Einnistungsblutung oder Periode: Das sind die Unterschiede

Eigentlich ist es noch nicht Zeit für deine Tage, aber im Slip ist etwas Blut? Wenn du eine Weile zuvor ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest und du Kinderwunsch hast: Ist das eine Einnistungsblutung oder hat die Periode zu früh eingesetzt? Der Unterschied zwischen der Menstruationsblutung und einer Einnistungsblutung ist meist, aber nicht immer eindeutig zu erkennen. Hier erfährst du, auf welche Anzeichen du achten sollest, was eine Einnistungsblutung eigentlich ist und wann sie im Zyklus stattfinden kann.
Was ist eine Einnistungsblutung?
Wichtig: Nicht jede Frau bemerkt eine Einnistungsblutung. Und umgekehrt ist nicht jede Schmierblutung automatisch ein Zeichen für eine Schwangerschaft. Wenn du dir unsicher bist, hilft dir deine gynäkologische Praxis weiter.
Wie entsteht eine Einnistungsblutung?
Etwas vereinfacht erklärt, passiert bei der Nidation in der Gebärmutter Folgendes: Wenn die befruchtete Eizelle die Gebärmutter erreicht, hat sie sich bereits zur Blastozyste entwickelt. Das ist ein frühes Embryonalstadium, eine innere Zellmasse mit einer äußeren Hülle.
Durch einen komplexen, hormonell gesteuerten Vorgang haftet der winzige Zellkomplex (die Blastozyste) an der Gebärmutterschleimhaut an. Die äußeren Zellen dringen anschließend in das Schleimhautgewebe ein und setzen dabei Enzyme frei, die das Gewebe umbauen und kleine Blutgefäße eröffnen. So entsteht die Grundlage für die spätere Versorgung des Embryos über den mütterlichen Blutkreislauf.
Im Zusammenhang mit diesem Prozess kann es gelegentlich zu leichten Blutungen kommen. Gelangt etwas Blut über den Gebärmutterhals nach außen, zeigt sich dies als sogenannte Einnistungsblutung. Meist handelt es sich nur um wenige Tropfen, vergleichbar mit einer schwachen Schmierblutung.
Einnistungsblutung: Wann im Zyklus findet sie statt?
Einnistungsblutung oder Periode – was sind die Unterschiede?
Folgende Übersicht zeigt dir detailliert, wie du deine Periode von einer Einnistungsblutung an Farbe, Menge und Beschaffenheit unterscheidest und welche Symptome außerdem bei einer erfolgreichen Einnistung auftreten können.
| Merkmal | Einnistungsblutung | Monatsblutung/ Schmierblutung |
| Farbe | meist hellrosa, hellrot oder bräunlich, in der Regel ohne Gerinnsel | dunkelrot bis bräunlich, teils mit Gewebebestandteilen (Gewebefetzen oder Klümpchen) |
| Menge | sehr gering, oft nur wenige Tropfen oder Schmieren | mittel bis stark, gegen Ende oft abnehmend |
| Dauer | wenige Stunden bis maximal ein bis zwei Tage | individuell verschieden, meist drei bis sieben Tage |
| Zeitpunkt | sechs bis zwölf Tage nach dem Eisprung | regelmäßig entsprechend der individuellen Zykluslänge |
| Schmerzen | meist keine oder nur sehr milde Unterbauchbeschwerden | Regelschmerzen möglich, individuell unterschiedlich |
| sonstige Begleitsymptome | häufig keine; frühe Schwangerschaftsanzeichen sind zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht ausgeprägt | verschiedene Beschwerden möglich z.B. Unterbauch- oder Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen |
Wichtig zu wissen: Die Intensität von dem Einnistungsschmerz und wann genau dieser eintritt, lässt sich nicht voraussagen. Möglicherweise ist sogar gar nichts zu spüren.
Was können andere Gründe für leichte Blutungen sein?
