Magic Mushrooms: Risiken und Wirkung

Ein Mann im Pyjama sitzt auf dem Sofa und schreit während einer Psychose.

Magic Mushrooms gelten als natürliche Droge – harmlos sind sie deshalb aber nicht. Die halluzinogenen Rauschmittel können viel im Kopf auslösen – von Euphorie und spirituellen Erfahrungen bis hin zu starker Paranoia und beängstigenden Sinnestäuschungen. Hier erfährst du, wie Magic Mushrooms wirken, welche Gefahren es gibt und warum die psychischen Risiken schwer vorhersagbar sind.

Was sind Magic Mushrooms?

Magic Mushrooms sind halluzinogene Pilze, die als Drogen konsumiert werden. Sie kommen in der Natur vor und gehören überwiegend zur Gattung der Kahlköpfe (Psilocybe). Die psychoaktiven Pilze enthalten unter anderem Psilocybin, das berauschend und bewusstseinsverändernd wirkt. Das bedeutet, deine Wahrnehmung, deine Gefühle und deine Gedanken können sich stark verändern. So wirken beispielsweise Geräusche und Farben intensiver. Die halluzinogenen und psychedelischen Effekte sind ähnlich wie bei der synthetischen Droge LSD. Magic Mushrooms werden meist getrocknet gekaut, in Essen gemischt oder als Tee getrunken 

Sie kursieren auch unter den Namen Zauberpilze, Psilos, Narrische Schwammerl oder Shrooms.  

Welche Pilze gehören zu den Magic Mushrooms?

Weltweit gibt es mehr als 100 Arten Pilze, die psychoaktive Substanzen enthalten. Die bekanntesten Magic Mushrooms sind Spitzkegeliger Kahlkopf, Kubanischer Kahlkopf und Düngerling.

Achtung: Halluzinogene Pilze gelten auch als Giftpilze. Außerdem besteht Verwechslungsgefahr mit anderen giftigen und zum Teil tödlichen Giftpilzen. Es besteht also akute Vergiftungsgefahr.

Welche Wirkstoffe sind in halluzinogenen Pilzen enthalten?

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In Magic Mushrooms steckt vor allem der Wirkstoff Psilocybin. Er wird vom Körper in Psilocin umgewandelt. Diese Substanz ruft die bewusstseinsverändernden Effekte hervor. In Deutschland sind psilocybinhaltige Pilze durch das Betäubungsmittelgesetz verboten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um frische oder getrocknete Pilze handelt. 

Psilocybin wird allerdings inzwischen auch medizinisch erforscht. Dabei geht es um die Frage, ob der Stoff Menschen mit schweren Depressionen helfen kann, wenn andere Therapien nicht anschlagen. Wichtig ist aber: Es handelt sich um medizinische Studien, in denen der Wirkstoff kontrolliert und unter strenger ärztlicher Aufsicht verabreicht wird. Offiziell wird Psilocin noch nicht in der Therapie eingesetzt. 

Wenn du unter Depressionen leidest, solltest du nicht selbst mit Magic Mushrooms experimentieren, da sie sich auch extrem negativ auf deine Psyche auswirken können – bis hin zur Psychose. Wie du Depressionen sicher behandeln kannst, liest du hier.   

Wirkung von Magic Mushrooms 

Magic Mushrooms lösen einen Rausch mit veränderter Wahrnehmung aus. So werden teilweise Farben oder Klänge intensiver erlebt. Die Wirkung setzt meist nach etwa 30 Minuten ein und hält oft vier bis sechs Stunden an.

Typische Wirkungen: 

  • Euphorie und Rauschgefühl wie zum Beispiel intensive Glücksgefühle, kreatives Denken und scheinbar tiefe Einsichten
  • Halluzinationen, bei denen sich Farben, Bewegungen sowie das Gefühl für Zeit und Raum anders anfühlen
  • Verändertes Bewusstsein durch neues Ich-Gefühl oder erhöhte Emotionalität 

Risiken: 

  • Körperliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Herzrasen und ein erhöhter Blutdruck
  • Psychische Belastungen durch Horrortrips („Bad Trips“), bei denen zum Beispiel Panik und Paranoia (Verfolgungswahn) auftreten können
  • Nachhaltige Beeinträchtigungen wie Flashbacks oder Psychosen

Warum junge Menschen besonders gefährdet sind

Junge Menschen reagieren auf Magic Mushrooms oft empfindlicher als Erwachsene. Dafür gibt es mehrere Gründe: 

