Einnistungsblutung oder Periode: Das sind die Unterschiede

Einnistungsblutung oder Periode: Eine Frau sitzt auf einem Bett und blickt besorgt auf ihr Smatphone.

Eigentlich ist es noch nicht Zeit für deine Tage, aber im Slip ist etwas Blut? Wenn du eine Weile zuvor ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest und du Kinderwunsch hast: Ist das eine Einnistungsblutung oder hat die Periode zu früh eingesetzt? Der Unterschied zwischen der Menstruationsblutung und einer Einnistungsblutung ist meist, aber nicht immer eindeutig zu erkennen. Hier erfährst du, auf welche Anzeichen du achten sollest, was eine Einnistungsblutung eigentlich ist und wann sie im Zyklus stattfinden kann.  

Was ist eine Einnistungsblutung?

Die Einnistungsblutung (fachsprachlich: Implantations- oder Nidationsblutung) kann auftreten, wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Dabei kann es passieren, dass kleine Blutgefäße verletzt werden – und das zeigt sich manchmal als leichte Schmierblutung.

Wichtig: Nicht jede Frau bemerkt eine Einnistungsblutung. Und umgekehrt ist nicht jede Schmierblutung automatisch ein Zeichen für eine Schwangerschaft. Wenn du dir unsicher bist, hilft dir deine gynäkologische Praxis weiter.

Wie entsteht eine Einnistungsblutung?

Etwas vereinfacht erklärt, passiert bei der Nidation in der Gebärmutter Folgendes: Wenn die befruchtete Eizelle die Gebärmutter erreicht, hat sie sich bereits zur Blastozyste entwickelt. Das ist ein frühes Embryonalstadium, eine innere Zellmasse mit einer äußeren Hülle. 

Durch einen komplexen, hormonell gesteuerten Vorgang haftet der winzige Zellkomplex (die Blastozyste) an der Gebärmutterschleimhaut an. Die äußeren Zellen dringen anschließend in das Schleimhautgewebe ein und setzen dabei Enzyme frei, die das Gewebe umbauen und kleine Blutgefäße eröffnen. So entsteht die Grundlage für die spätere Versorgung des Embryos über den mütterlichen Blutkreislauf.

Im Zusammenhang mit diesem Prozess kann es gelegentlich zu leichten Blutungen kommen. Gelangt etwas Blut über den Gebärmutterhals nach außen, zeigt sich dies als sogenannte Einnistungsblutung. Meist handelt es sich nur um wenige Tropfen, vergleichbar mit einer schwachen Schmierblutung.

Einnistungsblutung: Wann im Zyklus findet sie statt? 

Bis die befruchtete Eizelle zur Einnistung kommt, vergehen vom Eisprung aus gezählt ungefähr sechs bis zwölf Tage (beziehungsweise fünf bis zwölf Tage ab der Befruchtung). Setzt man rechnerisch den weiblichen Zyklus von 28 Tagen voraus, erfolgt die Einnistung ungefähr am 19. bis 26. Zyklustag, also kurz vor der nächsten Monatsblutung. 
Übrigens: Ist die Eizelle befruchtet, kann sie sich nur innerhalb eines Zeitfensters von wenigen Tagen einnisten. Wann eine Einnistungsblutung eintritt, lässt sich allerdings nicht pauschal auf den Tag genau festlegen. Der persönliche Zyklus ist individuell und kann in Dauer, Rhythmus und Geschwindigkeit der wandernden Eizelle variieren. Am besten orientierst du dich an deinem Regelkalender, um deine fruchtbaren Tage im Blick zu behalten.

Einnistungsblutung oder Periode – was sind die Unterschiede?

Folgende Übersicht zeigt dir detailliert, wie du deine Periode von einer Einnistungsblutung an Farbe, Menge und Beschaffenheit unterscheidest und welche Symptome außerdem bei einer erfolgreichen Einnistung auftreten können.

MerkmalEinnistungsblutungMonatsblutung/ Schmierblutung
Farbemeist hellrosa, hellrot oder bräunlich, in der Regel ohne Gerinnseldunkelrot bis bräunlich, teils mit Gewebebestandteilen (Gewebefetzen oder Klümpchen)
Mengesehr gering, oft nur wenige Tropfen oder Schmierenmittel bis stark, gegen Ende oft abnehmend
Dauerwenige Stunden bis maximal ein bis zwei Tageindividuell verschieden, meist drei bis sieben Tage
Zeitpunktsechs bis zwölf Tage nach dem Eisprung regelmäßig entsprechend der individuellen Zykluslänge
Schmerzenmeist keine oder nur sehr milde UnterbauchbeschwerdenRegelschmerzen möglich, individuell unterschiedlich
sonstige Begleitsymptomehäufig keine; frühe Schwangerschaftsanzeichen sind zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht ausgeprägtverschiedene Beschwerden möglich z.B. Unterbauch- oder Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen

Wichtig zu wissen: Die Intensität von dem Einnistungsschmerz und wann genau dieser eintritt, lässt sich nicht voraussagen. Möglicherweise ist sogar gar nichts zu spüren.

