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Ausbleibende Periode, Haare im Gesicht: Das PCO-Syndrom und seine Folgen

Deine Periode kommt selten oder gar nicht? In deinem Gesicht sprießen plötzlich Haare? Und überhaupt hast du neuerdings das Gefühl zu vermännlichen? Das können Hinweise auf eine ernstzunehmende hormonelle Störung sein – das sogenannte PCO-Syndrom. Was genau sich dahinter verbirgt, welche Folgen es hat und wie du es behandeln kannst, erfährst du hier.

Was ist PCOS?

Geschätzt eine Million Frauen in Deutschland im gebärfähigen Alter leiden unter dem Polyzystischen Ovarsyndrom, kurz PCOS. Der medizinische Fachbegriff leitet sich von einem der Hauptsymptome ab: „poly“ heißt “viele”, zystisch kommt von Zyste, „Ovar“ bedeutet „Eierstöcke“ – also „Viele-Zysten-am Eierstock-Syndrom“. Warum genau Mädchen und Frauen daran erkranken, ist noch nicht abschließend geklärt. Anscheinend liegt PCOS aber in der Familie, Mütter und Großmütter hatten häufig das gleiche Problem. Und die Veranlagung dazu wird schon im Embryo ausgebildet.

Frauen und Mädchen mit PCOS haben keinen oder nur sehr selten einen Eisprung. Die Follikel, in denen die Eier heranreifen, platzen nicht, sondern bleiben als Bläschen an den Eierstöcken kleben. Ausgelöst wird diese Störung durch eine Stoffwechselerkrankung, die meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auftritt: Die jungen Frauen haben eine Insulinresistenz, der Körper schüttet andauernd zu viel von dem Hormon aus. Das wiederum regt die Produktion männlicher Hormone, sogenannter Androgene, an. Dazu gehört zum Beispiel Testosteron, das du vermutlich als männliches Sexualhormon kennst. Außerdem lagert der Körper die Energie aus der Nahrung ein, statt sie zu verbrennen. Viele Frauen legen deshalb an Gewicht zu. Das Tückische daran: Sie geraten in einen hormonellen Teufelskreis. Insulin kurbelt die Androgen-Bildung an. Die männlichen Hormone werden als Vorstufe zu den weiblichen in den Eierstöcken gebildet. Gibt es zu viele männliche Hormone, schafft es der Eierstock nicht mehr, sie weiterzuverarbeiten. Dann überschwemmen die männlichen Hormone das Blut, beeinträchtigen die Reifung der Eibläschen und kurbeln die Insulin-Produktion an. In der Folge bleiben Eisprung und Periode aus und die Kilos nehmen zu.

Woran erkenne ich, dass ich PCOS habe?

PCOS kannst du an drei Hauptmerkmalen erkennen: der optischen Vermännlichung – also mehr Akne und mehr Haare im Gesicht oder auch am Bauch – dem gestörten Zyklus und den Bläschen an den Eierstöcken. Treffen zwei der drei Symptome zu, ist es sehr wahrscheinlich, dass du an PCOS leidest. Um sicher zu gehen, solltest du einen Gynäkologen oder eine Gynäkologin aufsuchen. Mit einem vaginalen Ultraschall können die Zysten an den Eierstöcken festgestellt werden. Ein Hormontest filtert heraus, welche Hormone in welcher Menge in deinem Blut vorhanden sind.

Ist PCOS gefährlich?

Das Syndrom ist zwar nicht per se gefährlich. Es führt vor allem dazu, dass du nur selten deine Regelblutung bekommst und männliche Körpermerkmale ausbildest. Das bedeutet allerdings auch, dass du nur schwer oder gar nicht schwanger werden kannst. Viele junge Frauen leiden psychisch unter dem unerfüllten Kinderwunsch oder auch unter ihrer eingeschränkten Lebensqualität, weil sie sich in ihrem Körper unwohl fühlen und sogar gemobbt werden.

Bei einem Teil der Frauen mit PCOS arbeitet auch die Schilddrüse nicht richtig. Die Unterfunktion kann ebenso wie PCOS Ursache einer ausbleibenden Schwangerschaft sein.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass PCOS durch die erhöhte Insulinausschüttung zu Diabetes Typ 2 oder zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall führen kann. Und diese Erkrankungen sind nicht ungefährlich. Es ist also wichtig, dass du deine Symptome abklären lässt, um schwerwiegende Folgeerkrankungen zu verhindern.

Wie wird PCOS behandelt?

PCOS ist nicht heilbar, aber mit ein bisschen Geduld und einer individuellen Behandlung kannst du die Symptome mildern und sogar schwanger werden. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Gynäkologin oder dein Gynäkologe deine Beschwerden nicht ernst nimmt, dich nicht richtig untersucht oder informiert oder dir einfach nur die Antibabypille verschreibt, solltest du nach einem Experten oder einer Expertin für PCOS suchen. Häufig sind Universitätskliniken dafür gute Anlaufstellen.

Die Pille ist zwar eine gute Möglichkeit, die hormonelle Störung in den Griff zu bekommen. Sie verschiebt dein Problem allerdings nur bis zu dem Moment, in dem du ein Kind willst. Nimmst du keine Pille, weil deine Symptome vielleicht gar nicht so schlimm sind, denk bitte so lange an Verhütung, wie du kein Kind bekommen möchtest. Denn auch wenn PCOS Schwangerschaften erschwert, sind spontane Befruchtungen gar nicht so selten.

J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG

Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 ist eine freiwillige Mehrleistung der DAK-Gesundheit. MEHR INFOS

PS: Ab 20 Jahren kannst du einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.

Mache dir also bitte keine Sorgen, ob sich später dein möglicher Kinderwunsch nicht erfüllen könnte. Wenn es so weit ist, wird dich deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt beraten. Bei jeder Frau wird separat entschieden, welche Behandlung helfen könnte. Manchmal reicht schon eine einfache Stimulation der Eierstöcke, um einen Eisprung auszulösen. Manchmal ist es die Schilddrüse, die Unterstützung braucht. Vielen Frauen hilft es, den aus dem Lot geratenen Insulinspiegel zu behandeln. Dafür gibt es Medikamente. Dann verschwinden auch Akne und Körperbehaarung. Oft kannst du aber auch durch die Umstellung deines Lebensstils viel erreichen. So abgedroschen das klingen mag: Sport, Gewichtsreduzierung und gesundes Essen sind das A und O. Dadurch normalisiert sich dein Insulinhaushalt, was wiederum die Produktion der Androgene reduziert und so den Hormonhaushalt stabilisiert. Das gilt übrigens auch für die Frauen, die einen normalen Body-Mass-Index haben. Es gibt jede Menge Kurse und tolle Apps zu den Themen Fitness und Ernährung. Schau dich mal um! Unsere Präventionsangebote für dich im Überblick

HIER GIBT'S HILFE

Eine gute Anlaufstelle ist auch die Selbsthilfegruppe Deutschland von Frauen mit PCOS im Internet: https://www.pcos-selbsthilfe.org/pcos

Wenn du weitere Fragen hast, schreib eine E-Mail an das Team der DAK-Gesundheit: doktorsex@dak.de

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