Konzentrationsschwäche bei Kindern: Ursachen, Symptome und Hilfe

Viele Eltern finden sich in folgender Situation wieder: Das Kind sitzt bei den Hausaufgaben, schweift aber schon nach wenigen Minuten ab – die Gedanken scheinen überall zu sein, nur nicht bei der Aufgabe. Solche Situationen können frustrierend sein und werfen schnell Fragen auf: Handelt es sich nur um eine vorübergehende Phase oder steckt eine Konzentrationsschwäche dahinter?
In diesem Beitrag erfährst du, was man unter einer Konzentrationsschwäche versteht, welche möglichen Ursachen es bei Kindern gibt und wie sich das im Alltag zeigen kann. Außerdem werfen wir einen Blick darauf, welche Auswirkungen eine anhaltende Konzentrationsschwäche bei Kindern haben kann und was Eltern tun können, um Unterstützung zu geben.
Was ist eine Konzentrationsschwäche?
Von einer Konzentrationsschwäche spricht man, wenn es Kindern schwerfällt, ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Aufgabe zu richten. Statt etwa konzentriert bei den Hausaufgaben zu bleiben, schweifen die Gedanken schnell ab.
Das Ergebnis: Flüchtigkeitsfehler, unvollendete Aufgaben oder eine gewisse Vergesslichkeit. Insgesamt fällt es Kindern mit einer Konzentrationsschwäche schwer, ihre Aufmerksamkeit stabil zu halten und zielgerichtet einzusetzen.
Wichtig: Setze nicht deine eigene Konzentrationsfähigkeit mit der deines Kindes gleich, denn die Konzentrationszeit steigt mit zunehmendem Alter. Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren haben im Durchschnitt eine Konzentrationsspanne von bis zu 15 Minuten. Erwachsene halten rund 90 Minuten durch.
Welche Ursachen gibt es für eine Konzentrationsschwäche?
Eine Konzentrationsschwäche bei Kindern kann viele verschiedene Ursachen haben. Häufig greifen mehrere Faktoren ineinander:
- Stress oder Überlastung: Druck in der Schule, Konflikte in der Familie oder ein zu enges Freizeitprogramm können Kinder überfordern und die Aufmerksamkeit stark beeinträchtigen.
- Schlafmangel: Fehlt ausreichend erholsamer Schlaf, kann sich das Gehirn nicht regenerieren – Kinder sind dann schnell müde und unkonzentriert.
- Nährstoff- oder Flüssigkeitsmangel: Eine unausgewogene Ernährung oder zu wenig Flüssigkeit mindern die geistige Leistungsfähigkeit und erhöhen die Ablenkbarkeit.
- Bewegungsmangel: Bewegung fördert die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Fehlt sie, fällt es schwerer, sich längere Zeit zu konzentrieren.
- Ungünstige Lernumgebung oder Reizüberflutung: Lärm, ständige Unruhe oder Ablenkungen erschweren es, die Aufmerksamkeit zu bündeln und Aufgaben zu Ende zu bringen.
- Medizinische Ursachen: Infekte, Allergien oder Unverträglichkeiten können die Leistungsfähigkeit verringern, da der Körper an anderen Stellen kämpfen und Kraft aufbringen muss.
- Hoher Medienkonsum: Übermäßige Zeit vor Fernseher, Smartphone oder Computer kann mit einer Konzentrationsschwäche einhergehen. In der DAK Mediensucht-Studie schauen wir genau auf die problematische Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen.
Was sind typische Symptome einer Konzentrationsschwäche?
In vielen kleinen Alltagssituationen zeigt sich oft eine Konzentrationsschwäche bei Kindern. Typische Symptome sind unter anderem:
- Leichte Ablenkbarkeit: Schon kleine Reize wie Geräusche oder Bewegungen reichen, damit das Kind den Faden verliert und die Aufgabe vergisst.
- Vergesslichkeit: Aufgaben geraten schnell in Vergessenheit oder werden gar doppelt erledigt, weil sie nicht mehr erinnert werden.