  • Gehirnentwicklung in jungen Jahren: Das menschliche Gehirn reift auch nach der Pubertät noch weiter bis in die späten Zwanziger. Dabei entwickeln sich unter anderem die Bereiche für Impulskontrolle und Entscheidungsfindung. In dieser wichtigen Lebensphase ist das Gehirn anfälliger für psychische Störungen.
  • Psychische Vorbelastungen: Magic Mushrooms sind besonders problematisch für Jugendliche, die zum Beispiel unter Depressionen, Angststörungen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Die Droge kann psychische Probleme verstärken oder eine Psychose auslösen. Psychose bedeutet, dass jemand zeitweise den Bezug zur Realität verliert. Dieser Zustand hält teils Wochen bis Monate an und lässt sich häufig nur mit intensiver psychiatrischer Behandlung bewältigen.
  • Horrortrips belasten Jugendliche stärker: Psilocybin kann extreme Angst, Panik und Verwirrung hervorrufen. Solche Erlebnisse können sehr belastend sein und manchmal länger nachwirken.
  • Wirkung lässt sich schwer einschätzen: Wie stark Magic Mushrooms wirken, hängt von der Pilzart, der konsumierten Menge und der persönlichen Stimmung ab. Genau das macht die Zauberpilze so unberechenbar.
  • Langzeitfolgen sind möglich: Die halluzinogenen Effekte können Wochen, Monate oder sogar Jahre später erneut auftreten, obwohl keine Drogen mehr genommen wurden. Dabei ist auch von Flashbacks die Rede. Darüber hinaus können Magic Mushrooms das Gehirn nachhaltig verändern und psychische Störungen verschlimmern. 

Im Jugendalter kommen also mehrere Risikofaktoren zusammen: ein noch reifendes Gehirn, mögliche seelische Vorbelastungen, wenig Erfahrung und eine berauschende Wirkung, die sich kaum richtig einschätzen lässt.   

Generell gilt: Finger weg von Drogen. Das gilt auch für Magic Mushrooms. Sei dir außerdem bewusst, dass es sehr gefährlich werden kann, wenn du Drogen mischst. Schon die Kombination mit Alkohol kann die Risiken für eine Überdosierung und psychische Schäden enorm steigern.

Laut DAK Psychreport sind knapp 5 Prozent der Krankschreibungen auf psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen zurückzuführen. Damit sind alle Drogen von Alkohol und Nikotin bis hin zu harten Drogen wie Kokain und Opioiden gemeint – aber eben auch Halluzinogene wie Magic Mushrooms. Die Langzeitauswirkungen lassen sich durch die Studie allerdings nicht aufzeigen.

Woran erkennt man eine Vergiftung mit Magic Mushrooms? 

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Magic Mushrooms werden aufgrund Ihrer Wirkung auch als Giftpilze eingeordnet – selbst, wenn der Giftanteil im Vergleich zu tödlich-giftigen Pilzen wie dem Knollenblätterpilz gering ist. Streng genommen ist schon die bewusstseinsverändernde Wirkung eine Vergiftungserscheinung. 

Von einer Vergiftung durch halluzinogene Pilze kann man daher eher sprechen, wenn zu viele Pilze konsumiert worden sind. Diese Vergiftung merkst du meist nicht an klassischen körperlichen Anzeichen wie bei verdorbenem Essen, sondern eher an starken psychischen Reaktionen. Betroffene wirken dann zum Beispiel sehr ängstlich, verwirrt oder verlieren die Orientierung. Aber auch körperliche Symptome können die psychischen Reaktionen begleiten. Studien legen zudem nahe, dass eine höhere Dosis an Magic Mushrooms Horrortrips wahrscheinlicher machen, also stark negativ empfundenen Rauschzustände. 

Wichtiger als die Vergiftungsgefahr durch Magic Mushrooms ist die Verwechselungsgefahr mit sehr giftigen Pilzen. Im schlimmsten Fall kann es zur Verwechselung und deshalb zu einer echten Pilzvergiftung kommen. Wenn du unsicher bist oder starke Beschwerden hast, ruf unbedingt die Giftnotrufzentrale an. 

Psychische Anzeichen:

  • Starke Angst oder Panik
  • Verwirrtheit, Desorientierung
  • Halluzinationen (Sehen und Hören)
  • Paranoia oder Kontrollverlust
  • Unruhe oder starke innere Anspannung

Körperliche Symptome:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Erhöhter Puls (Tachykardie)
  • Schwitzen oder Zittern
  • Erweiterte Pupillen

Warnzeichen für eine ernste Situation:

Ernste Situationen sind meist durch eine Steigerung der psychischen und körperlichen Symptome gekennzeichnet. Dazu zählen:

  • Anhaltende Panik oder extreme Angstzustände
  • Bewusstseinsstörungen oder Ohnmacht
  • Krampfanfälle
  • Stark erhöhter Puls oder Kreislaufprobleme
  • Selbstgefährdendes Verhalten, weil die Realität nicht mehr richtig eingeschätzt wird (zum Beispiel durch das Gefühl, fliegen zu können)

Was tun bei einem Notfall mit Magic Mushrooms? 

Wenn jemand nach dem Konsum von Magic Mushrooms akute Vergiftungserscheinungen zeigt oder eine psychische Krise durchlebt, hilft vor allem eins: ruhig bleiben. Hektik, Lärm und viele Reize verschlimmern die Situation. Bleib nach Möglichkeit bei der betroffenen Person, sprich ruhig mit ihr und bring sie an einen sicheren Ort. Sprich im Ernstfall Leute an und wähle den Notruf (112).

Häufige Fragen zu Magic Mushrooms

Hier liefern wir weitere Antworten auf Fragen rund um das Thema Magic Mushrooms.

Sind Magic Mushrooms in Deutschland legal?

Können Beschwerden auch nach dem Rausch noch auftreten?

Warum ist die Wirkung von Magic Mushrooms unberechenbar?

Sind Magic Mushrooms harmlos, nur weil sie natürlich sind?

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Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

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