Was tun bei Rückenschmerzen?

Starker Rücken: Frau dehnt ihre Seite und zeigt dabei ihren Rücken

Rückenschmerzen gelten in Deutschland als die Volkskrankheit Nummer eins: Im Laufe des Lebens hat Jede und Jeder mal damit zu tun. Hier erfährst du, was du gegen Rückschmerzen machen kannst, was schnell hilft und wie du dauerhaft Rückenschmerzen lindern kannst. 

Hausmittel & Tipps: Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Daher gibt es kein Patentrezept gegen Rückenleiden, aber es gibt zwei Grundprinzipien, die die meisten akuten Rückenschmerzen lindern: Wärme und Bewegung. Was speziell bei dir und deinen Schmerzen hilft, findest du am besten selbst heraus.

Wichtig: Sollten die Schmerzen ungewöhnlich stark sein oder durch unsere Tipps keine Verbesserung auftreten, lass die Rückenschmerzen durch deinen Hausarzt oder deine Hausärztin abklären.

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Wärme gegen Rückenschmerzen

Bei akuten Rückenschmerzen kann meist Wärme helfen. Gut 60 Prozent aller Menschen mit Rückenschmerzen vertrauen bei der Eigenbehandlung auf Wärme, so der DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rückenbeschwerden“ (2018). Laut einer forsa-Umfrage im Rahmen des Reports sollen ein Heizkissen, ein heißes Bad oder auch ein Besuch in der Sauna bei Schmerzen im Rücken helfen. Die Wärme entspannt die Muskeln, fördert die Durchblutung und kann gereizte Nerven beruhigen. 
  • Franzbranntwein gegen Rückschmerzen: Auch Franzbranntwein ist mit seiner Mischung aus Ethanol und Kräuterzusätzen als Wärmemittel beliebt. Er wird schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Einreibe-Mittel gegen Rückenschmerzen genutzt. Auch hier ist es die Wärme, die die Durchblutung fördert, die Muskelentspannung unterstützt und so die Schmerzen lindert.
  • Einen ähnlichen Effekt kann übrigens auch Kälte erzeugen. Bei Kälte verengen sich kleine Gefäße im Rücken. Wenn sie sich wieder weiten, fördern sie ebenfalls die Durchblutung. Falls du sensibel auf Kälte reagierst oder nicht so experimentierfreudig bist, solltest du dich besser an die Wärme-Behandlung halten. 

Stufenlagerung bei akuten Schmerzen im unteren Rücken

Diese einfache, aber effektive Übung kann helfen, Schmerzen in der Lendenwirbelsäule zu lindern– vor allem auch bei Hexenschuss. So geht's:

  1. Lege dich mit dem Rücken flach auf den Boden.
  2. Lege die Unterschenkel auf einen Stuhl oder Hocker, so dass Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden.
  3. Bleibe so für zehn Minuten liegen. 

Die Stufenlagerung entlastet die Wirbelsäule und kann so die Rückenmuskulatur entspannen. 

Massage gegen Rückenschmerzen

Auch Massagen können bei akuten Rückenschmerzen helfen. Sie zielen vor allem darauf ab, verspannte Muskeln zu lockern und Verspannungen zu lösen. Das kann während der Anwendung auch mal unangenehm sein, im Anschluss sollte sich aber eine Linderung einstellen. 

Wenn die Massagen aus medizinischer Sicht notwendig sind, können dir deine Ärztin oder dein Arzt Massagen verschreibt. In dem Fall übernehmen wir 90 Prozent der Kosten für die Physiotherapie. Eine Zuzahlung von zehn Prozent sowie zehn Euro pro Verordnung trägst du allerdings selbst.

Rückenschmerzen besser verstehen und wissen, was zu tun ist

Wie entsteht eigentlich Schmerz? Wie entwickeln sich chronische Schmerzen? Und wie findest du aus einem Rückenschmerz wieder heraus? Diese und weiter Fragen beantwortet Physiotherapeut Dr. Michael Richter im Video.

Bewegung gegen Rückenschmerzen

Vielleicht ist dir bei Rückenschmerzen überhaupt nicht nach Bewegung zumute. Aber: Bewegung hilft – kurzfristig, also bei akuten Schmerzen, aber auch auf lange Sicht, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Gemäß Professor Pfeifer, Sportwissenschaftler und Bewegungsexperte, ist Bewegungsmangel heutzutage häufig der Grund für Rückenschmerzen: „Als wir noch Jäger und Sammler waren, mussten sich die Menschen ständig bewegen, Essen auftreiben, vor Feinden fliehen, um zu überleben. In den wenigen Bewegungspausen haben sie sich geschont. Das ist in unseren Genen so programmiert. Heute müssen wir uns aber kaum noch bewegen. Unsere Lebensumstände sind andere. In der Folge bewegen wir uns zu wenig, und das bekommt nicht nur der Rücken zu spüren. Bewegungsmangel ist die Ursache für viele der heute weit verbreiteten nicht ansteckenden Krankheiten. Zum Überleben brauchen wir die Bewegung nicht mehr, aber um unseren Körper gesund zu halten.“

Bewegungsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die WHO empfiehlt Erwachsenen, sich pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten zu bewegen. Alternativ reichen auch 75 bis 150 Minuten aerober Aktivität von hoher Intensität.