- Leichtsinnsfehler: Aufgaben werden zu hastig bearbeitet, wodurch häufig kleine, vermeidbare Fehler entstehen.
- Eingeschränkte Belastbarkeit: Kinder, die an Konzentrationsschwäche leiden, können sich oft überfordert und lustlos fühlen.
- Verträumtheit: Manche Kinder wirken abwesend und lassen sich schwer ins Geschehen zurückholen.
- Unvollendete Aufgaben: Begonnene Arbeiten werden nicht zu Ende gebracht – entweder aus Vergessen, Ablenkung oder fehlender Ausdauer.
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Diese Symptome treten nicht immer gleichzeitig auf und können je nach Kind unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Beobachte das Verhalten deines Kindes über einen längeren Zeitraum, um zwischen einer normalen, altersgerechten Unaufmerksamkeit und einer echten Konzentrationsschwäche zu unterscheiden.
Tipp: Um zu testen, wie leicht sich dein Kind ablenken lässt, sprich mit deinem Kind, während es beispielsweise malt. Ist die Konzentration hoch, malt das Kind einfach weiter, ohne sich ablenken zu lassen.
Welche Rolle spielt die Mediennutzung bei der Konzentrationsschwäche von Kindern?
- Gestörter Schlafrhythmus: Das blaue Licht der Displays unterdrückt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, wodurch Kinder später einschlafen und schlechter durchschlafen. Schlafmangel wiederum schwächt die Konzentrations- und Lernfähigkeit.
- Weniger Bewegung: Längere Bildschirmzeiten verdrängen körperliche Aktivitäten. Kinder, die sich weniger bewegen, haben häufiger Konzentrationsprobleme.
- Verhaltensauffälligkeiten: Ein hoher Medienkonsum kann mit Impulsivität und auch Aggressivität einhergehen. Diese Faktoren erschweren es zusätzlich, aufmerksam und konzentriert bei einer Sache zu bleiben.
- Einfluss auf Sozialkompetenz: Wer sehr viel Zeit allein vor Bildschirmen verbringt, hat weniger Zeit für Freunde oder die Familie.
Insgesamt gilt: Mediennutzung gehört heute dazu – entscheidend ist jedoch das Maß. Klare Regeln, Pausen und abwechslungsreiche Freizeitgestaltung mit Bewegung und sozialen Kontakten helfen, die Risiken für eine Konzentrationsschwäche bei Kindern zu verringern.
Welche Auswirkungen hat eine Konzentrationsschwäche auf Kinder?
Tipp: Bei schulischen Problemen kann eine Nachhilfekraft eine große Unterstützung sein.
Welche Behandlungsmethoden gibt es für Kinder?
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Manchmal liegen die Ursachen jedoch nicht im medizinischen Bereich. Für den Fall geben wir Alltagstipps, Übungsanleitungen und zeigen professionelle Therapieformen auf.
Alltagstipps gegen eine Konzentrationsschwäche bei Kindern
Manchmal helfen schon kleine Veränderungen im Alltag, um die Konzentration zu fördern:
- Strukturierter Alltag: Ein fester Tagesplan mit klaren Abläufen gibt Kindern Sicherheit. So können sie besser einschätzen, was wann auf sie zukommt.
- Genügend Pausen: Regelmäßige kurze Pausen helfen, die Aufmerksamkeit wieder aufzuladen und Überforderung zu vermeiden.
- Realistische Anforderungen: Altersgerechte Aufgaben verhindern Frust und fördern Motivation. Kleine Erfolge stärken das Selbstvertrauen.
- Fenster öffnen oder kurz mal raus: Sauerstoff versorgt das Gehirn mit neuer Energie für weitere Aufgaben.
- Begrenzter Medienkonsum: Weniger Bildschirmzeit schafft Raum für Bewegung, Erholung und soziale Kontakte – alles wichtige Faktoren für die Konzentration.
