Schwache Erektionen - was tun?

Die Stimmung passt, die Lust ist da – aber dein Penis ist nicht bei der Sache? Eine schwache Erektion ist gar nicht so selten. Damit aus einem gelegentlichen Erektionsproblem keine dauerhafte Erektionsstörung wird, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Hier erfährst du, warum es einer schwachen Erektion kommen kann und was du dagegen tun kannst.
Was ist eine schwache Erektion?
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Medizinisch wird eher von einer erektilen Dysfunktion gesprochen, wenn die Schwierigkeiten über mehrere Monate bestehen und häufig auftreten oder als belastend empfunden werden. Eine ärztliche Abklärung kann helfen, die Beschwerden richtig einzuordnen
Wichtig: Zu einer schwachen Erektion kann es gelegentlich im Alltag durch Stress, Alkoholkonsum, Müdigkeit oder Erkrankungen kommen. Das ist völlig normal und nur dann ein Grund zur Sorge, wenn dich das Problem immer wieder einholt. In diesem Fall ist ärztliche Hilfe ratsam.
Ursachen einer schwachen Erektion
Hinter der schwachen Erektion können viele unterschiedliche Ursachen stecken. Lust und Potenz sind auch Kopfsache – da überrascht es nicht, dass psychische Gründe genauso leicht eine Erektionsstörung verursachen können wie körperliche Auslöser.
Zu den körperlichen Ursachen einer schwachen Erektion gehören zum Beispiel:
- Durchblutungsstörungen: Ausgelöst werden sie häufig durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, unzureichend behandelter Diabetes sowie Fettstoffwechselstörungen.
- Hormone: Ein Mangel an Testosteron beeinträchtigt deine Erektionsfähigkeit. Der Mangel kann angeboren sein oder die Folge von Erkrankungen des Hodens, der Hirnanhangsdrüse oder von Diabetes.
- Neurologische Ursachen: Eine Schädigung der für die Erektion wichtigen Nerven kann zum Beispiel durch Multiple Sklerose oder Parkinson, Bandscheibenvorfall oder Querschnittslähmung sowie als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas entstehen.
Wichtig: Dein Lebensstil wirkt sich direkt auf deine Erektionsfähigkeit aus. Rauchen, Trinken, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung schädigen deine Blutgefäße und damit auch deine Schwellkörper.
Gerade bei gelegentlichen Ausfällen der Erektionsfähigkeit sind nicht selten psychische Gründe verantwortlich. Hier findest du eine Übersicht, um zu prüfen, ob bei dir ein solcher Auslöser in Frage kommt:
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Meditationen und Übungen zur Stressbewältigung
- Stress und Überforderung im Beruf oder im Alltag, bis hin zum Burnout
- Leistungsdruck und Versagensängste
- Konflikte in der Partnerschaft, verbunden mit Streit oder ungelösten Problemen, Distanz oder mangelnder Nähe
- Sexuelle Unsicherheit oder Hemmungen, oft hervorgerufen durch Scham, fehlende Erfahrung, religiöse oder moralische Gründe sowie unterschiedliche sexuelle Vorlieben
- Angststörungen
- Depressionen und depressive Verstimmungen
- Geringes Selbstwertgefühl, basierend auf dem Gefühl „unmännlich“ oder körperlich unattraktiv zu sein
- Traumatische oder negative sexuelle Erfahrungen
Oft wirken psychische und körperliche Faktoren zusammen. Anfangs hast du „nur“ psychischen Stress und eine schwache Erektion. Mit der Zeit kann ein Teufelskreis aus Erwartungsdruck, körperlichen Erkrankungen und erneuten Erektionsproblemen zu einer erektilen Dysfunktion führen.
Schwache Erektion – was tun?
- Werde aktiv! Regelmäßige Bewegung und Sport – sei es Spazierengehen, Radfahren, Ballsportarten, Schwimmen oder Krafttraining – senken deinen Blutdruck, regulieren deinen Stoffwechsel, verbrennen Fettdepots, verbessern deinen Blutdruck und stabilisieren deinen Hormonstatus.
- Erhol dich! Schlaf und Entspannung sind wichtig für deine Testosteronbildung. Mit festen Schlafzeiten, reduzierter Bildschirmzeit und regelmäßigen Auszeiten vom Alltagsstress legst du eine wichtige Grundlage für deine Erektionsfähigkeit. Wenn nötig können Entspannungsübungen wie Meditation helfen, Stress und Leistungsdruck zu reduzieren.
