Eine Verbrennung durch Quallen ist schmerzhaft

Quallen: Was tun bei einer Verbrennung?

Diese Sofortmaßnahmen helfen bei der schmerzhaften Hautreizung

Quallen können einem den schönsten Badespaß vermiesen. Wenn es sich um giftige Exemplare handelt, dann können die glibberigen Nesseltiere nicht nur für Ekel, sondern auch für schmerzhafte Hautreizungen sorgen – und wer hat beim Baden schon die lindernde Creme dabei? Unsere DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich verrät, welche Sofortmaßnahmen nach einem Kontakt mit Quallen gegen den Schmerz helfen, warum Süßwasser alles noch schlimmer macht und warum Sie sicherheitshalber Rasierschaum und eine Plastikkarte in Ihre Strandtasche packen sollten.

Ungefährlich: durchsichtige Quallen aus Nord- und Ostsee

Quallen tragen ein Nesselgift auf ihrer Oberfläche und an den fast unsichtbaren Tentakeln, um ihre Beute zu betäuben. Doch es gibt große Unterschiede: Je nach Quallenart kann die Berührung mit den Nesseltieren von kaum spürbar bis sehr schmerzhaft enden. "Der Kontakt mit den fast durchsichtigen Ohrenquallen aus der Nord- und Ostsee ist für den Menschen beispielsweise durch die glitschige Konsistenz zwar unangenehm, aber nicht gefährlich“, gibt DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich Entwarnung.

Vorsicht bei Feuerquallen und Co.

Schon Kinder wissen, dass die roten Quallen gefährlich sind, denn die Berührung mit deren Nesselgift tut richtig weh. Dazu gehören nicht nur die gelb-rötlichen Feuerquallen, die ebenfalls in Nord- und Ostsee heimisch sind. Auch die im Mittelmeer anzutreffenden Leuchtquallen verursachen schmerzhafte Hautreizungen. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit der Portugiesischen Galeere. "Diese blau-pink gefärbte Quallenart kommt an den Küsten der Kanaren, vor Portugal und Spanien vor und kann mit ihrem Nesselgift sogar lebensbedrohlich werden", erklärt Dr. Susanne Bleich.  

Quallenverbrennung: Welche Symptome treten auf?
Quallen rufen durch ihr Nesselgift Hautreizungen und Bläschen hervor.

Wunde nach Quallenkontakt


Der Kontakt mit giftigen Quallen verursacht eine schmerzende Rötung der Haut. DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich erklärt: „Bereits ein kurzer Kontakt mit dem Gift der Nesselzellen reicht aus, um auf der Haut Symptome ähnlich wie bei einer Verbrennung hervorzurufen.“ Häufig schwellen die betroffenen Stellen an. „Manchmal bilden sich sogar Blasen auf der Haut“, erklärt DAK-Medizinerin Susanne Bleich. „Auch Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Kollaps oder Verwirrtheit können als Folgeerscheinungen von Quallenvergiftungen auftreten“, fügt sie hinzu.

Was tun bei einer Verbrennung durch Quallen?

Kommen Sie beim Schwimmen mit giftigen Quallen in Kontakt, versuchen Sie trotz des Schmerzes Ruhe zu bewahren, da Sie sich sonst noch mehr in den Tentakeln verfangen und das Nesselgift noch weitere Stellen Ihrer Haut trifft. „Nach einer Verbrennung durch Quallen sollten Sie auf keinen Fall die betroffenen Stellen mit Süßwasser oder Alkohol abspülen. Das lässt noch weitere Nesselzellen aufplatzen und verschlimmert alles zusätzlich“, warnt Dr. Susanne Bleich. Stattdessen schlägt Sie folgende Sofortmaßnahmen vor:

Dr. Susanne Bleich verrät Sofortmaßnahmen bei einer Verbrennung durch Quallen.

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich

  • Hautstellen mit Meerwasser oder besser noch mit Essig abspülen, um Tentakel und Nesselzellen zu entfernen
  • Stellen mit trockenem Sand bedecken und anschließend vorsichtig abkratzen (z.B. mit einer Plastikkarte)
  • Rasierschaum auf die betroffene Stelle sprühen, trocknen lassen und dann vorsichtig abkratzen
  • Danach die Haut gut kühlen

Später können Sie die Stellen je nach Schwere der Quallenverbrennung noch mit einer antihistamin- oder einer kortisonhaltigen Creme versorgen. „Bei starken Hautreizungen oder begleitenden Folgen wie Übelkeit oder Erbrechen sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen“, rät die DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich. Zudem sollten Sie sich nach einer Verbrennung durch Quallen nicht gleich wieder ins Wasser stürzen. „Gönnen Sie sich nach einer Nesselvergiftung einen Tag Ruhe“, fügt die Medizinerin hinzu.

Hilfe gegen Quallen: Wie kann ich Kontakt vermeiden?

Achten Sie beim Schwimmen auf Warnungen. Je nach Windrichtung spülen die Quallen vermehrt in Küstennähe. Die Farbe der Quallen kann Ihnen dabei helfen, zu erkennen, ob es sich um eine giftige Quallenart handelt. Halten Sie beim Schwimmen also immer die Augen offen und beobachten Sie, was sich im Wasser befindet. „Seien Sie im Urlaub beim Schnorcheln an Korallenriffen besonders vorsichtig und tragen Sie dabei am besten einen Neoprenanzug zum Schutz“, so der Rat von Dr. Susanne Bleich.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 24 13:33:35 CEST 2016

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang