Übelkeit durch Stress: Ursachen & schnelle Hilfe

Junge Frau ruht sich auf der Couch aus, weil sie Übelkeit durch Stress empfindet.

Übelkeit durch Stress ist keine Seltenheit und zeigt, wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind. In belastenden Situationen reagiert der Körper mit hormonellen und körperlichen Anpassungen, die bei manchen Menschen spürbar auf den Magen schlagen und Unwohlsein auslösen. Die Beschwerden sind meist harmlos, können jedoch belastend sein und immer wieder auftreten. Hier erfährst du, wie Stress den Körper beeinflusst, welche Ursachen dahinterstecken können und was du selbst tun kannst, um die Beschwerden zu lindern. Außerdem zeigen wir dir, in welchen Situationen es sinnvoll ist, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Was ist stressbedingte Übelkeit?

Stressbedingte Übelkeit ist eine körperliche Reaktion auf eine psychische oder emotionale Belastung. In der Medizin spricht man dabei von einer psychosomatischen Reaktion. In einer Stresssituation schaltet der Körper in Alarmbereitschaft, das Gehirn erhält den Befehl, dass viel Energie benötigt wird – etwa um zu fliehen. Automatisch werden dadurch Prozesse in Gang gesetzt, wie etwa die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin, Cortisol und auch Noradrenalin. Diese bringen aber gleichzeitig den Verdauungstrakt aus dem Gleichgewicht, denn letzterer wird in solchen Stressmomenten nicht gebraucht, schlechter durchblutet und weniger gut versorgt. Die Folgen können sein: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Verstopfung oder auch Durchfall. Auch Kopfschmerzen oder Schwindel sind möglich.

Was sind Ursachen für Übelkeit durch Stress?

Stressbedingte Übelkeit kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben:

1. Körperliche Ursachen von Übelkeit durch Stress

  • Dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel: Dieser kann unter anderem die Säureproduktion im Magen anregen und Entzündungen begünstigen.
  • Eingeschränkte Verdauung: Stress kann sich auf die Darmtätigkeit auswirken und dafür sorgen, dass Nahrung zu schnell oder auch zu langsam durch den Darm transportiert wird. Verstopfung oder Durchfall können die Folge sein. 
  • Hastige Atmung: Deine Atmung passt sich der körperlichen Stresssituation an, und wird schneller. Die Folge: Du schluckst mehr Luft und es kann zu Bauchkrämpfen und Blähungen kommen.

Eine extreme Überlastung bis hin zum Burnout kann sich in Magenbeschwerden und Übelkeit äußern. Auch Sorgen, Konflikte oder Ängste können den Körper so stark belasten, dass eine psychosomatische Übelkeit entsteht.

2. Psychische Ursachen von Übelkeit durch Stress

  • Dauerhafter Leistungsdruck: Ständige Anspannung führt zu einer Überaktivierung des Nervensystems und belastet deinen Magen.
  • Sorgen und Grübeln: Gedankliche Belastung hält deinen Körper in ständiger Alarmbereitschaft, was die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen kann.
  • Ängste: Sie aktivieren Stresshormone wie Adrenalin, die den Magen reizen und Übelkeit auslösen können.
  • Burnout und Erschöpfung: Extreme psychische Überlastung schwächt die Regulationsmechanismen des Körpers und verstärkt Magenbeschwerden.

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Meditationen und Übungen zur Stressbewältigung

Übelkeit durch Stress – was tun?

Wer unter stressbedingter Übelkeit leidet, kann mit gezielten Maßnahmen vorbeugen und akute Beschwerden lindern. Dabei spielen sowohl Entspannung als auch eine bewusste Lebensweise eine wichtige Rolle. So gelingt dir der Stressabbau:
  • Entspannungstechniken einsetzen: Methoden wie Meditation, progressive Muskelentspannung oder autogenes Training helfen dir dabei, Anspannung abzubauen und das vegetative Nervensystem zu beruhigen. Dadurch sinkt das Risiko, dass Stress den Magen belastet.
  • Auslöser finden: Was löst Stress und Übelkeit bei dir aus? Merkst du zum Beispiel, dass die Übelkeit und der Stress in der Arbeit zunehmen, dann hinterfrage, was du anders machen kannst, um dich wieder wohler zu fühlen. Spürst du eher eine Übelkeit nach dem Essen, dann kläre Nahrungsmittelunverträglichkeiten ab. Dabei hilft dir auch die meal&heal App.
  • Regelmäßige Mahlzeiten einplanen: Wer den Körper in gleichmäßigen Abständen mit leichter Kost versorgt, verhindert starke Schwankungen im Blutzuckerspiegel, die Stress und Übelkeit zusätzlich verstärken könnten.
  • Ausreichend Schlaf sicherstellen: Ein erholsamer Schlaf unterstützt die Stressverarbeitung, stabilisiert den Hormonhaushalt und wirkt einem dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel entgegen. Erfahre bei uns, was du bei Schlafstörungen tun kannst.
  • Bewusster Lebensstil: Bewegung an der frischen Luft, kleine Pausen im Alltag und eine ausgewogene Ernährung tragen dazu bei, Stress zu reduzieren und den Körper widerstandsfähiger gegen Übelkeit zu machen.
  • Hausmittel: Kamillentee oder leichte Schonkost beruhigen den Magen und können akute Übelkeit lindern.
  • Tiefe Bauchatmung: Durch eine flache Atmung nimmst du zu wenig Sauerstoff auf. Atme tief in den Bauch – das hilft, zu entspannen und regt den Vagusnerv an, der das Nervensystem beruhigt – so lässt sich das Übelkeitsgefühl oft deutlich abschwächen.
  • Medikamente: Bei Übelkeit durch Stress können auch Medikamente eingesetzt werden, die etwa Symptome wie Magenkrämpfe oder Durchfall lindern. Hierzu solltest du dich aber immer vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen oder Rat in der Apotheke einholen.  

Übelkeit durch Stress: Wann sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden?

Gelegentliche Übelkeit in Stresssituationen ist meist harmlos. Hält das Symptom jedoch länger an oder kehrt regelmäßig zurück, kann ärztlicher Rat sinnvoll sein. Folgende Anzeichen sprechen dafür, eine Abklärung nicht hinauszuzögern:

  • Chronische Beschwerden: Wenn Übelkeit dauerhaft besteht, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
  • Psychische Belastungen: Bei Verdacht auf Burnout, eine Angststörung oder andere psychosomatische Erkrankungen ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Akutmaßnahmen ohne Wirkung: Bleibt die Übelkeit bestehen und Entspannungsstrategien und Hausmittel helfen dir nicht, ist es ratsam, die Ursachen ärztlich abklären zu lassen.

Häufige Fragen zu Übelkeit durch Stress

Was tun bei Übelkeit durch Angst?

Ruhige Atmung, ein Glas Wasser oder beruhigende Tees können helfen. Langfristig sind Entspannungstechniken wichtig, um Angst und Stress besser zu bewältigen.

Was tun bei Stress durch Magen-Darm?

Leichte, magenfreundliche Kost, ausreichend Schlaf und kleine Pausen im Alltag entlasten den Verdauungstrakt. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie fühlt sich Übelkeit durch Stress an?

Oft zeigt sich ein flaues Gefühl im Magen, manchmal begleitet von Druck, Appetitlosigkeit oder leichten Magenkrämpfen – ohne dass eine körperliche Erkrankung vorliegt.

Kann man durch Stress eine Magenschleimhautentzündung bekommen?

Ja, Dauerstress kann die Magensäureproduktion erhöhen und Entzündungen der Magenschleimhaut begünstigen.
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