Erkältung: Wie lange ist man ansteckend?

Du bist erkältet, fühlst dich schlapp und fragst dich: „Darf ich so ins Büro?“, oder „Stecke ich Oma und Opa am Wochenende an?“ Diese Fragen sind völlig berechtigt – denn bei einer Erkältung geht es nicht nur darum, wie es dir geht, sondern auch darum, wie lange du für andere ansteckend bist. Erfahre, wie eine Erkältung abläuft, ab wann du andere anstecken kannst, wie lange die Ansteckungsgefahr typischerweise besteht und was du konkret tun kannst, um dein Umfeld zu schützen.
Was ist eine Erkältung?
Eine Erkältung – auch „grippaler Infekt“ genannt – ist eine Virusinfektion der oberen Atemwege, also vor allem von Nase, Rachen und teilweise den Bronchien. Sie wird fast immer durch Erkältungsviren ausgelöst, zum Beispiel Rhinoviren, aber auch andere Viren können beteiligt sein. Eine bakterielle Infektion kann sich manchmal auf eine bestehende Erkältung draufsetzen. Dann ist ärztliche Abklärung wichtig.
Wie steckt man sich mit einer Erkältung an?
Erkältungen betreffen vor allem die oberen Atemwege und und werden durch Viren verursacht, die leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dabei gibt es verschiedene Wege, wie du dich mit einer Erkältung bei jemandem ansteckst – und andersherum.
Tröpfcheninfektion: Niesen, Husten & Sprechen
Beim Niesen, Husten oder lauten Sprechen entstehen winzige Tröpfchen, die Erkältungsviren enthalten.
Diese Tröpfchen schweben kurz in der Luft und können von anderen eingeatmet werden. Sie landen auf den Schleimhäuten von Nase, Mund oder Rachen – dort siedeln sich die Viren an und lösen die nächste Virusinfektion aus. Je näher du anderen kommst (zum Beispiel im vollen Bus, im Büro oder bei Treffen mit der Familie), desto größer ist die Ansteckungsgefahr. Beim kräftigen Niesen entstehen besonders viele Tröpfchen – deshalb ist eine gute Niesetikette (in den Ellenbogen oder ein Tuch niesen) so entscheidend.
Schmierinfektion und Virenfallen im Alltag
Erkältungsviren sind Meister darin, auf Oberflächen haften zu bleiben. Typische Virenfallen im Alltag sind zum Beispiel:
- Türgriffe, Lichtschalter
- Haltestangen in Bus und Bahn
- Tastaturen, Touchscreens, Handys
- Spielzeug, Fernbedienungen
- Tassen, Gläser, Besteck
So läuft eine Schmierinfektion ab:
- Eine erkältete Person niest in die Hand oder putzt sich die Nase.
- Mit dieser Hand fasst sie eine Oberfläche an (Türklinke, Haltestange, Tastatur).
- Du fasst später dieselbe Fläche an.
- Danach reibst du dir die Augen oder fasst dir an Nase oder Mund.
- Die Erkältungsviren gelangen auf deine Schleimhäute und sorgen dort für den Infekt.
Darum sind Hände die wichtigsten „Transportmittel“ für Erkältungsviren – und regelmäßiges Händewaschen so wirksam gegen eine Ansteckung.
Wie lange ist eine Erkältung ansteckend?
- Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen. Für Erkältungsviren liegt sie im Schnitt bei ein bis drei Tagen. In dieser Phase vermehren sich die Viren bereits in deinen Atemwegen – du merkst davon aber oft noch nichts. Viele Menschen sind ein bis zwei Tage vor den ersten Symptomen bereits ansteckend.
- Während der Symptome bist du in den ersten drei bis fünf Tagen, nachdem die Symptome begonnen haben, am ansteckendsten. In dieser Zeit schießt du beim Husten, Niesen und Sprechen besonders viele Viren in die Umgebung.
- Nach Abklingen der Symptome nimmt die Ansteckungsgefahr ab. Nach etwa sieben bis zehn Tagen, wenn du dich wieder fit fühlst und keine frischen Symptome mehr auftreten, ist die Ansteckungsgefahr meist nur noch gering.
Ganz wichtig: Auch wenn du dich schon besser fühlst, kannst du mit einem anhaltenden Husten noch eine gewisse Zeit Viren verbreiten. Gerade bei engem Kontakt zu Risikogruppen ist dann noch Zurückhaltung sinnvoll.
