Gesund abnehmen – so klappt’s langfristig
Vielleicht haben Sie schon viel probiert – haben gehungert, Kohlenhydrate von Ihrem Speiseplan gestrichen, tagelang nur noch Säfte getrunken oder sich hoch motiviert und euphorisch einer Laufgruppe angeschlossen. Viele Menschen wollen schnelle Erfolge beim Abnehmen erzielen. Doch genau das ist nicht gesund und damit auch nicht nachhaltig. Um dauerhaft Gewicht zu verlieren, müssen Sie Ihr Leben und viele Ihrer Gewohnheiten konsequent umkrempeln.

Ein gesundes Gewicht – was ist das eigentlich?
Eins vorneweg: Die Anzeige der Waage alleine sagt wenig darüber aus, ob Ihr Gewicht gesund ist oder nicht. Offiziell gilt ein BMI von 18,5 bis 24,9 kg/m² als Normalgewicht. Doch auch wer darüber liegt, kann ein gesundes Gewicht haben, obwohl die Waage eine andere Wahrheit spricht. Wenn Sie nämlich mehr Muskeln als Fett haben, sind sie schwerer. Angemessen ist ein Gewicht daher immer dann, wenn jemand fit und vital ist.
Kalorien reduzieren – aber richtig
Wer abnehmen möchte, kann pro Monat ein bis zwei Kilo verlieren – und das ohne wirklich zu verzichten. Wie das geht? Indem Sie Ihre Ernährung ehrlich beäugen. Denn: Viele Menschen übersehen unsichtbare Fettfallen, wie versteckte Kalorien in Lebensmitteln und essen dadurch mehr, als sie denken. Sie halten fälschlicherweise ein intensives Sportprogramm für das A und O, um Kalorien purzeln zu lassen und unterschätzen dabei oft ihren tatsächlichen Kalorienverbrauch. Oder sie hungern so stark, dass der Körper in den Energiesparmodus wechselt und der Stoffwechsel sich verlangsamt. Dadurch entsteht der berühmte Jo-Jo-Effekt. Die Faustregel für eine gesunde Kalorienzufuhr ist: Normgewicht x 30 kcal. Eine 1,65 m große Frau mit einem Gewicht von 65 Kilo hätte somit einen natürlichen Umsatz von 1.950 kcal pro Tag. Wer gesund abnehmen will, sollte 500 Kalorien pro Tag in Bezug auf die eigene Kalorienzufuhr abziehen. Das Schöne: Wenn Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen und kalorienhaltige Nahrungsmittel durch eine gesündere Alternative ersetzen, gehen Sie nicht hungrig ins Bett. Im Gegenteil: Sie dürfen sich darauf freuen, jeden Monat ein oder sogar zwei Kilo zu verlieren.
Abnehmen ohne zu hungern mit einer guten Ernährung
Verzichten Sie auf diese Dickmacher:
- Fettes Fleisch und Wurstsorten wie Salami oder Leberwurst
- Fettreiche Milchprodukte
- Fast Food und andere hoch verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte
- Frittierte und panierte Speisen
- Süße und salzige Snacks
Greifen Sie zu gesunden Alternativen:
- mageres Fleisch oder Fleischersatzprodukte
- Skyr oder auch griechischer Joghurt
- Kochen Sie mit frischem Gemüse
- Essen Sie Obst und Gemüse
- Nüsse in Maßen
Doch nicht nur was Sie essen ist wichtig –auch, wie Sie die Speisen zu sich nehmen. Wer ständig snackt, verliert das natürliche Hungergefühl und isst schnell aus Gewohnheit, Frust oder Langeweile. Menschen neigen dazu, zu viel zu essen, weil sie vom Handy oder Tablet abgelenkt sind. Beschränken Sie sich daher auf die drei Hauptmahlzeiten und nehmen Sie sich Zeit dafür. Wird der Hunger zwischendurch zu groß, sind Gemüsesticks, Obst, Rohkost, Nüsse oder Haferflocken mit Magerquark hochwertige Snacks.
Fettverbrennung durch Sport
Damit Sport Ihnen beim Abnehmen hilft, halten Sie sich an drei entscheidende Regeln:
- Machen Sie regelmäßig Ausdauer- und Kraftsport.
- Finden Sie Sportarten, die Ihnen Spaß machen und setzen Sie sich realistische Ziele. Den Sport zu übertreiben ist genauso ungesund wie demotivierend. Wer bisher wenig aktiv war, kann gut mit Alltagsbewegung starten: Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs, fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit oder gehen Sie schnellen Schrittes spazieren.
- Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend essen – besonders vor und nach dem Sport! Der Körper benötigt Energie, um während des Trainings leistungsfähig zu bleiben und sich danach zu regenerieren. Die bekommt er nur aus einer angemessenen Menge Kohlenhydrate, gesunder Fette und vor allem Proteinen.
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Hürden beim gesunden Abnehmen und wie Sie sie überwinden
Bei vielen Menschen läuft die Nahrungsaufnahme nebenbei und damit unbewusst ab. Sie essen, weil es an der Zeit ist und sie essen den Teller leer, weil sie das in ihrer Kindheit auch machen mussten.. Dabei ist ihnen oft gar nicht bewusst, dass sie gar keinen Hunger (mehr) haben. Vielleicht kennen Sie auch das: Wenn Ihnen langweilig ist, Sie frustriert oder traurig sind, gehen Sie beinahe automatisch zum Kühlschrank oder greifen in die Süßigkeitenschublade. Oft sind wir darauf gepolt, zu essen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Dagegen kann es helfen, achtsamer damit umzugehen. Hören Sie ganz genau auf Ihr Bauchgefühl, spüren Sie in sich hinein, ob Sie tatsächlich hungrig sind oder Sie sich durch Essen von etwas ablenken. Fällt es Ihnen sehr schwer, ungesunde Gewohnheiten abzulegen, kann eine Verhaltenstherapie Sie dabei unterstützen.
Wenn der erhoffte Abnehmerfolg also trotz Disziplin ausbleibt, verfallen Sie bitte nicht wieder in alte Muster. Immerhin haben Sie den ersten Schritt geschafft und dürfen sehr stolz auf sich sein. Statt aufzugeben, vertrauen Sie sich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an und lassen Sie sich untersuchen, um dann die Gewissheit zu haben und motiviert am Ball zu bleiben. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim gesunden Abnehmen.
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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