Professionelle Hilfe bei Konzentrationsschwäche: Die Ergotherapie
Konzentrationsschwäche bei Kindern: die besten Übungen und Spiele
Mit einigen leichten Übungen sorgst du für mehr Fokus bei deinem Kind – mach mit, es macht Spaß.
Atemübungen:
Das Kind legt sich auf den Rücken und atmet ganz ruhig. Dann tief ein und ausatmen. Das Kind soll dabei die Hand auf den Bauch legen, um zu fühlen, wie die Luft tief in den Bauch strömt. Stress wird dabei abgebaut, dein Kind entspannt und kann wieder mit neuer Kraft an seine Aufgaben.
Überkreuz-Übung:
Dein Kind stellt sich aufrecht hin. Das rechte Knie wird hochgezogen und mit dem linken Ellenbogen berührt. Der rechte Arm schwingt nach hinten. Danach wieder aufrecht hinstellen. Anschließend ist das linke Knie dran und der rechte Ellenbogen. Sie heben Ihr linkes Knie und berühren es mit dem rechten Ellenbogen. Die Übung wird mehrmals im eigenen Tempo wiederholt. Bei den Über-Kreuz-Bewegungen wird die Zusammenarbeit der rechten und der linken Hirnhälfte gefördert.
Gedächtnis-Spiel:
Ich packe meinen Koffer… – das Spiel kennt fast jeder. Das Beste: es trainiert die Konzentration und macht gleichzeitig Spaß: Der erste Spieler nennt einen Gegenstand, der in den Koffer kommt, der zweite zählt den Gegenstand des ersten Spielers und seinen eigenen auf. So geht es immer weiter.
Wie kann man einer Konzentrationsschwäche vorbeugen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Konzentrationsfähigkeit von Kindern zu fördern und einer Schwäche vorzubeugen. Wichtig sind vor allem gesunde Alltagsgewohnheiten und ein unterstützendes Umfeld:
- Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und feste Lern- und Freizeitrhythmen.
- Gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung.
- Lob der Eltern sowie Stressreduktion zur Förderung der emotionalen Balance.
Das Wichtigste: Jedes Kind ist anders. Schau genau hin, ob dein Kind vielleicht gerade eine anstrengende Woche hat, oder ob mehr dahintersteckt. Hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst und geh gemeinsam mit deinem Kind die Herausforderungen an.
Häufige Fragen zum Thema Konzentrationsschwäche bei Kindern
Noch Fragen offen? Dann sind hier noch weitere Antworten und Fragen für dich.
Welche Schule ist für Kinder mit Konzentrationsschwäche die beste?
Grundsätzlich können Kinder mit Konzentrationsschwäche jede Regelschule besuchen. Bei stärkerem Förderbedarf bieten integrative oder spezielle Förderschulen zusätzliche Unterstützung.
Kann man ADS auch ohne Medikamente behandeln?
Ja, ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) kann auch ohne Medikamente behandelt werden, zum Beispiel durch eine Verhaltenstherapie. Medikamente kommen öfter bei stärkerer Ausprägung und nach ärztlicher Empfehlung zum Einsatz.
Welcher Sport für Kinder mit Konzentrationsschwäche?
Sportarten, die Bewegungsabläufe trainieren und die Koordination fördern, können bei einer Konzentrationsschwäche unterstützend sein – hierzu zählen etwa Ballsportarten oder Klettern. Bewegung allgemein fördert die Konzentrationsfähigkeit und kann sich positiv auf das Selbstbewusstsein und die sozialen Fähigkeiten von Kindern auswirken.
Welche Tabletten bei Konzentrationsschwäche Kinder?
Eine medikamentöse Behandlung sollte immer ärztlich verordnet sein, etwa bei diagnostiziertem ADHS. Bei einer Konzentrationsschwäche kommen erst einmal eine Beratung, Umstrukturierung des Alltags und ähnliche Maßnahmen zur Anwendung.
Fachbereich der DAK-Gesundheit

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