Blähungen während der Periode: Warum dein Bauch jetzt streikt

Blähungen während der Periode: Eine Frau sitzt auf einem Sofa und hält sich den Bauch fest

Vielleicht kennst du das auch: Kurz vor der Menstruation wird dein Bauch hart, aufgebläht, die Hose kneift und manchmal fühlt es sich sogar an, als wärst du schwanger. Dazu kommen vielleicht Krämpfe, Stimmungsschwankungen oder Verstopfung. Die gute Nachricht: Blähungen vor der Periode und ein Blähbauch während der Periode sind sehr häufig und in den meisten Fällen harmlos. Bloating gehört zu den typischen Symptomen des prämenstruellen Syndroms (PMS) und betrifft nach Schätzungen einen großen Teil der Menstruierenden. Hier erfährst du, warum hormonelle Veränderungen, Wassereinlagerungen und deine Verdauung so eng zusammenhängen, was „normale“ Blähungen bei der Periode sind und was du selbst tun kannst, damit du dich wieder wohler fühlst.

Warum kommt es zu Blähungen vor und während der Periode?

Ein Blähbauch vor der Periode oder während der Menstruation entsteht durch ein Zusammenspiel aus:

  • hormonellen Schwankungen
  • Veränderungen der Darmbewegung (Motilität)
  • Wassereinlagerungen im Gewebe
Bloating ist grundsätzlich ein Gefühl von Druck, Völlegefühl oder Spannung im Bauch, manchmal mit sichtbar aufgeblähtem Bauch. Häufig steckt zu viel Gas im Darm dahinter, zum Beispiel, wenn Nahrungsbestandteile nicht optimal verdaut werden und Darmbakterien sie vergären. Dein Zyklus sorgt dann dafür, dass sich das Ganze monatlich wiederholt, also immer wieder rund um Menstruation und PMS.

In der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) steigt das Hormon Progesteron. Das ist wichtig für eine mögliche Schwangerschaft – hat aber Nebenwirkungen:

  • Progesteron entspannt die glatte Muskulatur im Körper, darunter auch die im Magen-Darm-Trakt.
  • Dadurch arbeitet der Darm langsamer, Nahrung bleibt länger im Verdauungstrakt.
  • Das begünstigt Verstopfungen, Völlegefühl und eine erhöhte Gasbildung – der klassische Blähbauch vor der Periode.

DAK Online Videosprechstunde 

Du hast unerklärliche Menstruationsbeschwerden und möchtest dafür nicht extra in die Frauenarztpraxis fahren? Kein Problem: Nutze einfach die Videosprechstunde, um deine Fragen diskret zu klären – online über die DAK App, von überall. Täglich verfügbar, mit Soforttermin innerhalb von 30 Minuten.

Östrogen und Progesteron beeinflussen außerdem die Flüssigkeitsregulation: Hormonelle Schwankungen kurz vor der Periode können dazu führen, dass dein Körper mehr Wasser und Salz einlagert. Die Gebärmutter ist kurz vor der Blutung zudem etwas vergrößert. Das Zusammenspiel aus Wassereinlagerungen, vergrößerter Gebärmutter und Gas im Darm sorgt dann dafür, dass dein Bauch vor oder während der Periode aufgebläht aussieht.

Was hilft gegen Blähungen vor und während der Periode?

Die gute Nachricht: Du bist deinen Blähungen bei der Periode nicht hilflos ausgeliefert. Mit Ernährung, Bewegung, Entspannung und – wenn nötig – Medikamenten kannst du viel tun, um deinen Blähbauch in der Periode zu lindern.

Wärme, Bewegung und sanfte Bauchmassage

Mehrere verträgliche Maßnahmen kannst du direkt zu Hause ausprobieren:

  • Wärme: Eine Wärmflasche, ein warmes Bad oder ein Wärmekissen auf dem Unterbauch entspannt die Muskulatur von Gebärmutter und Darm. Dies kann Krämpfe, Regelschmerzen und einen Blähbauch lindern.
  • Leichte Bewegung: Spazierengehen, Radfahren in moderater Intensität oder sanftes Yoga bringen den Kreislauf in Schwung und regen die Darmtätigkeit an.
  • Bauchmassagen: Kreise mit der Hand im Uhrzeigersinn über deinem Bauch. Das kann helfen, Luft und Stuhl sanft weiterzuschieben.

