Schwindel durch Stress: Symptome, Auslöser und Hilfe

Gerade war noch alles in Ordnung, dann wird dir plötzlich schwindelig. Der Boden fühlt sich an, als würde er schwanken, dein Gang wird unsicher und du hast das Gefühl, nicht mehr ganz fest auf den Beinen zu stehen. Schwindel kann in stressigen Phasen auftreten. Das kann verunsichern, lässt sich aber oft gut einordnen und behandeln, wenn die Auslöser klar sind. Erfahre, warum seelische Belastung den Körper aus dem Gleichgewicht bringen kann, welche Symptome typisch sind und wann du ärztlichen Rat einholen solltest. 

Frau zieht die Augenbrauen zusammen und fasst sich an die Stirn

Warum kann Stress Schwindel auslösen?

Stress ist nicht nur ein Gefühl im Kopf, sondern beeinflusst den ganzen Körper. Wenn du unter Druck stehst, Angst hast oder dich überfordert fühlst, aktiviert dein Nervensystem die Stressreaktion. Dabei werden unter anderem Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Das Herz schlägt schneller, die Muskeln – etwa im Nacken und Kiefer – spannen sich an und auch die Atmung verändert sich. 

Diese Reaktionen können die Körperwahrnehmung durcheinanderbringen. Das Gehirn stimmt die Informationen aus Augen, Muskeln, Gelenken und Gleichgewichtsorganen normalerweise präzise aufeinander ab. Unter Stress kann dieses Zusammenspiel vorübergehend gestört sein. Zusätzlich atmen viele Menschen unbewusst schneller oder flacher, wodurch der Kohlendioxidgehalt im Blut sinkt und Schwindelgefühle entstehen können. Kurzfristig ist diese Alarmbereitschaft meist unproblematisch. 

Hält der Stress jedoch länger an und fehlen Erholungsphasen, sind negative Folgen möglich. Dein Körper kann dadurch wortwörtlich aus dem Gleichgewicht geraten. Betroffene beschreiben häufig ein Schwanken wie auf einem Boot, Benommenheit oder Unsicherheit beim Gehen. Auch Herzrasen, Zittern oder Schweißausbrüche können hinzukommen. 

Ursachen für Schwindel bei Stress

Neben den unmittelbaren Stressreaktionen des Körpers können auch andere Faktoren im belastenden Alltag Schwindel begünstigen. Dazu gehören: 

  • Zu wenig Essen und Trinken: Stehst du unter Stress, gerät manchmal selbst Elementares wie Essen und Trinken in den Hintergrund. So kann es schnell zu einem Flüssigkeitsmangel und einer Unterzuckerung kommen. Gegen akuten Schwindel hilft in dem Fall, eine Saftschorle zu trinken und Lebensmittel mit schnell verfügbaren Kohlenhydraten zu essen, etwa eine Banane oder etwas Brot. So sollte der Blutzuckerspiegel schnell wieder steigen. Insbesondere bei Hitze solltest du darauf achten, ausreichend zu trinken.
  • Schlechte Luftqualität: Stickige, schlecht gelüftete Räume können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und bei einigen Menschen auch Benommenheit oder Schwindel begünstigen. Lüfte regelmäßig, um dem vorzubeugen.
  • Schlafmangel: Schlaf reguliert unseren Blutdruck. Schläfst du schlecht, kann das dazu führen, dass du dich benommen und schwindelig fühlst.
  • Bewegungsmangel: Sitzt du viel und lange am Stück am Schreibtisch, kann das deinen Kreislauf beeinträchtigen. Stehst du nach längerem Sitzen auf, sackt dein Blutdruck ab und dir wird schwindelig. Verstärkt werden kann dieser Effekt noch durch eine verspannte Haltung. Achte während der Arbeitszeit darauf, kleine Pausen einzulegen und ein paar Schritte zu gehen. 

Selbst nach einer belastenden Phase kann dein Körper noch angespannt bleiben, obwohl der Druck bereits nachlässt. Versuche in solchen Momenten, Ruhe zu bewahren, dir Erholung zu gönnen und auf die Signale deines Körpers zu achten.

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Was kann ich bei Schwindel durch Stress tun?

Wenn Schwankschwindel durch Stress entsteht, können dir Bewegung und kurze Auszeiten im Alltag helfen. Probiere aus, was dir guttut: 