Was können andere Gründe für leichte Blutungen sein?

Du hast eine Zwischenblutung bemerkt, bist dir aber sicher, dass es keine Einnistungsblutung sein kann, da du in den letzten Wochen gar keinen Sex hattest? Dann kommen andere Ursachen infrage. Schmierblutungen oder Spotting können harmlose Gründe haben. Es ist aber auch möglich, dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt. Daher gilt: Treten Blutungen außerhalb der Periode wiederholt auf oder halten sie länger an, solltest du sie gynäkologisch abklären lassen.

Denkbare Auslöser für leichte Blutungen können sein: 

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  • Körpereigene Ursachen: Wenn sich während der Pubertät oder in den Wechseljahren der Zyklus noch stabilisiert, beziehungsweise ausschleicht, kann es zu Zwischenblutungen kommen. Auch eine Gelbkörperschwäche, Schilddrüsenstörungen und Schwankungen von Östrogen und Progesteron oder starker Stress können leichte Blutungen auslösen.
  • Verhütungsmittel: In der Anpassungsphase, beim Absetzen der Pille oder bei Verwendung einer Spirale können Zwischenblutungen auftreten.
  • Ovulationsblutung: In seltenen Fällen kann es rund um den Eisprung zu einer leichten Blutung kommen, meist ausgelöst durch hormonelle Veränderungen.
  • Sport oder Sex: Gutartige Veränderungen wie Polypen am Gebärmutterhals können bei körperlicher Belastung, Geschlechtsverkehr, gynäkologischen Untersuchungen oder durch die Verwendung von Sextoys leicht verletzt werden und bluten.
  • Infektionen: Entzündungen im Genitalbereich oder sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö gehen häufig mit Schmerzen, Ausfluss oder Zwischenblutungen einher und sollten ärztlich behandelt werden.
Du bist unsicher, und kannst nicht einordnen welche Gründe für eine Blutung vorliegen? Zögere nicht, dich an deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen zu wenden. Sie können dich unterstützen und beraten. Schließlich sind Fragen rund um die Periode kein Tabu – eine frühzeitige Kontrolle gibt dir Sicherheit.

Häufige Fragen zu Einnistungsblutung oder Periode

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Bedeutet es, dass ich nicht schwanger bin, wenn keine Einnistungsblutung auftritt?

Nein, das Fehlen einer Einnistungsblutung bedeutet nicht, dass keine Schwangerschaft besteht. Eine Einnistungsblutung tritt nur bei einem kleinen Teil der Frauen auf. Sie entsteht, wenn sich die Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und dabei das Gewebe umgebaut wird, wodurch kleine Blutgefäße eröffnet werden und eine geringe Menge Blut austritt.

Ist man bei der Einnistungsblutung schon schwanger?

Eine Einnistungsblutung kann ein frühes Anzeichen einer Schwangerschaft sein, da sie nur auftreten kann, wenn sich eine befruchtete Eizelle (Blastozyste) in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Allerdings bedeutet sie allein noch keinen sicheren Nachweis einer bestehenden Schwangerschaft, da sich die Blastozyste in manchen Fällen nicht erfolgreich weiterentwickelt oder wieder abgestoßen wird.

Wie viele Tage nach Einnistungsblutung ist ein Test positiv?

Nach der Einnistung beginnt der Körper, das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) zu produzieren. Damit ein Schwangerschaftstest zuverlässig reagieren kann, muss der hCG-Spiegel ausreichend hoch sein. Dies ist in der Regel etwa sieben bis zehn Tage nach der Einnistung der Fall. Frühe Tests können zu diesem Zeitpunkt noch ein falsch-negatives Ergebnis zeigen.

Kann es zu Schmerzen während der Einnistung kommen?

Manche Frauen berichten während der Einnistung über ein leichtes Ziehen oder Zwicken im Unterbauch. Diese Empfindungen sind in der Regel mild und dauern nur kurz an. Viele Frauen spüren die Einnistung jedoch gar nicht.

Wie unterscheiden sich Krämpfe bei Einnistungsblutungen von Menstruationskrämpfen?

Menstruationskrämpfe treten meist stärker auf und halten mehrere Stunden bis Tage an. Beschwerden, die mit der Einnistung in Verbindung gebracht werden, sind dagegen deutlich schwächer, eher als leichtes Ziehen spürbar und verschwinden rasch wieder, sofern sie überhaupt auftreten.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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