Darmspiegelung: Sie ist unangenehm aber notwendig, um Darmkrankheiten zu erkennen

Darmspiegelung: die Koloskopie

Eines der wichtigsten Instrumente zur Diagnose von Darmerkrankungen

Auch wenn die Darmspiegelung für Patienten unangenehm sein kann, ist sie für den Arzt eines der hilfreichsten Diagnoseverfahren, um Erkrankungen des Darms zu erkennen. Bei Darmbeschwerden wie Blut im Stuhl, hohem Gewichtsverlust, häufigen Bauchschmerzen oder Auffälligkeiten beim Stuhlgang kann die Koloskopie, wie die Darmspiegelung unter Medizinern heißt, Aufschluss über die Ursachen geben. Die Darmspiegelung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Wird nur der Enddarm untersucht, so spricht man beispielsweise von einer Rektoskopie. DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt: „Zur Untersuchung wird ein flexibles oder starres Endoskop verwendet. Dieses ist mit einer Kamera ausgestattet und wird rektal in den Darm-Trakt eingeführt.“

DAK-Arzt Dr. Dankhoff erklärt alles Wissenswerte zur Darmspiegelung

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit

Abführen vor der Darmspiegelung

Vor der Spiegelung muss der Darm des Patienten vollständig entleert werden, um dem Arzt eine bestmögliche Sicht auf die Darmwand zu ermöglichen. Die Praxen klären Sie dafür jeweils über die Darmreinigung auf und versorgen Sie mit dem notwendigen Abführmittel. Sollte das Abführen auf diesem Wege nicht möglich oder notwendig sein, kann zur Darmspülung auch alternativ ein Einlauf gemacht werden. Hierbei wird solange Wasser in den Anus gespült, bis nur noch eine klare Flüssigkeit aus dem Darm austritt. 

Narkose während der Darmspiegelung

Vor der Darmspiegelung werden Sie mit einem Beruhigungsmittel sediert. Sollten Sie dies nicht wünschen, können Sie auch darauf verzichten. Das Schieben des Schlauches und die Zufuhr von Luft zur Entfaltung des Darms können ohne Narkose jedoch unangenehm für Sie sein. Da es sich bei dieser Narkose nur um einen „Dämmerschlaf“ handelt, sind Sie während der Behandlung in einer Art Bewusstlosigkeit. 

Ablauf der Darmspiegelung

Darmspiegelungen können in Arztpraxen oder im Krankenhaus durchgeführt werden. Sie dauern etwa 20 bis 30 Minuten. Über den After wird dabei ein Endoskop in den Darm geführt. Das Endoskop ist ein beweglicher Kunststoffschlauch mit mehreren Kanälen: Ein Kanal für die Videokamera, weitere zur Steuerung von Geräten zur Gewebeentnahme. Bei der Rektoskopie wird ein 30 cm langes starres Endoskop verwendet, da hierbei nur der Enddarm untersucht wird. Die Videokamera zeigt dem Arzt über einen Monitor die Aufnahmen vom Inneren des Darms. Bei Bedarf können dadurch auch Gewebeproben entnommen oder Darmpolypen entfernt werden. 

Welche Risiken gibt es bei der Darmspiegelung?

„Die Darmspiegelung ist ein sehr häufiges und sicheres Verfahren. Komplikationen treten nur in Einzelfällen auf“, beruhigt Dr. Dankhoff. Mögliche Komplikationen sind Blutungen der Darmwand durch kleine Verletzungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder allergische Reaktionen auf die verabreichten Beruhigungsmittel. „Zur Absicherung wird vor der Darmspiegelung die Blutgerinnung bestimmt, damit eine Neigung zu starken Blutungen bei der Abtragung von Polypen ausgeschlossen werden kann“, versichert der Mediziner. Folgende Nebenwirkungen können jedoch trotzdem bei der Darmspiegelung auftreten:

  • Schmerzen durch die Bewegungen des Schlauches

  • Blähungsgefühl

  • Fremdkörpergefühl

  • Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung beim nächsten Toilettengang

  • Blutiger Stuhl

  • Blutdruckschwankungen

  • Fröstelgefühl

Hinweise nach der Darmspiegelung

Da Sie nach der Darmspiegelung geschwächt sein können, sollten Sie sich von einer Begleitperson abholen lassen. Durch die verabreichten Beruhigungsmittel dürfen Sie 24 Stunden nicht Auto fahren und keine Maschinen bewegen. „Am Tag der Darmspiegelung sollen Sie ruhen, Ihre Arbeit können Sie am Folgetag wieder aufnehmen“, so der Rat von Dr. Dankhoff. Etwa drei Stunden nach der Spiegelung können Sie wieder Nahrung zu sich nehmen. Um Ihren Darm nicht zu überfordern, eignet sich aber eher leicht verdauliche Kost. 

Kostenübernahme DAK-Gesundheit bei der Darmspiegelung

Liegt ein medizinischer Grund für die Darmspiegelung vor, werden die Kosten von der DAK-Gesundheit übernommen. Im Rahmen der Darmkrebsvorsorge wird die Koloskopie zur Früherkennung ab einem Alter von 56 Jahren zwei Mal innerhalb von 10 Jahren übernommen. Die Kosten für die Sedierungsspritze der Narkose trägt die DAK-Gesundheit ebenfalls.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 14:20:14 CEST 2016

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