GHB und GBL: Wirkung, Risiken und warum „G“ so gefährlich ist

GHB und GBL, in der Drogenszene auch „G“ genannt, sind zwei Substanzen, die zu den gefährlichsten Drogen zählen. Schon kleine Mengen können benommen machen, das Bewusstsein dämpfen oder zu Erinnerungslücken führen. Besonders riskant wird es in Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen. GHB und GBL werden außerdem als K.-o.-Tropfen missbraucht. Hier erfährst du, wie die Stoffe wirken und warum sie so riskant sind.

Ein Mann bei einer Party

Was ist GHB?

GHB steht für Gamma-Hydroxybuttersäure und wirkt stark dämpfend auf das zentrale Nervensystem, sprich: Man fühlt sich benommen. Früher wurde GHB in der Medizin unter anderem als Narkosemittel eingesetzt. Heute spielt es dort nur noch eine untergeordnete Rolle, zum Beispiel bei der Behandlung von Schlafstörungen wie der Schlafkrankheit (Narkolepsie). Als Droge wird GHB meist als farb- und geruchlose Flüssigkeit eingenommen, weshalb sie in der Szene häufig als „Liquid Ecstasy“ bezeichnet wird – selbst wenn es ganz anders wirkt als Ecstasy. 

Was ist GBL?

GHB und GBL wirken ähnlich, sind aber chemisch verschieden. GBL (Gamma-Butyrolacton) ist eine klare Flüssigkeit. Es ist eine chemische Vorstufe von GHB. Das bedeutet: Wenn jemand GBL einnimmt, wandelt der Körper die Substanz schnell in GHB um. Genau das macht GBL besonders riskant, denn die Vorstufe ist aufgrund ihrer fettlöslichen Struktur schneller in der Lage in Zellen einzudringen und die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Somit setzt auch die Wirkung von GBL oft schneller und unvorhersehbarer ein. Viele können kaum einschätzen, wie stark die Substanz wirkt. Schon kleine Mengenunterschiede können schwere, teilweise lebensbedrohliche Folgen haben.

GBL ist ursprünglich kein Medikament, sondern ein industrielles Lösungsmittel, das zum Beispiel in Reinigern vorkommt. Die Substanz kann Schleimhäute reizen oder verätzen.

GBL und GHB können einen Rauschzustand auslösen und ähnliche Risiken haben. GBL ist jedoch noch schwerer einzuschätzen und deshalb besonders gefährlich.

Wichtig zu wissen: Neue Regeln für GBL

GHB und GBL unterliegen in Deutschland unterschiedlichen Vorschriften. GHB ist bereits als Betäubungsmittel eingestuft. Für GBL gelten seit dem 12. April 2026 strengere Regeln: Reines GBL und Zubereitungen mit mehr als 20 Prozent GBL fallen unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Damit soll verhindert werden, dass GBL missbraucht wird – zum Beispiel als Droge oder für K.-o.-Tropfen.

Die Einnahme von GBL ist gefährlich. Schon kleine Mengen können stark wirken und eine Überdosis lebensbedrohlich werden.

Wie wirken GHB und GBL?

GHB und GBL machen sich meist schon wenige Minuten nach der Einnahme bemerkbar und wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Wie stark die Substanzen wirken, hängt vor allem von der konsumierten Menge ab und davon, ob zusätzlich Alkohol oder andere Drogen im Spiel sind. Die Wirkung hält oft nur wenige Stunden an, was dazu führt, dass Konsumierende die Wirkung unterschätzen und schnell „nachlegen“. Eine Überdosis ist so oftmals die Folge.
  • Nach geringen Menge fühlen sich manche Menschen zunächst leicht euphorisch, entspannt oder enthemmt – auch in sexueller Hinsicht. Der Rausch wirkt hier ähnlich wie bei Alkohol. Doch genau das kann gefährlich trügen. Denn schon eine minimal höhere Dosierung führt dazu, dass die Wirkung kippt: Betroffene werden benommen, desorientiert oder verlieren das Bewusstsein („G-Nap“). Auch das Schmerzempfinden kann nachlassen.
  • Besonders riskant ist die schmale Grenze zwischen Rausch und Überdosierung. GHB und GBL können die Atmung verlangsamen, zu Bewusstlosigkeit führen und im schlimmsten Fall ein Koma auslösen oder tödlich enden. Alkohol, Beruhigungsmittel oder andere Drogen verstärken diese Wirkung unkontrollierbar.

Missbrauch als K.-o.-Tropfen

GHB und GBL werden auch als K.-o.-Tropfen verwendet, um Menschen zu betäuben und handlungsunfähig zu machen. Die farb- und geruchslosen Stoffe sind in Getränken oft nicht zu bemerken. Wenn du vermutest, dass dir oder einer anderen Person etwas ins Getränk gemischt wurde, hol sofort Hilfe. Bleib nicht allein, sprich Menschen in deiner Nähe an. Rufe bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen oder starker Benommenheit für die betroffene Person den Notruf 112.