Ernährung: Was du bei Blähungen in der Periode essen kannst

Deine Ernährung hat großen Einfluss auf deinen Blähbauch, Verstopfung und Wassereinlagerungen rund um die Menstruation:

Unsere Tipps:

  • Kleine, regelmäßige Mahlzeiten: Iss statt drei großer Portionen lieber fünf bis sechs kleinere – das entlastet deine Verdauung und reduziert Völlegefühl.
     
  • Ballaststoffreiche, aber gut verträgliche Kost: Lebensmittel aus Vollkorn, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Haferflocken helfen gegen Verstopfung, weil sie die Darmtätigkeit regulieren. Ballaststoffe solltest du langsam steigern, sonst können sie selbst erst einmal Blähungen verstärken.
  • Komplexe Kohlenhydrate statt „weißer“ Zuckerbomben: Vollkornbrot, brauner Reis, Hafer, Gemüse und Hülsenfrüchte stabilisieren den Blutzuckerspiegel und belasten den Darm weniger als stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel.
  • Kaliumreiche Lebensmittel: Zum Beispiel Bananen, Avocado, Tomaten, Süßkartoffeln oder Blattgemüse – Kalium kann dabei helfen, überschüssiges Natrium auszugleichen und so Wassereinlagerungen und Blähungen zu reduzieren.
  • Ausreichend trinken: Wasser und ungesüßte Kräutertees (zum Beispiel Pfefferminze, Kamille oder Fenchel) unterstützen die Verdauung, helfen gegen Verstopfung und können sowohl Gas als auch Wasseransammlungen schneller „weitertransportieren“.
  • Lebensmittel mit Antioxidantien und Eisen: Beeren, buntes Gemüse, Vollkorn, Nüsse und eisenreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse und mageres Fleisch können Entzündungen dämpfen und Blutverluste ausgleichen. Das kann Beschwerden wie Krämpfe und Erschöpfung indirekt verbessern.

Besser reduzieren bei Blähungen solltest du:

  • Stark verarbeitete, sehr salzige Lebensmittel: Chips, Fertiggerichte, Fast Food, Instant-Suppen & Co. enthalten häufig viel Salz. Das fördert Wassereinlagerungen und damit einen dickeren Bauch vor der Periode.
  • Sehr zuckerreiche Snacks und Getränke: Sie treiben den Blutzuckerspiegel hoch, fördern Heißhunger und können PMS-Symptome verstärken.
  • Sehr fettreiche, schwer verdauliche Mahlzeiten: Große, fettige Portionen bleiben lange im Magen-Darm-Trakt und können Blähungen und Völlegefühl verstärken.
  • Kohlensäurehaltige Getränke und Kaugummi: Sie bringen zusätzlich Luft in den Verdauungstrakt – mehr Gas bedeutet mehr Blähungen.
  • Zu viel Koffein und Alkohol: Beide können zur Dehydration beitragen, was den Körper wiederum dazu bringt, Wasser zu halten. Außerdem können sie PMS-Symptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen verstärken.

Wenn du merkst, dass bestimmte Lebensmittel (etwa sehr blähende Gemüsesorten oder Milchprodukte) deine Menstruationsblähungen besonders triggern, hilft ein Ernährungstagebuch, um persönliche Auslöser zu erkennen – und langfristig zu vermeiden.

Entspannung, Schlaf & Stressmanagement

Stress kann PMS-Symptome wie Stimmungsschwankungen, Schmerzen und auch Blähungen in der Periode verstärken.

Um dich und deinen Körper mehr zu entspannen, helfen beispielsweise:

  • Atemübungen, Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung. Dies kann die Schmerzverarbeitung beeinflussen und das Nervensystem beruhigen.
  • Ausreichend Schlaf, denn Schlafmangel wird oft mit stärkeren PMS-Symptomen in Verbindung gebracht.
  • Bewegung über den ganzen Zyklus, da regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für ausgeprägtes PMS insgesamt senkt.

Medikamente: Was möglich ist

Wichtiger Hinweis: Medikamente solltest du immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt abstimmen – gerade, wenn du andere Arzneimittel einnimmst oder Vorerkrankungen hast.

