Erkältet zur Arbeit: Was ist erlaubt und wann sollte ich zu Hause bleiben?

Hier erfährst du, welche Anzeichen ein klares Signal sind, zu Hause zu bleiben und was du arbeitsrechtlich beachten musst.
Darf man mit einer Erkältung zur Arbeit gehen?
Ja, ein gesetzliches Verbot, erkältet zur Arbeit zu gehen, gibt es in Deutschland nicht. Maßgeblich ist deine Arbeitsfähigkeit: Kannst du deine Tätigkeit erfüllen, ohne dich selbst oder andere zu gefährden? Diese Einschätzung triffst du selbst, im Zweifel gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wie sinnvoll das ist, hängt stark von deinem Arbeitsumfeld ab:
- Homeoffice mit leichtem Schnupfen: Das ist meist vertretbar.
- Großraumbüro oder Kundenkontakt: Das Ansteckungsrisiko wiegt schwerer als ein halber Arbeitstag Output.
- Körperlich fordernde Arbeit, Maschinen, Fahrdienst: Nachlassende Konzentration wird hier zum Sicherheitsrisiko.
- Pflege, Kita, Lebensmittelverarbeitung: In diesen Bereichen können besonders schutzbedürftige Personen oder Lebensmittel mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Deshalb gelten je nach Tätigkeit und Einrichtung besondere Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben. Bei einer Erkältung solltest du dich deshalb vor Arbeitsbeginn bei deinem Arbeitgeber informieren, ob für deine Tätigkeit besondere Vorgaben gelten. Frag im Zweifel den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin.
Doch dem stehen Nachteile gegenüber: Wer trotz deutlicher Beschwerden arbeitet, kann sich zusätzlich belasten. Deine Leistung sinkt und die Genesung dauert oft länger. Wer einen Tag früher zu Hause bleibt, fällt am Ende häufig kürzer aus. Daher spricht vieles dafür, sich rechtzeitig zu schonen und auszukurieren.
Wann brauchst du für deinen Arbeitgeber eine Krankschreibung?
Gesetzlich gilt: Du musst deine Arbeitsunfähigkeit sofort deinem Arbeitgeber melden. Eine ärztliche Bescheinigung – die Krankmeldung oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – ist erst ab dem vierten Kalendertag verpflichtend. Dein Arbeitgeber kann jedoch schon ab dem ersten Tag ein Attest verlangen.
Übrigens, wenn du krank bist, musst du nicht immer persönlich zur Praxis. Die telefonische Krankschreibung geht schnell, bequem und ohne langen Aufenthalt im Wartezimmer. Einfach Praxis anrufen und nachfragen, ob sie für dich in Frage kommt.
Arbeiten trotz Krankschreibung
eAU: Elektronische Krankmeldung
Um die Übermittlung der Krankschreibung zum Arbeitgeber und der Krankenkasse müssen sich DAK-Versicherte nicht selbst kümmern. Das läuft elektronisch.
Symptom-Check: Welche Anzeichen ein klares Signal sind, zu Hause zu bleiben
Fieber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper auf eine Infektion reagiert. Wer Fieber hat, sollte sich körperlich schonen und in der Regel zu Hause bleiben. Auch diese Anzeichen sprechen für einen Krankentag:
- Fieber ab etwa 38 Grad oder Schüttelfrost
- sehr starke Glieder- und Kopfschmerzen oder ein plötzlicher, heftiger Krankheitsbeginn – das kann auf eine Grippe statt einer Erkältung hindeuten
- ausgeprägte Abgeschlagenheit oder Schwindel, weil deine Konzentration dann messbar nachlässt
- starker Husten, der dich deutlich erschöpft oder deine Arbeit beeinträchtigt
- Druck auf der Brust, Luftnot oder Herzstolpern – das gehört ärztlich abgeklärt
- Beschwerden, die nach einigen Tagen nicht besser werden oder sich deutlich verschlimmern
Wie lange besteht Ansteckungsgefahr für dein Team?
- Inkubationsphase, ein bis drei Tage vor den ersten Symptomen: Die Viren vermehren sich unbemerkt. Anstecken kannst du andere trotzdem schon.
- Akutphase, Tag eins bis fünf nach Symptombeginn: Die Ansteckungsgefahr ist am größten. Erkältungsviren werden vor allem über virushaltige Partikel beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Auch eine Übertragung über Hände und gemeinsam berührte Gegenstände ist möglich.
- Abklingphase, ab Tag sieben bis zehn: Die Ansteckungsgefahr sinkt deutlich. Ein hartnäckiger Husten kann aber weiter Viren verbreiten.
Musst du trotzdem ins Büro, senkst du das Risiko für das Team spürbar mit Folgendem:
- Hände mehrmals täglich mindestens 20 Sekunden mit Seife waschen
- in die Armbeuge niesen und husten, Einmaltaschentücher sofort entsorgen
- auf Händeschütteln und Umarmungen verzichten
- mehrmals täglich stoßlüften
- Meetings digital abhalten und in Gemeinschaftsräumen Abstand halten
Wann kannst du bei Erkältung wieder arbeiten? So findest du den richtigen Zeitpunkt
DAK Online-Videosprechstunde
Bist du unsicher, ob du schon so weit bist, klärt das die DAK Online-Videosprechstunde schnell und ohne Wartezimmer.
Jetzt die DAK Online-Videosprechstunde nutzen.
Zurück an den Arbeitsplatz kannst du, wenn diese Kriterien erfüllt sind:
- mindestens 24 Stunden fieberfrei, ohne fiebersenkende Medikamente
- Symptome deutlich abgeklungen, kein starker oder produktiver Husten mehr, der dich einschränkt
- genug Kraft für einen normalen Arbeitstag
Ein trockener Husten kann noch länger anhalten und ist in der Regel kein Grund, länger zu Hause zu bleiben. Laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dauert es bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage, bis der Husten vollständig abklingt. Steig trotzdem ruhig ein: zuerst die wichtigsten Aufgaben, in den ersten sieben bis vierzehn Tagen nach einem fieberhaften Infekt keine schweren körperlichen Belastungen.
So beugst du Erkältungen vor
- ausreichend Schlaf und Stressreduktion
- regelmäßiges Händewaschen
- ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst
- Bewegung an der frischen Luft
- jährliche Grippeimpfung, besonders für Risikogruppen
- Räume regelmäßig lüften
Mehr Infos unter: Erkältung vorbeugen: So schützt du dich wirksam im Alltag
Häufige Fragen zum Thema „Erkältet zur Arbeit?“
Bin ich versichert, wenn ich trotz Krankschreibung arbeite?
Ist Homeoffice bei einer Erkältung eine gute Alternative?
Ab wie viel Grad Fieber gilt man als arbeitsunfähig?
Hilft eine Maske im Büro, wenn ich leicht erkältet bin?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Erkältung im Sommer: Das hilft
Symptome erkennen und schnell wieder gesund werden

Erkältung: Wie lange ist man ansteckend?
Wann du aufpassen solltest, um andere nicht anzustecken.

Ständig erkältet? Ursachen, was hilft und wann zum Arzt
Tipps und Maßnahmen, mit denen Sie wiederkehrenden Erkältungen effektiv vorbeugen.