Welche Risiken birgt der Konsum von GHB und GBL? 

Das größte Risiko bei GHB und GBL ist, dass sich die Wirkung kaum sicher dosieren lässt. Was eben noch wie ein kurzer Rausch wirkt, kann schnell zu einem Notfall werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn Alkohol oder andere Substanzen dazukommen. Diese Gefahren solltest du kennen:

  • Überdosierung: Zwischen dem Rausch und einer lebensbedrohlichen Überdosis liegt nur ein sehr kleiner Bereich. Du kannst außerdem nicht genau wissen, wie viel Wirkstoff enthalten ist. Das macht die Dosierung noch gefährlicher. Schon kleine Mengenunterschiede können dazu führen, dass Betroffene nicht mehr ansprechbar sind.
  • Atemprobleme: Die Atmung kann gefährlich langsam oder flach werden. Bei höherer Dosis besteht die Gefahr, dass GHB und GBL im schlimmsten Fall bis zum lebensbedrohlichen Koma führen.
  • Akute Lebensgefahr: In Kombination mit alkoholischen Getränken oder anderen Substanzen kann die Wirkung außer Kontrolle geraten. Wer GHB oder GBL mit Alkohol mischt, bringt sich in akute Lebensgefahr.
  • Abhängigkeit: Bei regelmäßigem oder längerem Konsum kann die Droge schnell abhängig machen. Mit der Sucht wachsen auch die gesundheitlichen Risiken weiter an.  
  • Erinnerungslücken und Kontrollverlust: Nach der Einnahme kann es zu Verwirrung, Gedächtnisstörungen und zeitweisem Erinnerungsverlust kommen. Betroffene wissen später oft nicht mehr genau, was passiert ist. Wer regelmäßig hohe GHB-Dosen einnimmt, riskiert sogar bleibende Schäden am Gedächtnis.
Generell gilt: Finger weg von Drogen. Laut DAK Psychreport sind knapp 5 Prozent der Krankschreibungen auf psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen zurückzuführen. Damit sind alle Drogen von Alkohol und Nikotin bis hin zu harten Drogen wie Kokain und Opioiden gemeint – aber eben auch Partydrogen wie GHB und GBL. 

Folgen langfristigen Missbrauchs von GHB und GBL

Bei gelegentlichem Konsum können GBL und GHB bereits unvorhersehbare Wirkungen haben. Wer die Substanzen häufiger oder über einen längeren Zeitraum nimmt, geht ein deutlich höheres Risiko ein: Der Körper gewöhnt sich an die Wirkung. Dieser Gewöhnungseffekt sorgt dafür, dass oftmals die Dosis erhöht wird – was schnell zu einer lebensgefährlichen Überdosierung führen kann. 

Außerdem kann der regelmäßige Konsum zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen. Betroffene berichten dann nicht nur von starkem Verlangen, sondern auch von Entzugserscheinungen wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Zittern, Angstzuständen oder sogar Krampfanfällen, wenn sie die Droge absetzen. Hinzu kommen häufig soziale und gesundheitliche Probleme, etwa Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen oder Probleme im Alltag und Beruf. 

Wichtig ist: Auch das „Ausprobieren“ ist nicht harmlos, weil schon kleine Mengen falsch dosiert sein können und in Kombination mit Alkohol oder anderen Substanzen lebensgefährlich werden.

Warum ist ärztliche Hilfe beim Entzug so wichtig?

Wenn du GHB oder GBL regelmäßig einnimmst und aufhören möchtest, ist ein medizinisch begleiteter Entzug der richtige Weg. Suche dir Unterstützung und mache den Entzug nicht auf eigene Faust. Ein GHB- oder GBL-Entzug kann schon nach kurzer Zeit starke Beschwerden auslösen und in manchen Fällen gefährlich werden, weil Halluzinationen oder Wahnvorstellungen auftreten können. Deshalb sollte der Entzug immer begleitet werden, am besten koordiniert durch eine Suchtberatungsstelle, eine Fachärztin, einen Facharzt oder eine spezialisierte Klinik.

In schweren Fällen können Delirien oder lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. In einer Klinik kann dein Zustand eng überwacht werden. Ärztinnen und Ärzte können Beschwerden lindern, deinen Kreislauf und deine Atmung im Blick behalten und den Entzug sicher begleiten.

Häufige Fragen zu GHB und GBL 

Du hast noch weitere Fragen zu GHB und GBL als Drogen? Hier findest du weitere Antworten.

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Fachbereich der DAK-Gesundheit

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