Erkältung: So schützt du dich und andere
Du kannst die Ansteckungsgefahr nicht auf null bringen, aber du kannst sie deutlich verringern und Virenfallen clever umgehen. Beachte dazu die folgenden Hygieneregeln:
- In die Armbeuge niesen oder husten, nicht in die Hand. Alternativ kannst du in ein Einmaltaschentuch niesen, dieses sofort entsorgen und anschließend deine Hände waschen.
- Wasche dir regelmäßig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife (mindestens 20 Sekunden).
- Desinfektionsmittel kann zusätzlich sinnvoll sein, vor allem unterwegs oder im Kontakt mit besonders gefährdeten Personen.
- Verzichte, solange deine Erkältungssymptome deutlich sind, möglichst auf: Händeschütteln, Umarmungen, Küssen sowie engen Kontakt in Innenräumen ohne Lüftung.
- Im Zweifel ist es besser, wenn du ein paar Tage zu Hause bleibst.
- Regelmäßiges Stoßlüften (mehrmals täglich für einige Minuten) hilft, virenhaltige Aerosole aus dem Raum zu entfernen und frische Luft hereinzulassen.
Eine Erkältung lässt sich nicht „wegzaubern“, aber du kannst den Verlauf der Erkältung positiv beeinflussen und deinen Körper unterstützen:
- Viel trinken (Wasser, ungesüßter Tee)
- Ruhe und ausreichend Schlaf
- Inhalationen mit Wasserdampf
- Bei Bedarf schmerzlindernde oder fiebersenkende Medikamente
- Abschwellende Nasensprays oder –tropfen
- Hausmittel wie Zwiebelsaft
Häufige Fragen dazu, wie lange eine Erkältung ansteckend ist
Du hast noch weitere Fragen zur Ansteckungsgefahr bei Erkältungen? Hier sind weiterer Antworten.
Wie verläuft eine Erkältung?
Ganz grob sieht der Verlauf einer Erkältung so aus:
- Tag eins bis zwei: Kratzen im Hals, Abgeschlagenheit, leichtes Frösteln – erste Erkältungssymptome bahnen sich an.
- Tag zwei bis vier: Schnupfen, verstopfte Nase, Niesen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, eventuell leichtes Fieber. Hier fühlst du dich meist am schlechtesten – und bist sehr ansteckend.
- Tag fünf bis sieben: Die meisten Symptome bessern sich. Oft bleibt ein Husten bestehen.
- Ab Tag sieben: Du fühlst dich besser, ein Resthusten kann aber noch ein bis zwei Wochen – manchmal bis zu drei Wochen – anhalten.
Erkältung: Welcher Tag ist am schlimmsten?
Das ist individuell verschieden, aber bei vielen Betroffenen sind Tag zwei bis vier nach Symptombeginn die Phase mit den stärksten Kopf- und Gliederschmerzen sowie starkem Schnupfen und Husten. In dieser Zeit ist die Ansteckungsgefahr am höchsten, weil du besonders viele Viren über Atemwege und Sekrete abgibst.
Mythos: Küssen bei Erkältung – ansteckend oder nicht?
Kurz und ehrlich: Ja, Küssen kann ansteckend sein. Beim Küssen kommen Speichel und sehr enger Kontakt mit Mund und Nase zusammen – ideale Bedingungen für Erkältungsviren. Wenn die andere Person zu einer Risikogruppe gehört oder du sehr frisch erkrankt bist, ist es sinnvoll, für ein paar Tage auf Kuscheln und Küssen zu verzichten – auch wenn es schwerfällt.
Wann ist eine Erkältung nicht mehr ansteckend?
Ein klarer „Stichtag“ lässt sich nicht nennen. Aber du bist wahrscheinlich kaum noch ansteckend, wenn deine Erkältung länger als sieben bis zehn Tage zurückliegt und du seit einigen Tagen keine Symptome mehr hattest.
Ist eine Erkältung bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen gefährlicher?
Kinder haben besonders häufig Erkältungen und stecken sich in Kita und Schule schnell gegenseitig an. Ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen können durch einen Infekt stärker belastet sein. Hier ist es besonders wichtig, die Ansteckungsgefahr im Blick zu behalten und frühzeitig eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren, wenn die Beschwerden stark sind oder sich verschlimmern.
Fachbereich der DAK-Gesundheit

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