Kupferspirale und Kupferkette: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Hormonfrei langfristig verhüten – das kannst du mit einer Kupferspirale und einer Kupferkette. Doch wie wirken diese kleinen Gebilde eigentlich? Und wo liegen die Unterschiede der beiden Varianten? Hier erfährst du alles Wichtige rund um Einsatz, Unterschiede, Kosten sowie Vor- und Nachteile der Kupferspirale und Kupferkette.
Was sind Kupferspirale und Kupferkette?
Wie wirken die Kupfer-IUPs?
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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Die Wirkung von Kupferspirale und Kupferkette basiert auf der langandauernden, langsamen und stetigen Abgabe von Kupferionen in die Umgebung. Sie haben dabei zwei Effekte:
- Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht so dick auf, dass sie ausreichend dick und gut entwickelt ist, damit sich ein befruchtetes Ei einnisten kann.
- Die Spermien werden in ihrer Beweglichkeit gebremst und verlieren ihre Funktionsfähigkeit, so dass es kaum noch zu einer Befruchtung kommen kann.
Die Liege- und Wirkdauer der Kupfer-IUPs hängt von ihrer Größe ab und beträgt zwischen drei und zehn Jahren. Sie kann aber auf Wunsch vorzeitig entfernt werden.
Wichtig: Kupferspirale und Kupferkette bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei wechselnden Sexualpartnern ist ein zusätzlicher mechanischer Schutz, zum Beispiel mit Kondomen, notwendig.
Kupferspirale und Kupferkette einsetzen
Für beide Kupfer-IUPs ist der optimale Zeitpunkt für das Einsetzen gegen Ende der Monatsblutung, weil der Muttermund leicht geöffnet und die Schleimhaut gerade abgegangen ist.
Die etwa 2,5-3,5 Zentimeter lange, meist T-förmige Kupferspirale wird nach einer eingehenden Untersuchung per Sonde und Ultraschall mit einem Einführungsröhrchen durch den Gebärmutterhals in den Uterus geschoben. Dort öffnet sich das T, so dass die „Ärmchen“ Halt in den seitlichen Schleimhäuten der Gebärmutter finden.
Die Kupferkette – ein zwei bis drei Zentimeter langer Nylonfaden mit vier bis sechs kleinen Kupferzylindern – wird über einen winzigen Knoten an der oberen Gebärmutterwand befestigt. Auch für diesen Eingriff ist eine sorgfältige Vorbereitung nötig. Nicht jede Praxis kann diesen Eingriff durchführen.
Für wen eignen sich die Kupfer-IUPs?
Beide Varianten der Verhütung mit Kupfer sind besonders gut für Frauen geeignet, die
- eine Langzeitverhütung für mehrere Jahre wünschen.
- hormonfrei verhüten möchten oder müssen, weil sie Hormone nicht vertragen.
- eine regelmäßige Hormoneinnahme nicht umsetzen können oder möchten.
- ihre Sexualität in den Wechseljahren ohne Gefahr einer Schwangerschaft genießen möchten, ohne dabei Hormone einzunehmen.
- noch stillen, wobei die Kupfer-IUPs frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt gelegt werden können.
- eine sehr sichere Notfallverhütung nach ungeschütztem Verkehr benötigen (Das Einsetzen muss innerhalb von fünf Tagen erfolgen).
Während man früher die Kupferspirale vor allem bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch eingesetzt hat, kommt die Methode heute dank der winzigen Kupferkette auch immer öfter bei jungen Frauen zur Anwendung. Anders als die Kupferspirale ist die winzige Kupferkette auch für eine kleine Gebärmutter vor der ersten Schwangerschaft gut geeignet.
Der Vorteil: Die Kupfer-IUPs beeinflussen nicht die natürlichen Hormonspiegel. Junge Mädchen und Frauen entwickeln sich und ihren Zyklus ohne hormonelle Intervention. Wird das Kupferpräparat entfernt ist die Fruchtbarkeit in der Regel ab dem Folgemonat wieder voll gegeben.
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Wie liegen die Unterschiede von Kupferspirale und -kette?
Auch wenn die verhütende Wirkung bei beiden Kupfer-IUPs gleich ist, so unterscheiden sie sich doch deutlich in ihrer Form, Befestigung, Verträglichkeit und Eignung für bestimmte Formen der Gebärmutter.