Leidest du aber regelmäßig unter Blähungen bei der Periode, können unter Umständen folgende Optionen helfen:

  • Entschäumende Mittel: Sie bündeln kleine Gasbläschen im Darm zu größeren, die leichter entweichen können. Das kann Blähungen und Druckgefühl verringern.
  • Krampflösende Medikamente: Sie entspannen die Muskulatur im Darm oder der Gebärmutter und können so bei starken Krämpfen helfen – aber nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Magnesium oder Vitamin B6: Beide werden als mögliche Unterstützung bei PMS-Symptomen diskutiert, zum Beispiel zur Linderung von Wassereinlagerungen, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen. Eine Einnahme sollte immer mit medizinischem Fachpersonal abgesprochen werden.
  • Pflanzliche Unterstützung: Kräuter wie Pfefferminze, Fenchel, Kümmel oder Ingwer werden traditionell zur Verdauungsunterstützung und gegen Blähungen eingesetzt, etwa als Tees oder Dragees. Auch hier gilt: Bei Unsicherheit oder starker Symptomatik lieber abklären lassen.

Wann sind Blähungen bei der Periode normal – und wann solltest du zur Ärztin oder zum Arzt?

Typisch – und meistens harmlos – sind Blähungen vor der Periode, die einige Tage bis etwa eine Woche vor der Blutung beginnen. Auch ein aufgeblähter Bauch während der Periode, der in den ersten Tagen am stärksten ist, ist ganz normal. Hast du leichte bis mäßige Krämpfe im Unterbauch, die mit Wärme, Bewegung oder leichten Schmerzmitteln (nach Rücksprache) gut beherrschbar sind, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden einige Tage nach Beginn der Periode von selbst.

Du solltest allerdings eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Sehr starke Schmerzen auftreten, die dich im Alltag stark einschränken oder nicht wie typische Regelschmerzen wirken.
  • Starke, anhaltende Verstopfung oder Durchfälle bei der Periode auftreten, vor allem mit Blut im Stuhl.
  • Der aufgeblähte Bauch auch unabhängig von der Periode anhält oder deutlich zunimmt.
  • Du ungewollt Gewicht verlierst, Fieber hast oder dich insgesamt sehr krank fühlst.
  • Dir auffällt, dass Zyklus für Zyklus die Blähungen, Krämpfe oder Verdauungsprobleme deutlich schlimmer werden.
Das kann Hinweise auf andere Ursachen geben, zum Beispiel ausgeprägtes PMS oder PMDS, Endometriose, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder andere Magen-Darm-Erkrankungen.

Ärztliche Abklärung und Diagnostik

Ansprechpersonen sind zunächst deine Hausärztin oder dein Gynäkologe. Sie werden typischerweise:

  • Fragen zu Symptomen, Zyklus, Ernährung, Lebensstil und Medikamenten stellen.
  • Nach Warnzeichen (etwa Blut im Stuhl, anhaltendem Durchfall, starkem Gewichtsverlust) suchen.
  • Eine körperliche Untersuchung durchführen und bei Bedarf Ultraschall oder weitere Untersuchungen anordnen.

Ziel ist es, herauszufinden, ob deine Blähungen während der Periode „nur“ hormonell-bedingte Menstruationsbeschwerden sind – oder ob andere Erkrankungen dahinterstecken, die behandelt werden sollten.

Häufige Fragen zu Blähungen rund um die Periode

Was tun bei stinkenden Blähungen während der Periode?

Blähungen in der Periode können durchaus intensiv riechen, weil Nahrung länger im Darm bleibt, die Darmbakterien mehr Zeit haben, Nahrungsreste zu zersetzen und dabei Gase zu produzieren. Deshalb kannst du versuchen, blähende und sehr fettreiche Speisen in den Tagen vor der Periode zu reduzieren, viel Wasser und Kräutertees zu trinken, dich regelmäßig zu bewegen und kleinere, leichter verdauliche Mahlzeiten zu essen.

Habe ich PMS, wenn ich vor der Periode starke Blähungen und Verstopfung habe?

Blähungen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen und Müdigkeit gehören zu den typischen PMS-Symptomen. Ob du „offiziell“ PMS hast, hängt unter anderem davon ab, wie stark dich die Beschwerden im Alltag einschränken, wie regelmäßig sie im Zusammenhang mit deinem Zyklus auftreten und ob sie nach Beginn der Blutung wieder deutlich nachlassen.

Wie lange halten diese Blähungen normalerweise an?

Die Dauer der Blähungen kann individuell unterschiedlich sein, doch bei vielen Frauen beginnen sie einige Tage bis etwa eine Woche vor der Periode und erreichen ihr Maximum um den ersten Tag der Blutung herum. Ein Rückgang erfolgt meist innerhalb der ersten Tage der Menstruation, wenn sich die Hormonspiegel wieder verändern und Wassereinlagerungen langsam abgebaut werden.

Autor(in)

Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

Quellenangaben
Aktualisiert am:
Telefonkontakt
040 325 325 555

Rund um die Uhr und zum Ortstarif