Du hast eine Zwischenblutung bemerkt, bist dir aber sicher, dass es keine Einnistungsblutung sein kann, da du in den letzten Wochen gar keinen Sex hattest? Dann kommen andere Ursachen infrage. Schmierblutungen oder Spotting können harmlose Gründe haben. Es ist aber auch möglich, dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt. Daher gilt: Treten Blutungen außerhalb der Periode wiederholt auf oder halten sie länger an, solltest du sie gynäkologisch abklären lassen.
Denkbare Auslöser für leichte Blutungen können sein:
DAK Online Videosprechstunde
Du hast unerklärliche Menstruationsbeschwerden und möchtest dafür nicht extra in die Frauenarztpraxis fahren? Kein Problem: Nutze einfach die Videosprechstunde, um deine Fragen diskret zu klären – online über die DAK App, von überall. Täglich verfügbar, mit Soforttermin innerhalb von 30 Minuten.
- Körpereigene Ursachen: Wenn sich während der Pubertät oder in den Wechseljahren der Zyklus noch stabilisiert, beziehungsweise ausschleicht, kann es zu Zwischenblutungen kommen. Auch eine Gelbkörperschwäche, Schilddrüsenstörungen und Schwankungen von Östrogen und Progesteron oder starker Stress können leichte Blutungen auslösen.
- Verhütungsmittel: In der Anpassungsphase, beim Absetzen der Pille oder bei Verwendung einer Spirale können Zwischenblutungen auftreten.
- Ovulationsblutung: In seltenen Fällen kann es rund um den Eisprung zu einer leichten Blutung kommen, meist ausgelöst durch hormonelle Veränderungen.
- Sport oder Sex: Gutartige Veränderungen wie Polypen am Gebärmutterhals können bei körperlicher Belastung, Geschlechtsverkehr, gynäkologischen Untersuchungen oder durch die Verwendung von Sextoys leicht verletzt werden und bluten.
- Infektionen: Entzündungen im Genitalbereich oder sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö gehen häufig mit Schmerzen, Ausfluss oder Zwischenblutungen einher und sollten ärztlich behandelt werden.
Häufige Fragen zu Einnistungsblutung oder Periode
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
Folge Doktorsex auf
Und hier findest du alle Artikel rund um Sex, Liebe und den Körper.
Bedeutet es, dass ich nicht schwanger bin, wenn keine Einnistungsblutung auftritt?
Nein, das Fehlen einer Einnistungsblutung bedeutet nicht, dass keine Schwangerschaft besteht. Eine Einnistungsblutung tritt nur bei einem kleinen Teil der Frauen auf. Sie entsteht, wenn sich die Blastozyste in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und dabei das Gewebe umgebaut wird, wodurch kleine Blutgefäße eröffnet werden und eine geringe Menge Blut austritt.
Ist man bei der Einnistungsblutung schon schwanger?
Eine Einnistungsblutung kann ein frühes Anzeichen einer Schwangerschaft sein, da sie nur auftreten kann, wenn sich eine befruchtete Eizelle (Blastozyste) in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Allerdings bedeutet sie allein noch keinen sicheren Nachweis einer bestehenden Schwangerschaft, da sich die Blastozyste in manchen Fällen nicht erfolgreich weiterentwickelt oder wieder abgestoßen wird.
Wie viele Tage nach Einnistungsblutung ist ein Test positiv?
Kann es zu Schmerzen während der Einnistung kommen?
Manche Frauen berichten während der Einnistung über ein leichtes Ziehen oder Zwicken im Unterbauch. Diese Empfindungen sind in der Regel mild und dauern nur kurz an. Viele Frauen spüren die Einnistung jedoch gar nicht.
Wie unterscheiden sich Krämpfe bei Einnistungsblutungen von Menstruationskrämpfen?
Menstruationskrämpfe treten meist stärker auf und halten mehrere Stunden bis Tage an. Beschwerden, die mit der Einnistung in Verbindung gebracht werden, sind dagegen deutlich schwächer, eher als leichtes Ziehen spürbar und verschwinden rasch wieder, sofern sie überhaupt auftreten.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





