmlose Ursache verbirgt, solltest du sie sicherheitshalber von deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen abklären lassen. Diese ist insbesondere dann nötig, wenn:

  • mehrere Zwischenblutungen hintereinander auftreten.
  • die Zwischenblutungen gehäuft auftreten.
  • es nach den Wechseljahren zu Zwischenblutungen kommt.
  • starke Zwischenblutungen einsetzen oder wenn die Blutungen über einen längeren Zeitraum andauern.
  • Zwischenblutungen während einer Schwangerschaft auftreten.
  • zusätzlich zur Zwischenblutung noch weitere Symptome wie Abgeschlagenheit oder Bauchschmerzen hinzukommen.

Was macht der Gynäkologe oder die Gynäkologin bei Zwischenblutungen?

Die Gynäkologin oder der Gynäkologe spricht mit dir zunächst über deinen Zyklus und die Zyklusstörungen. Über Tastuntersuchungen kann sie oder er Auffälligkeiten feststellen. Zusätzlich können Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz kommen. Je nach Befund können zusätzlich ein Abstrich oder Blutuntersuchungen sinnvoll sein.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

Häufige Fragen zu Zwischenblutungen

Autor(in)

Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

Aktualisiert am:
Telefonkontakt
040 325 325 555

Rund um die Uhr und zum Ortstarif