Reizdarm kann für die Betroffenen sehr belastend sein

Reizdarm erkennen und behandeln

Wenn der Darm empfindlich reagiert

Das Reizdarmsyndrom oder kurz Reizdarm bezeichnet eine Funktionsstörung des Darms, die sich durch verschiedene Krankheitssymptome zeigt. In Deutschland sind ungefähr 12 Millionen Menschen davon betroffen, darunter doppelt so viele Frauen wie Männer (Bund deutscher Internisten). „Die Betroffenen des Reizdarmsyndroms leiden unter Darmbeschwerden, für die sich trotz gründlicher Untersuchungen keine eindeutige körperliche Ursache finden lässt“, erklärt unser DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff.

DAK-Arzt Dr. Dankhoff erklärt Wissenswertes zum Reizdarm

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit

Reizdarm: Die Ursachen

Die Ursachen für Reizdarm sind nicht genau geklärt. Jedoch können psychische Einflüsse eine Rolle bei der Entstehung des Reizdarmsyndroms spielen. Stress gilt beispielsweise als möglicher Auslöser. „Angst, Ärger, Nervosität und Kummer können die Beschwerden hervorrufen oder verstärken“, klärt Dr. Dankhoff auf. Auch eine empfindliche Darmschleimhaut und ungewöhnliche Darmbewegungen sind mögliche Ursachen. Das Darmnervensystem reagiert dabei besonders stark auf die Bewegungen des Darms. Dehnt sich der Darm beispielsweise durch Luftansammlungen aus, so spüren Betroffene dabei schneller Schmerzen als andere. Der DAK-Experte Dr. Dankhoff merkt an, dass auch der vermehrte Einsatz von Antibiotika zu Störungen der Darmflora und Schädigungen der Darmschleimhaut führen kann. Auch dies ist ein möglicher Ansatz für Reizdarmbeschwerden. 

Symptome bei Reizdarm

Die vielfältigen Symptome des Reizdarmsyndroms treten oftmals plötzlich auf. Nachts sind die Betroffenen allerdings meist beschwerdefrei. Folgende Krankheitsanzeichen zeigen sich: 

  • Bauchschmerzen, Druckgefühl im Bauch (besonders Unterbauch), Völlegefühl

  • Blähbauch und Blähungen

  • Veränderter Stuhlgang: Verstopfungen, Durchfall (oft auf im Wechsel)

  • Gefühl unvollständiger Darmentleerung

  • Nachlassende Schmerzen nach dem Stuhlgang

  • Schleimbeimengungen im Stuhl

  • Sodbrennen oder Übelkeitsgefühl

  • Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen

Reizdarmsyndrom: ja oder nein?

Da die Symptome, die beim Reizdarm auftreten, auch auf andere Krankheiten hindeuten können, ist es wichtig, den Verlauf der Symptome genau zu beobachten. Beispielsweise könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen. Auch chronische Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn sollten durch Untersuchungen ausgeschlossen werden. Ebenso Lebererkrankungen, Gallensteine, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und eine Magenschleimhautentzündung. Um diese Krankheiten auszuschließen und die Diagnose Reizdarm zu sichern, kann der Arzt oder Facharzt folgende Untersuchungen vornehmen: 

  • Ultraschalluntersuchung

  • Darmspiegelung

  • MRT oder Kernspintomografie

  • Laboruntersuchung: Blutuntersuchung, Stuhluntersuchung, Urinuntersuchung

  • Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelallergien

  • Rektale Tastuntersuchung

Reizdarmsyndrom behandeln

Unser DAK-Experte Dr. Dankhoff informiert: „Da die Ursachen beim Reizdarm nicht behandelt werden können, zielt die Behandlung eher darauf ab, die unangenehmen Beschwerden zu lindern. Zudem sollen die Betroffenen lernen, gelassener mit den Symptomen umzugehen, da diese durch psychischen Druck verstärkt werden.“

Eine Umstellung der Ernährung ist beim Reizdarm ebenfalls sinnvoll. Durch ballaststoffarme Kost kann so der Blähbauch reduziert werden. Zudem helfen regelmäßige, nicht so große Mahlzeiten gegen das Völlegefühl. Der Tipp von Dr. Dankhoff: „Auch pflanzliche Mittel wie Fenchel, Anis oder Kümmel helfen gegen Blähungen.“ Leiden die Patienten hingegen eher an Verstopfung, kann eine ballaststoffreiche Kost helfen. Trinken Sie außerdem ausreichend Flüssigkeit (ein bis zwei Liter am Tag) und vermeiden Sie alkoholische Getränke. Zudem kann Ihnen eine Ernährungsberatung dabei helfen, wenn Sie Ihre Ernährung bei Reizdarm anpassen wollen.

Bei akuten Reizdarm-Beschwerden kann die kurzzeitige Einnahme von Medikamenten wie Abführmittel, krampflösende Mittel oder Schmerzmittel helfen. „Die Einnahme sollte allerdings nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen“, mahnt Dr. Dankhoff. „Ebenso der Einsatz von Antidepressiva bei sehr schweren Beschwerden.“

Gegen die auftretenden Bauchschmerzen kann Ihnen eine Wärmflasche helfen. Achten Sie aber darauf, dass diese nicht zu heiß und gut verschlossen ist. Auch Kräuterpräparate als Öle wie Pfefferminze, Hopfen, Baldrian oder Melisse bewirken eine Linderung bei Bauchkrämpfen.

„Vermeiden Sie zusätzlichen Stress und bauen Sie Erholungspausen in Ihren Alltag ein“, rät Dr. Dankhoff. Um den psychischen Druck zu mindern, helfen Ihnen Entspannungskurse. Diese werden von der DAK-Gesundheit bezuschusst.

Zuletzt aktualisiert:
Thu May 26 09:10:47 CEST 2016

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