  • Atemübungen: Atme beispielsweise tief durch die Nase in den Bauch ein, bis sich deine Bauchdecke hebt. Das entspannt das Zwerchfell und bringt dich zur Ruhe.
  • Entspannungstechniken: Autogenes Training, Meditation oder ein Kurs zur Stressbewältigung können dabei helfen, dass dein Körper wieder herunterfährt und du auch in hektischen Situationen gelassen bleibst.
  • Anspannung lösen: Lockere Schultern, Nacken und Kiefer bewusst. Stress führt oft zu Muskelanspannungen, und diese können das unsichere Körpergefühl verstärken.
  • Bewegung in den Alltag einbauen: Gehe regelmäßig spazieren, fahre Rad oder mache leichte Übungen. Bewegung baut Stresshormone ab, stärkt dein Körpergefühl und kann dir helfen, wieder mehr Vertrauen in deine Balance zu bekommen.
  • Pausen gezielt einplanen: Warte nicht, bis dein Körper sich mit Schwindel meldet. Kurze Pausen im Alltag können dein Nervensystem entlasten. Nimm Mahlzeiten in Ruhe und regelmäßig ein.
  • Professionelle Hilfe nutzen: Wenn Schwindel und Angst sich gegenseitig hochschaukeln, kann eine Psychotherapie notwendig sein. Besonders die kognitive Verhaltenstherapie ist hilfreich, wenn die Angst zu groß wird. Sie kann dabei helfen, zu erkennen, wie Angst und Schwindel zusammenhängen. Mit professioneller Begleitung kannst du dich diesen Situationen gezielt stellen und somit Schritt für Schritt deine Ängste entschärfen. 
Tritt Schwindel bei dir regelmäßig in stressigen Phasen auf, kann es hilfreich sein, mögliche Auslöser im Alltag genauer zu betrachten. Dazu zählen sowohl Belastungen im Beruf als auch im Privatleben. Wenn du erkennst, welche Situationen bei dir besonders häufig Anspannung auslösen, ist das bereits ein wichtiger Schritt im Umgang mit Stress. So kannst du gezielt gegensteuern und möglicherweise auch stressbedingten Schwindel verringern.

Schwank- und Drehschwindel: Unterschied und Ursachen

Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Stress ist eine davon. Doch auch Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans, neurologische Ursachen oder psychische Belastungen können Schwindel auslösen. Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden dabei zwischen Schwank- und Drehschwindel.

Beim Drehschwindel haben Betroffene das Gefühl, sie selbst oder ihre Umgebung würden sich drehen. Beim Schwankschwindel fühlen sie sich dagegen unsicher auf den Beinen und wie auf einem schwankenden Schiff.

Häufig steckt hinter einem Drehschwindel der gutartige Lagerungsschwindel. Dabei kommt es meist bei bestimmten Kopfbewegungen – etwa beim Drehen im Bett oder beim Aufrichten – zu kurzen Schwindelattacken. Auslöser sind kleine Ablagerungen im Innenohr, die Sinneszellen reizen. Darüber hinaus können Erkrankungen des Innenohrs wie Morbus Menière Drehschwindel verursachen. Typisch sind plötzlich auftretende Schwindelanfälle, die oft von Ohrdruck, Hörminderung oder Ohrgeräuschen (Tinnitus) begleitet werden. Auch die vestibuläre Migräne kann mit Drehschwindel einhergehen. Die Beschwerden treten häufig zusammen mit Kopfschmerzen sowie einer erhöhten Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf.
Neben vergleichsweise harmlosen Faktoren wie Stress kann Schwankschwindel zum Beispiel auch von Herz-Kreislauf-Problemen ausgelöst werden. Auch psychische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen können Schwankschwindel verursachen oder verstärken. Stress kann die Beschwerden dann zusätzlich begünstigen. Wichtig ist: Die Gefühle und Symptome, die Betroffene während einer Schwindelattacke erleben, sind real und ernst zu nehmen. Manchmal entsteht ein Teufelskreis, bei dem bereits die Sorge vor einer weiteren Schwindelattacke die Beschwerden verstärkt oder erneut auslöst.

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Wann sollte ich Schwindel ärztlich abklären lassen?

Nimmst du einmal ein Schwindelgefühl wahr, musst du dir nicht gleich Sorgen machen. Beobachte dich: Vielleicht erkennst du schnell die Ursache oder der Schwindel legt sich wieder rasch von allein. Falls du beunruhigt bist, zögere nicht und suche deine Hausärztin oder deinen Hausarzt auf. Lass dich untersuchen, wenn:

  • der Schwindel neu auftritt, länger anhält oder immer wiederkommt
  • du keinen klaren Auslöser erkennst
  • dir zusätzlich übel ist, du erbrichst, Fieber hast oder starke Kopfschmerzen bekommst
  • Ohrgeräusche, Hörprobleme, Sehstörungen oder Herzrasen dazukommen
  • du kurz ohnmächtig wirst oder das Gefühl hast, gleich umzukippen
  • der Schwindel immer wieder in bestimmten Situationen auftritt, zum Beispiel in Menschenmengen

Deine Ärztin oder dein Arzt fragt dich genau nach deinen Beschwerden und erfasst deine Krankengeschichte sowie deinen Gesundheitszustand. Wenn es nötig ist, bekommst du eine Überweisung in eine HNO-Praxis oder eine neurologische Praxis, da Schwindel manchmal auch von Erkrankungen des Nervensystems oder des Innenohrs ausgelöst werden kann. Lässt sich keine organische Ursache für deine Beschwerden finden, kann eine psychologische Beratung sinnvoll sein. 

Wichtig: Hol sofort medizinische Hilfe, wenn der Schwindel plötzlich sehr stark ist oder zusammen mit Brustschmerzen, Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Sprachstörungen, starken Sehstörungen oder einem ungewöhnlich heftigen Kopfschmerz auftritt. Das sollte schnell abgeklärt werden.

Häufige Fragen zu Schwindel durch Stress

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