Kupferspirale und Kupferkette: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Kupferspirale und Kupferkette: Eine Ärztin erklärt das Einsetzen einer Kupferspirale

Hormonfrei langfristig verhüten – das kannst du mit einer Kupferspirale und einer Kupferkette. Doch wie wirken diese kleinen Gebilde eigentlich? Und wo liegen die Unterschiede der beiden Varianten? Hier erfährst du alles Wichtige rund um Einsatz, Unterschiede, Kosten sowie Vor- und Nachteile der Kupferspirale und Kupferkette.

Was sind Kupferspirale und Kupferkette?

Seit mehr als 50 Jahren wird Kupfer in der Verhütung eingesetzt. Anfangs waren die auch als Intrauterinpessare (IUP) bezeichneten, mit Kupferdraht ummantelten Kunststoffkörper tatsächlich spiralförmig und gaben der Kupferspirale ihren Namen. Heute ist der Grundkörper eher Anker- oder T-förmig. Seit etwa 20 Jahren gibt es mit der Kupferkette eine kleinere und flexiblere Weiterentwicklung der Kupferspirale. Sie besteht aus drei bis sechs winzigen Kupferzylindern, welche auf einen medizinischen Nylonfaden aufgefädelt sind. 
Kupferspirale und Kupferkette gehören wie die Hormonspirale oder das Verhütungsstäbchen zu den Langzeit-Verhütungsmitteln. Sie arbeiten allerdings ohne Hormone und beeinflussen so den natürlichen, weiblichen Zyklus nicht. Die heute auch immer häufiger unter der Bezeichnung Kupfer-Intrauterinpessare (Kupfer-IUP) im Handel erhältlichen Kupfer-Präparate müssen durch Fachpersonal eingesetzt werden. 

Wie wirken die Kupfer-IUPs?

Die Wirkung von Kupferspirale und Kupferkette basiert auf der langandauernden, langsamen und stetigen Abgabe von Kupferionen in die Umgebung. Sie haben dabei zwei Effekte:

  • Die Beweglichkeit der Spermien wird dadurch gehemmt.

  • Das Milieu in der Gebärmutter wird dadurch verändert und verhindert so das Einnisten einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter.

Für moderne Kupfer-IUPs liegt der Pearl-Index typischerweise bei ca. 0,3–0,8 (modellabhängig). Ein Bereich bis 3 beschreibt veraltete Modelle oder Anwendungsbedingungen mit höherer Versagerrate. Für moderne Produkte liegt der Pearl-Index bei Kupferspirale und Kupferkette bei unter eins. 

Die Liege- und Wirkdauer der Kupfer-IUPs hängt von ihrer Größe ab und beträgt zwischen drei und zehn Jahren. Sie kann aber auf Wunsch vorzeitig entfernt werden. 

Wichtig: Kupferspirale und Kupferkette bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei wechselnden Sexualpartnern ist ein zusätzlicher mechanischer Schutz, zum Beispiel mit Kondomen, notwendig.

Kupferspirale und Kupferkette einsetzen

Für beide Kupfer-IUPs ist der optimale Zeitpunkt für das Einsetzen gegen Ende der Monatsblutung, weil der Muttermund leicht geöffnet und die Schleimhaut gerade abgegangen ist. 

Die etwa 2,5 bis 3,5 Zentimeter lange, meist T-förmige Kupferspirale wird nach einer eingehenden Untersuchung per Sonde und Ultraschall mit einem Einführungsröhrchen durch den Gebärmutterhals in den Uterus geschoben. Dort öffnet sich das T und die „Querarme" entfalten sich in der Gebärmutterhöhle und stabilisieren die Lage der Kupferspirale.

Die Kupferkette – ein zwei bis drei Zentimeter langer Nylonfaden mit vier bis sechs kleinen Kupferzylindern – wird über einen winzigen Knoten an der oberen Gebärmutterwand befestigt. Auch für diesen Eingriff ist eine sorgfältige Vorbereitung nötig. Nicht jede Praxis kann diesen Eingriff durchführen. 

