Gebärmutterhalskrebs: Symptome, Ursachen und Behandlung

Eine Frau sitzt besorgt auf dem Bett, da sie die Diagnose Gebärmutterhalskrebs bekommen hat.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Gebärmutterhalskrebs ist also eine eher seltene Erkrankung. Das liegt auch an den mittlerweile etablierten, regelmäßigen Maßnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung. Alles Wissenswerte zum Gebärmutterhalskrebs, erfahren Sie hier. 

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Veränderung der Schleimhaut, die den Muttermund und den Gebärmutterhals bedeckt. Der Gebärmutterhals wird auch Zervix genannt, weshalb diese Erkrankung auch als Zervixkarzinom bekannt ist. Bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen sogenannte humane Papillomaviren, kurz HPV oder HP-Viren, eine entscheidende Rolle. Diese können zu einer chronischen Entzündung oder gar bösartigen Veränderungen der Schleimhautzellen führen. 

Wie Gebärmutterhalskrebs verläuft und behandelt wird, hängt unter anderem von dem Ausmaß dieser Veränderungen, der Größe des Tumors und seiner Beschaffenheit ab. Entscheidend ist auch, wie weit sich der Krebs schon im Körper ausgebreitet hat. 

Wichtig: Die Wahrscheinlichkeit, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, ist sehr gering. 

Welche Ursachen führen zu Gebärmutterhalskrebs?

Die genauen Ursachen für Gebärmutterhalskrebs sind bisher nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass eine Infektion mit HPV zu einer Erkrankung führen kann. Außerdem gibt es eine Reihe an Risikofaktoren, die eine Ansteckung wahrscheinlicher machen. In der Medizin bezeichnet ein Risikofaktor bestimmte Gegebenheiten, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Erkrankung auftritt. Risikofaktoren bedeuten aber nicht, dass man tatsächlich erkranken muss – nur die Wahrscheinlichkeit erhöht sich.

Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs

  • Viele Geschlechtspartner: Je mehr Sexualpartner eine Frau hat, desto höher ist das Risiko für Gebärmutterhalskrebs.
  • Frühe Sexualität: Im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr vor dem 14. Lebensjahr besteht ein erhöhtes Risiko für eine HPV-Infektion.
  • Mangelhafte Genitalhygiene: Eine schlechte Genitalhygiene erhöht die Anfälligkeit für HPV-Infektionen und andere sexuell übertragbare Krankheiten.
  • Langzeiteinnahme der Pille: Mit HPV infizierte Frauen, die mindestens fünf Jahre eine Verhütungspille mit Östrogen und Gestagen einnehmen, haben ein leicht erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel in Folge einer Krankheit, kann die HP-Viren weniger effektiv bekämpfen.
  • Rauchen: Da sich bestimmte im Tabak enthaltene Giftstoffe im Gewebe des Gebärmutterhalses ablagern, können Viren schlechter abgewehrt werden. Dabei spielt nicht nur die Menge der gerauchten Zigaretten pro Tag eine Rolle, sondern auch das Alter, in dem mit dem Rauchen begonnen wurde: Je früher der Rauchbeginn, umso höher das Risiko. Das Risiko bleibt auch nach einem Rauchstopp erhöht. Trotzdem ist Nikotinverzicht unbedingt ratsam.

Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Um besser zu verstehen, wie Gebärmutterhalskrebs entsteht, schauen wir zunächst auf den Aufbau der Gebärmutter: Sie besteht ganz grob aus der Gebärmutterhöhle und dem Gebärmutterhals. Das ist ein Muskelschlauch, der die Gebärmutterhöhle mit der Vagina verbindet. In seinem Inneren ist der Gebärmutterhals mit einer Schleimhaut bedeckt, deren Drüsen eine zähe Flüssigkeit produzieren. Das wiederum ist der sogenannte Zervixschleim, der verhindert, dass Krankheitserreger von der Vagina in die Gebärmutter gelangen. 

Welcher HPV-Typ löst Gebärmutterhalskrebs aus?

Die HP-Viren, die die Schleimhaut angreifen, treten in über 200 unterschiedlichen Varianten auf, aber nur Nummer 16 und 18 sind sogenannte Hochrisikotypen und können Gebärmutterhalskrebs verursachen. Übertragen werden die Viren durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer bereits infizierten Person. Aber auch mit Kondomen besteht kein ausreichender Schutz, da für eine Übertragung bereits der Hautkontakt im Intimbereich genügt. 

Wie lange dauert es, bis sich Gebärmutterhalskrebs herausbildet?

Fast jeder Mensch kommt mindestens einmal im Leben in Kontakt mit HPV. Oft ohne weitere Beeinträchtigungen. Sollten bei Ihnen tatsächlich irgendwann Zellveränderungen in der Schleimhaut rund um den Muttermund und den Gebärmutterhals festgestellt werden, bedeutet das nicht, dass du Krebs hast. Bis dieser sich herausbildet, können bis zu 15 Jahre vergehen. In den allermeisten Fällen kann das Immunsystem die Viren aber erfolgreich abwehren. So erkrankt weniger als eine von 100 infizierten Frauen tatsächlich an Gebärmutterhalskrebs.

In welchem Alter ist Gebärmutterhalskrebs am häufigsten?

