Hoden: Alles über Größe, Aufbau und Funktion

Die Hoden gelten als eine der empfindlichsten Stellen des männlichen Körpers. Und das hat auch seine Richtigkeit: Immerhin sind sie am Fortbestand der Menschheit wesentlich beteiligt. Wie ein Hoden funktioniert, ob die Hodengröße etwas aussagt und was passiert, wenn man nur einen Hoden hat, erfährst du hier.
Hoden: Aufbau und Funktion
- Sie produzieren Spermien, auch Samenzellen genannt – und zwar in etwa 30 Millionen pro Tag. Die Nebenhoden nehmen diese Spermien auf, wo sie dann in rund 80 Tagen zu beweglichen Spermien heranreifen. Von den Nebenhoden gehen auch die Samenleiter ab, die zur Harnröhre führen. Beim Samenerguss gelangen die gereiften Spermien über diesen Kanal nach draußen. Und zwar zusammen mit der in der Prostata gebildeten Samenflüssigkeit und dem Sekret der Samenblase.
- Die Hoden produzieren außerdem das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das für die Herausbildung der sekundären Geschlechtsorgane des Mannes verantwortlich ist. Wenn man so will, haben die tiefe Stimmlage, der Bartwuchs und die Behaarung an Kopf, Achseln und Schambereich also ihren Ursprung in den Hoden. Testosteron wirkt sich außerdem auch auf die Muskelverteilung und den Knochenaufbau aus.
Der etwas schrumpelige Hodensack ist temperaturempfindlich: Bei Kälte zieht er sich zusammen und liegt enger am warmen Körper an, bei Hitze wiederum dehnt er sich aus und hängt weiter vom Körper weg. Diese Temperaturregulation ist wichtig, da für eine optimale Spermienproduktion eine Temperatur von 34 Grad ideal ist.
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Hodengröße: Was ist normal?
Der Hoden ähnelt in Größe und Form einer Pflaume. Er ist durchschnittlich fünf Zentimeter lang und drei Zentimeter breit und wiegt etwa 18 Gramm. Im Laufe des Lebens wächst der Hoden stetig. Verhältnismäßig stark nimmt das Volumen in der Pubertät zu. Mit etwa 30 Jahren erreicht der Hoden dann seine maximale Größe – und behält sie bis zum 60. Lebensjahr. Erst dann beginnen die Hoden, etwas zu schrumpfen. Natürlich gibt es von Mann zu Mann Unterschiede in Größe und Form. Das ist absolut normal.
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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Hoden sind unterschiedlich groß
Es ist nicht ungewöhnlich, zwei unterschiedlich große Hoden zu haben. Es ist ohnehin so, dass bei den meisten Männern ein Hoden tiefer hängt als der andere. Und das ist auch gut so, denn befänden sie sich auf derselben Höhe und wären zudem gleich groß, würden sie beim Gehen ständig gegeneinanderprallen. Mach dir also keine Gedanken, wenn es untenrum etwas asymmetrisch aussieht.
Ab wann sind Hoden zu klein?
Weicht die Hodengröße von der Norm ab, muss das noch nichts heißen. Es gibt aber krankhafte Veränderungen, die zu kleinen Hoden führen können:
- Hormonelle Ungleichgewichte: Bestimmte Schmerzmittel, v.a. Opioide sowie Antidepressiva und kortisonhaltige Medikamente können den Testosteronspiegel senken. Auch die Einnahme von Anabolika kann dazu führen, dass die Hoden aufgrund eines niedrigen Testosteronspiegels schrumpfen.
- Bei Infektionen wie Mumps können sich einer oder beide Hoden entzünden. Die Folge kann Hodenschwund (Hodenatrophie) sein.
- Durchblutungsstörungen aufgrund einer Hodentorsion, Varikozele oder einer Verletzung können die Hodengröße beeinflussen.
- Eher selten liegen genetische Defekte wie das Klinefelter-Syndrom vor, bei dem zu wenig Testosteron produziert wird. Damit einher gehen vor allem in der Pubertät weitere Symptome.
- Alter: Bist du über 60 und stellst fest, dass deine Hoden kleiner sind, liegt das in der Regel am natürlichen Alterungsprozess.
Ich habe nur einen Hoden – was sind die Auswirkungen?
Es ist medizinisch unproblematisch, nur einen funktionierenden Hoden zu haben – sei es von Geburt an oder nach einer Operation. Solange dieser Hoden gesund ist, kann er ausreichend Testosteron produzieren und ausreichend Spermien bilden, sodass Libido, Erektionsfähigkeit und Fruchtbarkeit in der Regel nicht eingeschränkt sind.
Manche Menschen entscheiden sich allerdings aus rein ästhetischen Gründen für eine Hodenprothese. Eine solche Prothese kann allerdings keine Funktion übernehmen. Bei Unsicherheiten oder psychischer Belastung ist ein Gespräch mit dem Urologen oder einer Therapeutin sinnvoll.
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Häufige Fragen zum Hoden
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Was ist ein Hodenhochstand?
Fachbereich der DAK-Gesundheit