- Trainiere gezielt! Der Beckenboden spielt eine wichtige Rolle für deine Erektion. Beckenbodentraining kann bei manchen Männern die Erektionsfähigkeit verbessern. Eine einfache Übung ist zum Beispiel den Urinstrahl stoppen mehrmals täglich für etwa fünf bis zehn Sekunden anspannen und dann wieder lockerlassen.
- Ernähr dich gesund! Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte beeinflussen deine Erektionsfähigkeit negativ, weil sie die Durchblutung reduzieren. Auf den Speisezettel gehören viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sowie hochwertige Fette wie Olivenöl oder Nüsse. Eiweiß spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn die Aminosäure L-Arginin liefert wichtiges NO – den Stoff, der für die Füllung der Schwellkörper gebraucht wird. Außerdem können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Sprich eine Einnahme aber unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt ab.
- Verzichte! Alkohol, Nikotin und Drogen schädigen deine Nerven, bringen dein Hormonsystem ins Wanken und stören die Funktion deiner Blutgefäße. Im besten Fall verzichtest du auf Glimmstängel und Drogen aller Art. Beim Alkoholkonsum ist jeder Tropfen weniger besser für deine Erektionsfähigkeit.
- Nimm dir Zeit! Geschlechtsverkehr ist kein Leistungssport und kann auch ohne Erektion Spaß machen. Manchen Männern hilft es, sich vorrübergehend bewusst auf das Vorspiel zu beschränken und die Partnerin oder den Partner zu verwöhnen. Jede Art von Druck ist kontraproduktiv.
Erektionsprobleme: Wann du dich ärztlich behandeln lassen solltest
Vorsorge für Männer
Um Krankheiten früh zu erkennen und behandeln zu können, sind Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Wir übernehmen die Kosten für alle anerkannten Maßnahmen
Falls du hin und wieder eine schwache Erektion hast, besteht noch kein Grund zur Sorge. Treten die Erektionsprobleme aber wiederholt auf, so solltest du hellhörig werden, denn eine erektile Dysfunktion kann auch ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein.
Bitte vereinbare einen Termin bei der Hausärztin oder dem Urologen, wenn:
- Du seit mehr als sechs Monaten immer wieder Probleme hast, eine Erektion zu bekommen oder zu halten
- In bis zur Hälfte aller Versuche die Erektion ausbleibt oder zu schwach ist – insbesondere, wenn das über mehrere Monate so anhält
- Die Erektionsprobleme plötzlich auftreten oder eine Erektion nicht mehr möglich ist
- Du Schmerzen, Verletzungen oder andere Veränderungen am Penis hast
- Die Probleme bestehen, seit du Medikamente nimmst, die sich als Nebenwirkung auf die Potenz auswirken können
- Du Veränderungen an den Hoden ertasten kannst und zugleich Erektionsprobleme angefangen haben
In deiner hausärztlichen Praxis erhältst du gegebenenfalls eine Überweisung an eine Facharztpraxis für Urologie, Andrologie, Kardiologie oder Psychotherapie – abhängig davon, wo vermutlich die Ursache für deine Erektionsprobleme liegen.
Häufige Fragen zur schwachen Erektion
Gibt es bei Erektionsstörungen Hausmittel, die helfen?
Mit einer gesunden Ernährung deckst du normalerweise deinen Bedarf an wichtigen Makro- und Mikronährstoffen ab. Für Maca gibt es Hinweise aus kleinen Studien, dass es bei milder erektiler Dysfunktion das sexuelle Wohlbefinden und die Erektionsfunktion leicht verbessern kann – die Studienlage ist jedoch begrenzt. Für Ashwagandha ist kein gesicherter Nutzen bei erektiler Dysfunktion belegt; mögliche Effekte betreffen eher Lust und allgemeines Wohlbefinden. Bei anhaltenden Beschwerden sind eine ärztliche Abklärung und etablierte Therapien deutlich besser untersucht. Auch die Aminosäure L-Arginin und das Spurenelement Zink sind wichtig für deine Erektion.
Tritt eine schwache Erektion auch bei jungen Männern auf?
Erektionsprobleme können auch bei jüngeren Männern vorkommen. In einer urologischen Auswertung war etwa jeder vierte Mann, der wegen neu aufgetretener ED erstmals ärztliche Hilfe suchte, jünger als 40 Jahre – das ist keine Bevölkerungsstatistik.
Was steckt hinter „Use it or loose it“?
Dein Penis braucht Training – die Schwellkörper verlieren an Elastizität, wenn sie nicht regelmäßig aufgepumpt werden. Regelmäßige Erektionen sind deshalb wichtig, um die Erektionsfähigkeit zu erhalten. Auch ein nächtlicher oder morgendlicher steifer Penis ist hilfreich fürs „Training“.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