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Für wen eignen sich die Kupfer-IUPs?

Beide Varianten der Verhütung mit Kupfer sind besonders gut für Frauen geeignet, die

  • eine Langzeitverhütung für mehrere Jahre wünschen.
  • hormonfrei verhüten möchten oder müssen, weil sie Hormone nicht vertragen.
  • eine regelmäßige Hormoneinnahme nicht umsetzen können oder möchten.
  • ihre Sexualität in den Wechseljahren ohne Gefahr einer Schwangerschaft genießen möchten, ohne dabei Hormone einzunehmen.
  • noch stillen, wobei die Kupfer-IUPs frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt gelegt werden können.
  • eine sehr sichere Notfallverhütung nach ungeschütztem Verkehr benötigen (Das Einsetzen muss innerhalb von fünf Tagen erfolgen). 

Während man früher die Kupferspirale vor allem bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch eingesetzt hat, kommt die Methode heute dank der winzigen Kupferkette auch immer öfter bei jungen Frauen zur Anwendung. Anders als die Kupferspirale ist die winzige Kupferkette auch für eine kleine Gebärmutter vor der ersten Schwangerschaft gut geeignet.

Der Vorteil: Die Kupfer-IUPs beeinflussen die natürlichen Hormonspiegel nicht. Junge Mädchen und Frauen entwickeln sich und ihren Zyklus ohne hormonelle Intervention. Die Fruchtbarkeit kehrt unmittelbar nach Entfernung der Kupfer-IUP zurück.

Wie liegen die Unterschiede von Kupferspirale und -kette?

Auch wenn die verhütende Wirkung bei beiden Kupfer-IUPs gleich ist, so unterscheiden sie sich doch deutlich in ihrer Form, Befestigung, Verträglichkeit und Eignung für bestimmte Formen der Gebärmutter. 

Im Folgenden findest du einen Überblick im direkten Vergleich zwischen Kupferspirale und Kupferkette: 

Punkt

Kupferspirale

Kupferkette

Form / AufbauMit Kupferdraht umwickelter Kunststoffrahmen in T‑ oder AnkerformVier bis sechs auf einem Nylonfaden aufgefädelte Kupferröhrchen („Perlenkette“) 
BefestigungMithilfe der entfalteten „Querarme" in der Gebärmutterhöhle wird die Lage der Kupferspirale stabilisiertFaden wird mit kleinem Knoten oben in der Gebärmutterwand (Fundus) verankert, von wo er frei herunterhängt
FlexibilitätStarrer Grundkörper, daher etwas mehr „Fremdkörpergefühl“ Sehr flexibel; passt oft auch bei kleiner oder verformter Gebärmutter
Blutung & SchmerzenHäufiger stärkere und längere Regelblutung, oft mit KrämpfenVerstärkte und verlängerte Menstruation sowie stärkere Regelschmerzen
Verrutschen / AusstoßungGelegentlich Verrutschen oder Verlust In den ersten zwei bis drei Monaten Gefahr des Verlusts, danach sehr festsitzend
Anatomische Voraussetzungen

Einschränkungen bestehen bei sehr kleiner Gebärmutterhöhle, bestimmten Fehlbildungen und individuellen anatomischen Voraussetzungen. 

Eine pauschale Nicht-Eignung für Jugendliche besteht nicht.

Nur einsetzbar, wenn Gebärmutterwand ausreichend dick ist; 
auch für eine kleine Gebärmutter geeignet

Kupferspirale und Kupferkette: Vor- und Nachteile

Du interessiert dich für die Kupferspirale und Kupferkette? Wie so oft finden sich auch bei dieser Verhütungsmethode Vor- und Nachteile. Wir geben dir einen Überblick:

Vorteile der Verhütung mit Kupferpräparaten

  • Langzeitverhütung mit geringem Aufwand und ohne Einschränkungen für ein spontanes Sexleben
  • Hohe Sicherheit ohne Risiko von Anwendungsfehler wie das Vergessen der Pille
  • Hormonfrei – dein Zyklus bleibt ganz natürlich erhalten
  • Keine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit – nach dem Ziehen kannst du sofort schwanger werden
  • Keine Nebenwirkungen auf Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System wie bei Hormonen
  • Kompatibel mit dem Stillen
  • Günstiger als die meisten hormonellen Verhütungsvarianten

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Nachteile und Nebenwirkungen der Kupfer-IUPs

Perfekt ist nichts – auch nicht die Kupfer-IUPs. Doch welche Nachteile und Nebenwirkungen haben Kupferspirale und Kupferkette? Wir klären auf:

  • Keine eigenständige Anwendung: Einsetzen und Ziehen erfolgt in der Frauenarztpraxis, die Kosten fürs Einsetzen und Entfernen werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Eine regelmäßige Kontrolle alle vier bis acht Wochen nach Einlage ist empfohlen. Danach sollte der Sitz der Kupfer- IUP etwa einmal im Jahr kontrolliert werden.
  • Kupferspirale-Nebenwirkungen: Es kann zu einem störenden Fremdkörpergefühl kommen. Sowohl bei der Kupferspirale als auch bei der Kupferkette werden die Regelblutungen meist stärker. Manche Frauen haben zudem stärkere Regelschmerzen. Zwischenblutungen sind selten und treten meist nur in den ersten Monaten nach der Einlage auf.
  • Kosten: einmaliger hoher Betrag, statt monatlicher Ausgaben.

In Summe: Kupferspirale und Kupferkette sind eine interessante Alternative zur Hormonspirale und zur Pille, weil sie hormonfrei vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Was genau die richtige Verhütungsmethode für dich ist, besprichst du am besten mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. 

Häufige Fragen zur Kupferspirale

Für wen sind Kupferspirale und Kupferkette nicht geeignet?

Die Kupferspirale ist relativ groß und deshalb ist sie bei sehr kleiner Gebärmutterhöhle, bestimmten Fehlbildungen und individuellen anatomischen Voraussetzungen der Gebärmutter nicht geeignet. Da sie die Monatsblutung verstärken kann, ist die Kupferspirale für Frauen mit starken Periodenblutung nicht empfehlenswert. 

Schwanger trotz Kupferspirale – kommt das oft vor?

Grundsätzlich kann es trotz eines Kupfer-IUPs in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft kommen. Häufig lässt sich das auf ein Verrutschen, den vollständigen Verlust oder eine zu lange Liegedauer zurückführen. Tritt eine Schwangerschaft ein, sollte das Kupferpräparat möglichst früh entfernt werden. 

Wie hoch sind die Kosten für Kupferspirale und Kupferkette?

Im Schnitt muss man mit Kosten von etwa 500 Euro rechnen. Wie viel genau, hängt von Modell und Kosten für die Beratung und Behandlung bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt ab. Berechnet auf eine Liegedauer von zehn Jahren liegen die Kosten damit nur knapp über acht Euro pro Monat. Informiere dich hier zur Kostenübernahme bei Verhütungsmitteln

Warum keine Tampons während der Kupferkette?

In den ersten zwei Monaten nach dem Einsetzen der Kupferkette solltest du auf die Anwendung von Tampons verzichten. Die Kupferkette wird mittels eines Fixationsknotens in die Gebärmutterwand verankert. Es erfolgt eine mechanische Fixierung und anschließend eine narbige Stabilisierung, diese Stabilisierung benötigt ca. zwei Monate. Ab dem dritten Monat kannst du wie gewohnt während der Menstruation auf Tampons zurückgreifen. 

Warum mögen Spermien Kupfer nicht?

Kupferionen greifen in die Beweglichkeit und den Stoffwechsel der Spermien ein und „legen sie lahm“. Sie verlieren ihre Fähigkeit der Fortbewegung und können so nicht bis in den Eileiter schwimmen, wo sie auf ein reifes Ei treffen könnten. 

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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