Die Vorstufen und Frühformen des Tumors werden vor allem bei Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren festgestellt. Ein sogenannter invasiver Gebärmutterhalskrebs tritt im Durchschnitt aber erst mit 55 Jahren auf. Invasiv heißt, dass sich der Krebs bereits in die Lymphknoten und andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat. Der Gebärmutterhalskrebs in seinen Frühformen ist fast immer heilbar, weshalb eine Früherkennung besonders wichtig ist. Die DAK-Gesundheit übernimmt dafür die Kosten. 

 

Kostenlose Früherkennung

Da die Anzeichen für Gebärmutterhalskrebs selten eindeutig sind, ist die regelmäßige Krebsvorsorge beim Frauenarzt umso wichtiger. Hierbei werden Zellveränderungen in der Schleimhaut rechtzeitig festgestellt und entsprechende Therapien eingeleitet. Die DAK-Gesundheit übernimmt für Frauen ab 20 Jahren die Kosten für die Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge.

Welche Symptome treten bei Gebärmutterhalskrebs auf?

In frühen Stadien versursacht Gebärmutterhalskrebs in der Regel keine Beschwerden, daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. 

Was können erste Anzeichen für Gebärmutterhalskrebs sein? 

Bei diesen Symptomen solltest du unbedingt ärztlichen Rat einholen:

  • Blutungen und blutiger Ausfluss unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr
  • Scheidenblutungen außerhalb der Monatsregel
  • blutig-eitriger oder fleischfarbener Ausfluss
  • unangenehme Gerüchen aus der Scheide, Fluor genannt
  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Wie diagnostizieren Ärzte Gebärmutterhalskrebs?

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird ein Abstrich im Labor auf Krebsvorstufen untersucht – das ist der sogenannte Pap-Test. Dabei entnimmt der Frauenarzt einige Zellen aus dem Gebärmutterhalskanal. Der beste Zeitraum für diese Maßnahme sind die ersten vierzehn Tage nach der Menstruation. Bei einem verdächtigen Befund folgen weitere Untersuchungen, gegebenenfalls mit einer Gewebeprobenentnahme.

Ein Gebärmutterhalskrebs mit Sitz weit unten am Muttermund ist in vielen Fällen bereits in der gynäkologischen Untersuchung sicht- und tastbar. Wenn es sich tatsächlich um Gebärmutterhalskrebs handelt, sind weitere Untersuchungen nötig, die Aufschluss über das Stadium der Erkrankung geben. Dazu gehören das Röntgen der Lunge sowie eine Sonografie durch die Scheide, bei der die Nieren und die Leber inspiziert werden. Per Blasenspiegelung und einer Enddarmspiegelung lässt sich erkennen, ob der Gebärmutterhalskrebs diese Regionen befallen hat. Eventuell ist eine Magnetresonanztomografie erforderlich.

Gebärmutterhalskrebs: Stufen und Behandlung 

Für die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, wie groß der Krebs ist und wie weit er sich bereits im Körper ausgebreitet hat. 

Frühe Stadien des Gebärmutterhalskrebses

Wird er in einem frühen Stadium entdeckt, genügt oft eine kleinere Operation, bei der ein Teil des Gebärmutterhalses entfernt wird. Das ist die sogenannte Konisation. Auch bei einer Trachelektomie wird nur ein Teil entfernt. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Krebs noch sehr klein ist und die Lymphknoten noch nicht befallen sind. Nach beiden Eingriffen ist es weiterhin möglich, schwanger zu werden.

Fortgeschrittene Stadien

Hat sich der Tumor bereits in das umliegende Gewebe ausgebreitet, raten Ärztinnen und Ärzte oft zu einer operativen Entfernung der gesamten Gebärmutter der Hysterektomie. 

Eine Alternative ist die Bestrahlung. Diese wird auch dann noch angewendet, wenn der Krebs wegen seiner Größe nicht mehr operativ entfernt werden kann. Bei einigen Patientinnen kann die Bestrahlung auch mit einer Chemotherapie einhergehen.

In ganz seltenen Fällen ist eine komplette Heilung unwahrscheinlich. Aber selbst dann lässt sich durch eine Chemo- oder Antikörpertherapie das Krebswachstum in der Regel zeitweise zurückdrängen. 

Vorbeugung: Wie kann ich mich vor Gebärmutterhalskrebs schützen?

Mithilfe einer HPV-Impfung lässt sich das Gebärmutterhalskrebs-Risiko deutlich senken. Zudem solltest du darauf achten, beim Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern immer ein Kondom zu verwenden. Die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen oder der Gynäkologin hilft, eine eventuelle Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Video: Infos zu Früherkennung, Vorstufen und Diagnose von Gebärmutterhalskrebs

Zusammenfassung Gebärmutterhalskrebs

  • Die Wahrscheinlichkeit an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, ist recht gering.
  • Früherkennung durch regelmäßige Krebs-Vorsorge und die HPV-Impfung helfen, das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu senken.
  • Gebärmutterhalskrebs wächst äußerst langsam. Wer betroffen ist, hat zumeist durch die frühzeitige Erkennung Möglichkeiten zur Behandlung.
  • Nur in sehr wenigen Fällen ist Gebärmutterhalskrebs nicht heilbar.
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