Grippe oder Erkältung? Das ist der Unterschied

Der Kopf brummt, die Nase läuft und du fühlst dich schlapp – aber ist das jetzt „nur“ eine Erkältung oder schon eine echte Grippe? Erfahre, woran du den Unterschied erkennst, welche Symptome typisch für eine Grippe sind, was eher für eine Erkältung spricht und warum der Krankheitsbeginn dabei eine wichtige Rolle spielt. So kannst du besser einschätzen, was hinter deinen Beschwerden steckt, was dir jetzt guttut und wie du deine Mitmenschen wirksam vor Ansteckung schützen kannst.
Grippe und Erkältung: Das unterscheidet die Erkrankungen
Grippe und Erkältung können zwar ähnliche Symptome aufweisen, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten, wie etwa
- den Erregern,
- wie plötzlich die Erkrankung beginnt,
- wie stark die Beschwerden sind und
- wie lange sie anhalten.
Folgende Tabelle zeigt alle Unterschiede auf einen Blick:
| Erkältung (grippaler Infekt) | Grippe (Influenza) | |
|---|---|---|
| Erreger | Verschiedene Erkältungsviren (beispielsweise Rhinoviren) | Influenzaviren (Influenza A oder B) |
| Übertragung | Tröpfchen-/Schmierinfektion | Tröpfchen-/Schmierinfektion |
| Ansteckung | Eine Erkältung ist ansteckend kurz vor Symptombeginn, meist drei bis sieben Tage lang, besonders bei starkem Husten und Schnupfen | Ansteckend rund einen Tag vor Beginn der Symptome, meist fünf bis sieben Tage lang |
| Krankheitsbeginn | Langsam, schleichend: Symptome bauen sich über ein bis zwei Tage auf | Plötzlich: innerhalb weniger Stunden verspürst du ein deutliches Krankheitsgefühl |
| Krankheitsverlauf | Meist mild bis mäßig, Beschwerden gut auszuhalten, oft noch etwas alltagsfähig | Deutlich schwerer, starkes Krankheitsgefühl, Betroffene fühlen sich oft „komplett K.O.“ |
| Krankheitsdauer | In der Regel fünf bis sieben Tage, Husten kann etwas länger bleiben | Meist sieben bis 14 Tage, Erschöpfung und Schwäche können noch mehrere Wochen anhalten |
| Fieber | Selten oder nur leichtes Fieber | Häufig hohes Fieber (über 38,5 °C), oft mit Schüttelfrost |
| Husten | Anfangs oft nur leichter Reizhusten, später produktiver Husten möglich | Häufig trockener, quälender Husten, kann stark ausgeprägt sein |
| Kopf- und Gliederschmerzen | Möglich, aber meist leichter ausgeprägt | Sehr häufig und stark, wird oft als „Ganzkörper-Schmerzen“ empfunden |
| Leistungsfähigkeit | Leicht bis mäßig eingeschränkt, viele können sich noch im Alltag bewegen | Stark reduziert, selbst einfache Tätigkeiten fallen schwer |
| Erholung nach der Krankheit | Meist rasche Erholung, nach einigen Tagen fühlt man sich wieder fit | Erholung oft verzögert, Müdigkeit und Schwäche können noch länger nachklingen |
Wie verhalte ich mich bei einer Grippe und wie bei einer Erkältung?
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Wenn dich ein Infekt erwischt, ist es wichtig, deinen Körper passend zu unterstützen – je nachdem, ob du eine Grippe oder eine Erkältung hast. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln kannst du den Verlauf positiv beeinflussen und gleichzeitig andere vor Ansteckung schützen.
So verhältst du dich bei einer Grippe richtig
- Strikte Bettruhe: Dein Körper braucht jetzt echte Erholung.
- Viel trinken, vor allem bei Fieber (mindestens ein bis zwei Liter am Tag).
- Bei Bedarf fieber- und schmerzlindernde Medikamente einnehmen.
- Leichte, gut verdauliche Kost wie Suppe, Brot oder etwas Obst bevorzugen.
- Zuhause bleiben, bis du fieberfrei bist und dich deutlich besser fühlst.
So unterstützt du deinen Körper bei einer Erkältung
- Höre auf deinen Körper und ruhe dich aus, aber du musst nicht zwingend den ganzen Tag im Bett bleiben.
- Ausreichend trinken (Wasser, ungesüßten Tee), damit die Schleimhäute feucht bleiben.
- Bei Bedarf Medikamente wie Nasensprays nehmen oder zu Hausmitteln bei Erkältung greifen.
