Hämorrhoiden sind unangenehm und schmerzhaft

Hämorrhoiden erkennen und behandeln

Wenn’s am Po juckt und brennt

Hämorrhoiden sind knotenförmige Gewebeerweiterungen am Übergang des Enddarms zum After. „Das Hämorrhoidal-Gewebe hat die Aufgabe, den Darm nach außen hin abzudichten“, erklärt der DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff. Ist dieses vergrößert, bleibt es trotzdem manchmal unbemerkt. Hämorrhoiden können sich aber auch schmerzhaft durch Jucken am Po, Brennen oder andere Problemen äußern. 

DAK-Arzt Dr. Dankhoff erklärt, wie Sie Hämorrhoiden erkennen und behandeln

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit

Wie entsteht Hämorrhoidalleiden?

Als Hauptursache für Hämorrhoiden gilt das zu starke Pressen beim Stuhlgang, beispielsweise bei Verstopfung oder sehr hartem Stuhl. Durch den Druck beim Pressen überdehnen sich die Hämorrhoidal-Gefäße und sie leiern aus. Auch durch eine Schwangerschaft oder Übergewicht kann es zu einer solchen Druckerhöhung kommen. Dr. Dankhoff merkt an, dass ebenso schlechte Stuhlgewohnheiten wie zu langes Verweilen auf der Toilette die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen. „Weitere Risikofaktoren sind Bindegewebsschwäche, vor allem mit zunehmendem Alter, und häufiger Stuhlgang durch Durchfälle“, erklärt der Mediziner. 

Hämorrhoiden: Symptome erkennen

Nicht immer äußern sich vergrößerte Hämorrhoiden durch Beschwerden. Mit der Zeit verschlechtert sich das Leiden meistens jedoch und Symptome wie Blut oder Schleim im Stuhl, Jucken, Brennen oder Nässen sowie ein Druckgefühl zeigen sich. 

Schweregrad des Hämorrhoidalleidens

Je nach Ausmaß der Gefäßgröße werden Hämorrhoiden in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium 1: Vergrößerte Hämorrhoiden sind nur durch Enddarmspiegelung sichtbar. Es kann zu Blutungen kommen.

  • Stadium 2: Hämorrhoiden schieben sich beim Stuhlgang durch den After, ziehen sich danach aber wieder zurück. Betroffene haben das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleert zu haben. Oft treten Juckreiz am Po, Blutungen und Nässen auf.

  • Stadium 3: Die Gefäße rutschen beim Stuhlgang aus dem After und ziehen sich nicht mehr selbst zurück – der Betroffene muss mit den Fingern nachhelfen. Es kommt zu Blutungen, Nässen, Juckreiz oder auch Ekzemen

  • Stadium 4: Die Gefäße lassen sich nicht mehr in den Darm zurückschieben. Es kommt zu einem anhaltenden Fremdkörpergefühl, starkem Nässen, Schleimabgang und auch zu Schmerzen. Betroffene meinen, ständig auf die Toilette zu müssen mit folgender Stuhlinkontinenz.

Neben der Stuhlinkontinenz kann durch den Blutstau bei Hämorrhoiden auch eine Thrombose entstehen. Durch die gereizte Schleimhaut können sich durch Risse zudem schmerzhafte Analfissuren bilden. 

Untersuchung durch den Arzt

Auch wenn das Thema unangenehm ist – haben Sie einen Verdacht auf vergrößerte Hämorrhoiden, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Dieser führt zunächst eine rektale Tastuntersuchung durch. Liegt ein eher geringes Stadium vor, hilft eine Spiegelung des Enddarms (Rektoskopie), um das genaue Ausmaß zu bestimmen. Diese kann ambulant durchgeführt werden. 

Behandlung von Hämorrhoiden

Je früher das Hämorrhoidalleiden behandelt wird, desto besser. Dr. Dankhoff weist darauf hin, dass Zäpfchen, Sitzbäder oder Salben zwar die Beschwerden lindern können, aber keine dauerhafte Besserung bewirken.

Um die Hämorrhoiden zu beseitigen, wendet der Arzt je nach Fortschritt der Erkrankung folgende Therapien an: Durch eine Einspritzung in die Gefäße können die Hämorrhoiden verödet werden, damit sie wieder schrumpfen. Auch ein kleiner Gummiring kann eingesetzt werden, um überschüssiges Gewebe abzuschnüren, damit es abstirbt. Bei fortgeschrittener Krankheit hilft meist nur noch eine Operation, bei der das Gewebe abgetragen wird. 

Hämorrhoiden vorbeugen

Sie können der Entstehung von Hämorrhoiden vorbeugen, wenn Sie Ihre Stuhlgewohnheiten anpassen. Dr. Dankhoff rät: „Gehen Sie nur zur Toilette, wenn Sie auch wirklich müssen, dann müssen Sie auch nicht unnötig pressen.“ Zögern Sie den Toilettengang dabei nicht durch Zeitunglesen hinaus, sondern stehen Sie auf, wenn sie fertig sind. „Erzwingen Sie den Stuhlgang nicht – auch alle drei Tage ist normal“, so Dr. Dankhoff weiter. Damit Sie keine Probleme beim Stuhlgang haben, können eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Flüssigkeit Ihnen dabei helfen, harten Stuhl zu vermeiden.

Zuletzt aktualisiert:
Wed May 25 14:57:43 CEST 2016

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