Zusätzlich rät die WHO an mindestens zwei Tagen die Woche zu moderatem Krafttraining. 

Bewegung heißt hier nicht unbedingt Sport. Bewegungsexperte Pfeifer erklärt: „Ob das Joggen oder intensives Staubsaugen ist, jeden Tag eine halbe Stunde spazieren gehen oder dreimal die Woche Yoga, spielt erst einmal keine Rolle. Jeder Einzelne muss für sich herausfinden, welche Bewegung ihm guttut und gegen Schmerzen im Kreuz hilft.“

Hinzu kommt: Nicht jeder Sport ist dafür geeignet, Rückenschmerzen zu lindern. Um die Rückenmuskulatur wieder weicher zu machen, eignen sich Sportarten, die dehnen und strecken. Dazu gehören Schwimmen, Yoga oder auch Pilates.

Wie trainiert man am besten die Rückenmuskulatur?

Beim Training gegen Rückenschmerzen kommt es darauf an, ob du grundsätzlich schon Sport machst oder zu den Untrainierten zählst.

Tipps für Untrainierte

Wer sonst keinen Sport macht oder eher untrainiert ist, sollte zuerst mit einem ganzheitlichen Krafttraining die gesamte Muskulatur aufbauen. Der Grund für diesen Gesamtaufbau liegt darin, dass unsere Muskeln als Verbund arbeiten und nicht isoliert. Du musst für diese Art des Workouts aber nicht in ein Fitnessstudio. Auch ohne Geräte und mit deinem eigenen Körpergewicht kannst du vieles erreichen. Übungen wie Liegestützen, Planks, Kniebeugen oder Ausfallschritte sind ideal geeignet, um zu Hause perfekt zu trainieren. 

 
Noch mehr Übungen findest du in unserem Artikel Übungen gegen Rückenschmerzen – mit Erklärvideos zu den Übungen.

Dranbleiben für eine dauerhafte Besserung

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Normalerweise bessern sich die Rückenschmerzen bereits, wenn du 2 Wochen lang regelmäßig trainierst. Viele hören allerdings schon wieder mit dem Training auf, sobald es ihnen besser geht. Um motiviert zu bleiben, lege pro Woche einen bis zwei Sporttage ein. Frage dich, was du schaffen und durchhalten kannst. Wenn du Rückenübungen in deinen Alltag integrierst, werden sie bald zu Automatismen.

Rückentraining – Tipps für Sportlerinnen und Sportler

Wenn du bereits regelmäßig Sport machst und du Rückenschmerzen hast, können dir verschiedene Dehnungen und Übungen einen Ausgleich zur oft einseitigen Belastung durch den Sport bieten. Das Gute: Bei dir ist das Grundgerüst schon vorhanden.  

Bei akuten Schmerzen hilft es, mit einer Faszienrolle die Muskeln sozusagen auszurollen. Die Faszien sind Bindegewebe. Überlastung, Stress, aber auch Bewegungsmangel können dazu führen, dass die Faszien wie Wolle verfilzen und dir Schmerzen verursachen. Eine Faszienrolle aus hartem Schaumstoff lindert und löst diese Schmerzen – oftmals ist so direkt eine Besserung spürbar.

Dehnen – wichtiger Bestandteil des Rückentrainings

Ein dehnbarer Rückenstrecker-Muskel ist für einen gesunden Rücken sehr wichtig. Dieser Muskel geht auf beiden Seiten deiner Wirbelsäule vom Becken bis zum Kopf. Er richtet deinen Körper auf. Du kannst einen ganz einfachen Schnelltest durchführen, um zu erkennen, ob dein Rücken verkürzt ist. Wenn du bei gestreckten Beinen mit den Händen deine Füße berühren kannst, ist alles OK. Wenn nicht, ist dein Rückenstrecker bereits verkürzt. Hier gilt: Dehne dich!

Häufige Fragen

Hier beantworten wir noch weitere Fragen zum Thema Rückenschmerzen und was du dagegen tun kannst:

Was sollte man bei Rückenschmerzen nicht tun?

Du solltest mit Rückenschmerzen nicht nur auf dem Sofa liegen und dich schonen. Denn durch die Schonhaltung verspannen die Muskeln meist noch mehr. Natürlich solltest du aber auch keine ruckartigen Bewegungen machen, die zu noch mehr Schmerzen führen. Wärme und maßvolle Bewegungen wie ein Spaziergang können schon für Linderung sorgen.

Wie kann ich verkrampfte Rückenmuskulatur lösen?

Gegen Verspannung und eine verkrampfte Rückenmuskulatur hilft oftmals Wärme. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche, Wärmepflaster oder wärmende Einreibungen zum Beispiel mit Franzbranntwein können die verkrampften Muskeln lösen und für eine bessere Durchblutung sorgen. Außerdem kann behutsame und maßvolle Bewegung helfen.

Welche Muskeln verursachen Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen haben unterschiedliche Ursachen. Läufer klagen oft über Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Das liegt daran, dass die hintere Beinmuskulatur am unteren Rücken ansetzt und oft verkürzt ist. Wer im Büro arbeitet und Studierende leiden oft an Schmerzen im Hals- oder Brustwirbelbereich. Expertinnen und Experten wissen, dass das von einer schlechten, nach vorne gebeugten Haltung herrührt. Die Rückenmuskulatur ist zu wenig trainiert.

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