Pille für die Frau: Wie sie funktioniert und welche Arten es gibt

Die Antibabypille ist für Frauen eine zuverlässige Methode, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Wie genau sie funktioniert, welche verschiedenen Arten es gibt und welche für dich in Frage kommt, erfährst du hier.

Symbolbild Pillenarten: Eine junge Frau steht vor einem Spiegel im Badezimmer und betrachtet eine Pillenpackung

Wie funktioniert die Pille?

Normalerweise wird der Monatszyklus der Frau von verschiedenen körpereigenen Hormonen gesteuert, die den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten. Kurz: Die Gebärmutterschleimhaut wird dicker, Eizellen reifen heran und in der Mitte des Zyklus findet der Eisprung statt. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Schleimhaut abgestoßen und die Regelblutung setzt ein.

Die synthetischen Hormone in der Antibabypille blocken aber gewisse Vorgänge im Körper und sorgen so für einen dreifachen Verhütungsschutz:

  1. Der Eisprung findet nicht statt.
  2. Der Zervixschleim wird zäher, sodass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen können.
  3. Die Gebärmutterschleimhaut bleibt flach, sodass sich keine Eizelle einnisten kann. 

Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, wie die Antibabypille wirkt und worauf man bei der Wahl der Pille achten sollte.

Welche Pillenarten gibt es?

Die Mikropille

Die Pille besteht aus den zwei weiblichen Geschlechtshormonen Gestagen und Östrogen. Daher wird sie auch Kombinationspille oder kurz Kombi-Pille genannt. Je nach Pillensorte variiert die Dosierung der beiden Hormone. Ist der Östrogenanteil gering und bleibt unter einem bestimmten Wert, nennt man sie Mikropille. Da das heutzutage meist der Fall ist, ist mit der Kombi-Pille in der Regel die Mikropille gemeint. 

Durch das enthaltene Östrogen ist der Zyklus sehr stabil, Zyklusstörungen sind eine Seltenheit. Zudem fällt die monatliche Blutung hier kürzer und schwächer aus – es handelt sich dabei nicht um eine natürliche Periodenblutung, sondern eine sogenannte Abbruchblutung. Diese wird von einem sinkenden Hormonspiegel während der einwöchigen Pillenpause ausgelöst und nicht vom Eisprung gesteuert, der ausbleibt, wenn du die Pille nimmst. 

Auch typische Beschwerden wie Regelschmerzen sind oft schwächer oder bleiben ganz aus. Was für manche auch interessant sein kann: Je nach Präparat ist die Mikropille gut für Haut und Haare. Ein Nachteil ist allerdings, dass manche Frauen unter dem Einfluss dieser Pille weniger Lust auf Sex haben und Stimmungsschwankungen auftreten können. Auch steigt das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln und können die Östrogene zu Wassereinlagerungen im Körpergewebe führen, was mit einer Gewichtszunahme einhergehen kann. Ebenfalls ein Thema: Kopfschmerzen.
Der Pearl-Index der Mikropille liegt zwischen 0,1 und 0,9, was als sicher gilt. Ein Vorteil der Mikropille gegenüber der Minipille: Vergisst du einmal, die Pille einzunehmen, kannst du das innerhalb von 12 Stunden nachholen. Der Verhütungsschutz bleibt bestehen. 

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Die Minipille

Anders als die Mikropille enthält die Minipille ausschließlich das Hormon Gestagen. Sie kommt also ohne Östrogene aus, wodurch der Hormonhaushalt kaum beeinflusst wird. Dadurch wird auch das Risiko für Blutgerinnsel sowie Wassereinlagerungen gesenkt. Allerdings kann das Fehlen des Östrogens zu Schwankungen im Zyklus führen, was Zwischenblutungen auslösen kann. Auch Hautprobleme wie Akne können auftreten. 

Der Pearl-Index der Minipille liegt zwischen 0,5 und 3, also hinter dem der Mikropille. Um die Verhütungssicherheit zu gewährleisten, musst du die Minipille jeden Tag zuverlässig innerhalb eines sehr kleinen Zeitfensters einnehmen. In der Regel sind das maximal drei Stunden. Das könnte schwierig werden, wenn du keine geregelte Tagesstruktur hast oder Schichtarbeit nachgehst. 

Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erläutert den Unterschied zwischen der natürlichen Periode und der Abbruchblutung, die auftritt, wenn du die Pille einnimsst.

Unterscheidung nach Phasen

Innerhalb der Einordnung nach Mikro- oder Minipille wird die Pille auch nach Einnahmephasen unterschieden:

  • Einphasenpräparate: Von den 28 Pillen im Blister haben alle die gleiche Dosierung.
  • Zwei- und Dreiphasenpräparate: Die Pillen enthalten unterschiedlich große Mengen an Östrogen und Gestagen, was man an den unterschiedlichen Farben erkennen kann. Die Reihenfolge in der Packung muss unbedingt eingehalten werden.
Tipp: Hier findest du alles Wichtige zur Pille danach.

Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex

Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Welche Pille ist die beste?

Es gibt nicht die eine beste Pille. So unterschiedlich wie die verschiedenen Pillenpräparate sind, so unterschiedlich kann auch der Körper einer Frau auf dessen Wirkstoffe reagieren. Und auch dein Tagesablauf ist relevant. Daher ist es wichtig, sich vorab von einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin eingehend beraten zu lassen. 

  • Die „klassische“ Pille ist vor allem für Frauen mit starken Regelschmerzen geeignet, die einen stabilen Zyklus ohne Zwischenblutungen bevorzugen. Auch Frauen mit Hang zu fettiger Haut, Akne oder Zystenbildung in den Eierstöcken werden eher zur Kombi-Pille greifen.
  • Die Minipille hingegen kommt für Frauen infrage, die kein Östrogen vertragen oder generell nicht wollen, dass ihr Körper durch die Hormonzufuhr von außen zu sehr aus dem natürlichen Gleichgewicht gerät. Auch Frauen mit Diabetes oder Migräne sind mit der östrogenfreien Variante besser bedient. Die Minipille ist auch während der Stillzeit geeignet, da sie nur Gestagen enthält und somit die Milchbildung nicht beeinträchtigt wird – die Einnahme sollte in diesem Fall aber zunächst ärztlich abgeklärt werden.

Was gilt es bei der Einnahme der Pille zu beachten?

Die Pille schützt vor einer Schwangerschaft, aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Auf Kondome und Lecktücher solltest du also auch weiterhin nicht verzichten, wenn du mit jemandem intim wirst, den du kaum kennst. Solange der Austausch von Körperflüssigkeiten über die Schleimhäute stattfindet, können auch Bakterien ausgetauscht werden. Das gilt übrigens auch für Oralsex, denn auch im Mundraum gibt es Schleimhäute. 

Häufige Fragen zur Pille für die Frau

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Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

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