Im Folgenden findest du einen Überblick im direkten Vergleich zwischen Kupferspirale und Kupferkette:
Punkt | Kupferspirale | Kupferkette |
| Form / Aufbau | Mit Kupferdraht umwickelter Kunststoffrahmen in T‑ oder Ankerform | Vier bis sechs auf einem Nylonfaden aufgefädelte Kupferröhrchen („Perlenkette“) |
| Befestigung | Mithilfe der Querarme in der Gebärmutterhöhle verankert; stützt sich an den Wänden ab | Faden wird mit kleinem Knoten oben in der Gebärmutterwand (Fundus) verankert, von wo er frei herunterhängt |
| Flexibilität | Starrer Grundkörper, daher etwas mehr „Fremdkörpergefühl“ | Sehr flexibel; passt oft auch bei kleiner oder verformter Gebärmutter |
| Blutung & Schmerzen | Häufiger stärkere und längere Regelblutung, oft mit Krämpfen | Geringere Beeinflussung der Blutung |
| Verrutschen / Ausstoßung | Gelegentlich sind Verrutschen oder Verlust bekannt | In den ersten zwei bis drei Monaten Gefahr des Verlusts, danach sehr festsitzend |
| Anatomische Voraussetzungen | Gebärmutter muss ausreichend groß und gleichmäßig geformt sein, daher nicht für Jugendliche geeignet | Nur einsetzbar, wenn Gebärmutterwand ausreichend dick ist; auch für eine kleine Gebärmutter geeignet |
Kupferspirale und Kupferkette: Vor- und Nachteile
Du interessiert dich für die Kupferspirale und Kupferkette? Wie so oft finden sich auch bei dieser Verhütungsmethode Vor- und Nachteile. Wir geben dir einen Überblick:
Vorteile der Verhütung mit Kupferpräparaten
- Langzeitverhütung mit geringem Aufwand und ohne Einschränkungen für ein spontanes Sexleben
- Hohe Sicherheit ohne Risiko von Anwendungsfehler wie das Vergessen der Pille
- Hormonfrei – dein Zyklus bleibt ganz natürlich erhalten
- Keine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit – nach dem Ziehen kannst du sofort schwanger werden
- Keine Nebenwirkungen auf Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System wie bei Hormonen
- Kompatibel mit dem Stillen
- Günstiger als die meisten hormonellen Verhütungsvarianten
Nachteile und Nebenwirkungen der Kupfer-IUPs
Perfekt ist nichts – auch nicht die Kupfer-IUPs. Doch welche Nachteile und Nebenwirkungen haben Kupferspirale und Kupferkette? Wir klären auf:
- Keine eigenständige Anwendung: Einsetzen und Ziehen erfolgt in der Frauenarztpraxis, die Kosten fürs Einsetzen und Entfernen werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Eine regelmäßige Kontrolle alle sechs Monate ist notwendig.
- Kupferspirale-Nebenwirkungen: Ein Fremdkörpergefühl kann dich stören oder du kannst von stärkeren Monatsblutungen betroffen sein. Diese Nachteile treten aber vor allem bei der Kupferspirale auf, selten jedoch bei der Kupferkette.
- Kosten: einmaliger hoher Betrag, statt monatlicher Ausgaben.
In Summe: Kupferspirale und Kupferkette sind eine interessante Alternative zur Hormonspirale und zur Pille, weil sie hormonfrei vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Was genau die richtige Verhütungsmethode für dich ist, besprichst du am besten mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen.
Häufige Fragen zur Hormonspirale
Für wen sind Kupferspirale und Kupferkette nicht geeignet?
Die Kupferspirale ist relativ groß und deshalb für junge Frauen und Mädchen vor der ersten Schwangerschaft sowie generell bei kleiner oder fehlgebildeter Gebärmutter nicht geeignet. Da sie die Monatsblutung verstärken kann, ist die Kupferspirale für Frauen mit starken Periodenblutung nicht empfehlenswert. Alternativ kann aber in beiden Fällen die Kupferkette zum Einsatz kommen, weil sie kleiner und flexibler ist.
Schwanger trotz Kupferspirale – kommt das oft vor?
Grundsätzlich kann es trotz eines Kupfer-IUPs in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft kommen. Häufig lässt sich das auf ein Verrutschen, den vollständigen Verlust oder eine zu lange Liegedauer zurückführen. Tritt eine Schwangerschaft ein, sollte das Kupferpräparat entfernt werden.
Wie hoch sind die Kosten für Kupferspirale und Kupferkette?
Warum keine Tampons während der Kupferkette?
In den ersten zwei Monaten nach dem Einsetzen der Kupferkette solltest du auf die Anwendung von Tampons verzichten. In dieser Zeit muss der kleine Knoten am Ende der Kupferkette in die Gebärmutterwand einwachsen, damit deine Kupferkette fest fixiert ist. Zu Anfang könnte sich das untere Ende im Tampon verfangen und du die Kupferkette so unabsichtlich mit herausziehen. Ab dem dritten Monat kannst du wie gewohnt während der Menstruation auf Tampons zurückgreifen.
Warum mögen Spermien Kupfer nicht?
Kupferionen greifen in die Beweglichkeit und den Stoffwechsel der Spermien ein und „legen sie lahm“. Sie verlieren ihre Fähigkeit der Fortbewegung und können so nicht bis in den Eileiter schwimmen, wo sie auf ein reifes Ei treffen könnten.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