- Leichte Bewegung ist in Ordnung, solange du kein Fieber hast und dich dazu in der Lage fühlst.
- Zu Hause bleiben, solange du stark hustest oder niest, um andere nicht anzustecken.
Wann sollte ich bei Erkältung oder Grippe zur Ärztin oder zum Arzt gehen?
Nicht bei jeder Erkältung oder Grippe musst du sofort eine Arztpraxis aufsuchen, doch es gibt klare Warnzeichen, die das Einholen medizinischen Rates empfehlen. So schützt du deine Gesundheit und vermeidest mögliche Komplikationen.
Du solltest dich ärztlich untersuchen lassen, wenn:
- du sehr hohes Fieber hast (über 39 °C) oder Fieber länger als drei Tage anhält
- sich deine Beschwerden nach ein paar Tagen nicht bessern, sondern deutlich verschlimmern
- du starke Atemnot, pfeifende Atmung, Brustschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust bekommst
- starke Kopf-, Gesichts- oder Ohrenschmerzen auftreten (Hinweis auf Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung)
Besonders wichtig ist ein Arztbesuch, wenn du zu einer Risikogruppe gehörst, zum Beispiel wenn du älter als 60 Jahre oder schwanger bist, oder gar unter einer chronischen Krankheit leidest. Bei Babys und kleinen Kindern solltest du sicherheitshalber ebenfalls ärztlichen Rat einholen.
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit Grippe oder Erkältung schützen?
Wenn alle um dich herum husten und schniefen, willst du dich selbst natürlich so gut wie möglich schützen – egal ob vor einer Erkältung oder vor einer Grippe. Mit ein paar einfachen Alltagsregeln kannst du dein Ansteckungsrisiko deutlich senken.
Gute Handhygiene:
- Hände regelmäßig und gründlich waschen (mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Wasser und Seife).
- Möglichst nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen – vor allem nicht an Augen, Nase und Mund.
- Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist: ein Händedesinfektionsmittel benutzen.
Abstand zu Kranken halten:
- Zu hustenden oder niesenden Personen möglichst ein bis zwei Meter Abstand halten.
Atemwegshygiene:
- Husten und niesen in die Armbeuge oder in ein Taschentuch.
- Benutzte Taschentücher direkt entsorgen.
- Die jährliche Grippeimpfung ist der wirksamste Schutz vor einer echten Influenza. Diese wird besonders empfohlen für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen und für Menschen, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Immunsystem stärken:
- ausreichend Schlaf und möglichst wenig Stress
- eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und genügend Eiweiß
- regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
Räume lüften und Menschenansammlungen meiden:
- Viren verbreiten sich leichter in schlecht gelüfteten, engen Räumen.
- Besonders im Winter Innenräume regelmäßig lüften.
- Große Menschenansammlungen nach Möglichkeit meiden.
Masken tragen:
- In öffentlichen Verkehrsmitteln oder engen Innenräumen kann eine gut sitzende Maske das Ansteckungsrisiko deutlich reduzieren.
Häufige Fragen zum Thema Erkältung oder Grippe
Du hast noch eine Frage? Hier gibt es weitere Antworten zum Thema Erkältung oder Grippe.
Kommt eine Erkältung von Kälte?
Nein, Kälte allein macht dich nicht krank. Auslöser einer Erkältung sind immer Viren. Aber: Kälte kann die Schleimhäute schwächen, sodass sich Erkältungsviren leichter festsetzen – deshalb erkälten sich viele in der kalten Jahreszeit schneller.
Wie erkenne ich, ob ich Corona, Grippe oder Erkältung habe?
Corona, Grippe und Erkältung können sehr ähnliche Symptome haben (Husten, Fieber, Halsweh, Müdigkeit). Bei unklaren oder stärkeren Beschwerden hilft ein Test (etwa PCR oder Antigen) dabei, COVID-19 zu erkennen oder auszuschließen. Auch für Grippe gibt es Tests, sie sind aber weniger weit verbreitet. Gängiger sind hingegen Kombi-Tests, die Corona und Grippe erkennen lassen.
Wie unterscheiden sich Influenza-A- und Influenza-B-Viren?
Beide verursachen die „echte“ Grippe. Influenza-A-Viren verändern sich häufiger und sind oft für größere Grippewellen und Pandemien verantwortlich. Influenza-B-Viren zirkulieren meist etwas konstanter, können aber ebenfalls deutliche Krankheitssymptome auslösen.
Fachbereich der DAK-Gesundheit

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