Anabolika: Wirkung und Nebenwirkungen

Junger Mann trainiert mit Hanteln

Du liebst Sport – und Muskeln sind die ideale Grundlage, um in manchen Bereichen bessere Leistungen zu bringen. Außerdem: Muskeln können gut aussehen. Sie wachsen aber nicht so schnell, wie du dir das wünscht? Anabolika sollen das Muskelwachstum fördern. Warum du davon die Finger lassen solltest, erklären wir hier.

Was sind Anabolika?

Anabolika sind Arzneistoffe, die zum Aufbau von Muskelmasse dienen. Sie sind letztlich künstlich geschaffenes Testosteron. Das ist das männliche Geschlechtshormon, das den Muskelaufbau stark begünstigt. Ja, wer sie nimmt, hat gute Chancen, dass sein Körper schneller als sonst Muskeln produziert. Wie viele Substanzen wurden auch die Anabolika für medizinische Zwecke erfunden. Sie helfen muskelschwachen Menschen, ihren Alltag einfacher und gekräftigt zu bewältigen. Weitere Anwendungsgebiete in der Medizin sind Magersucht (Anorexie nervosa), Unterernährung und Verlust von Muskelmasse (Kachexie), Knochenschwund (Osteoporose) und die krankhafte Rückbildung des Muskelgewebes (Muskeldystrophie).

Aber wie genau wirken die Anabolika? Wer sie nimmt, erhofft sich die künstliche Verbesserung der körpereigenen Protein-Biosynthese. Das meint nichts anderes als den schnelleren Aufbau von Muskelmasse. Nimmst du Anabolika, legst du nicht nur an Muskelmasse zu, sondern auch an Wasser im Körper. Zugleich verliert dein Körper Fett, und die Zunahme an Wasser kompensiert das zumindest zum Teil wieder. Außerdem verbessert die Einnahme von Anabolika die Stickstoffbilanz deines Körpers – auch das kurbelt deinen Muskelaufbau an.

Im Leistungssport sind Anabolika daher verboten. Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) führt anabole Substanzen in ihrer Verbotsliste an einer sehr prominenten Stelle. Anabolika sind laut Deutschlandfunk im bundesdeutschen Sport bereits seit 1953 nicht erlaubt. Der Grund ist, dass „jedes Medikament verboten ist, so es denn mit der Absicht der Leistungssteigerung verabreicht wurde“. Zusätzlich zur Leistungssteigerung sind Anabolika auch deswegen verboten, weil sie für den Körper gefährlich werden können.

Urologe Volker Wittkamp erklärt, warum Anabolika so gefährlich sind.

Nebenwirkungen von Anabolika

Anabolika sind anabole Steroide. Sie enthalten künstliches Testosteron, also das männliche Geschlechtshormon. Die Anabolika steigern nicht nur deine Leistungsfähigkeit, sondern können die männlichen Geschlechtsmerkmale ausprägen. Bei jungen Männern steigert das Mittel zuerst die sexuelle Aktivität.

Aber: Nimmst du fremde Geschlechtshormone, werden dadurch deine körpereigenen Hormone abgeschwächt. Schon nach wenigen Wochen zeigen sich negative Folgen. 

Risiken für Männer:

  • Hormonelle Störungen: Anabolika schwächen die Hormone deines Körpers ab. Als Folge können Hoden schrumpfen und die Spermienproduktion kann zurückgehen. Deine Fruchtbarkeit sinkt.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Anabolika erhöhen dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder erhöhter Blutdruck.
  • Leberschäden: Besonders oral eingenommene Anabolika können das Risiko einer Leberzirrhose erhöhen.
  • Psychische Effekte: Du wirst aggressiver, depressiver und verträgst Stress deutlich weniger.
  • Hautprobleme: Du kannst Akne und ölige Haut bekommen.
  • Gynäkomastie: Durch das Ungleichgewicht an Hormonen in deinem Körper können dir Brüste wachsen. 

Risiken für Frauen:

  • Virilisierung: Als Frau bekommst du körperliche Merkmale von Männern. Dazu zählen Bartwuchs und eine tiefere Stimme.
  • Menstruationsstörungen: Anabolika können deinen Zyklus unregelmäßig werden lassen. Bei manchen bleibt die Monatsblutung ganz aus. Das schränkt die Fruchtbarkeit ein.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Auch bei Frauen erhöht sich so das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
  • Leberschäden: Auch Frauen können durch Anabolika Leberschäden erleiden.
  • Psychische Effekte: Anabolika machen auch Frauen aggressiver. Außerdem steigt dein Risiko für Depressionen und Stimmungsschwankungen deutlich.
  • Verändertes Erscheinungsbild: Akne, Haarausfall am Kopf und mehr Körperbehaarung – so kann sich dein Äußeres verändern.
  • Brustverkleinerung: Anabolika verringern den Fettgehalt in deinem Körper. Dadurch können deine Brüste kleiner werden.  
  • Vergrößerung der Klitoris: Anabolika können deine Klitoris anwachsen lassen.

Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex

Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)

Julia Saliger und Volker Wittkamp

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Wie bekomme ich Muskeln ohne Anabolika?

Sport und gesunde Ernährung sind die Grundlagen für einen normalen Muskelaufbau. Wenn du gezielt Muskeln aufbauen willst, organisiere dir einen darauf abgestimmten Trainingsplan. Expertinnen und Experten helfen dir dabei, deine Ernährung, dein Work-out und deine ebenfalls notwendigen Ruhephasen zu koordinieren. Freude am Muskelaufbau ist zudem ebenfalls ein wichtiger Faktor, um hier erfolgreich zu sein. 

Liebe dich selbst statt Anabolika

Mit Sport und Ernährung allein kannst du tolle Ergebnisse erzielen. Wenn du Sport nutzen willst, um dich besser und gesünder zu fühlen, ist das toll. Aber jage bitte nicht irgendwelchen Trends hinterher. Du bist richtig, so wie du bist. Und illegale Substanzen zu nutzen, um aufgepumpt zu wirken, ist der falsche Weg.

 

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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