Lachgas als Droge: Wirkung, Risiken und Folgen

Lachgas kennen vielen aus der Zahnarztpraxis, wo es zur Beruhigung oder Betäubung eingesetzt wird. Seit einiger Zeit wird Lachgas jedoch auch als Partydroge missbraucht. Was zunächst harmlos wirken mag, kann schnell negative Auswirkungen haben. Denn Lachgas verändert kurzfristig die Wahrnehmung und kann langfristig weitere gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Erfahre mehr über Wirkung und Risiken.

Eine Gruppe von Freunden macht ein Selfie auf einer Party.

Was ist Lachgas? 

Lachgas ist der umgangssprachliche Name für Distickstoffmonoxid (chemisch: N2O). Das Gas kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz: In der Medizin dient es kontrolliert als Narkose- und Schmerzmittel. Die Lebensmittelindustrie nutzt es zum Beispiel in Fertigsprühsahne oder Sahnekapseln – daher ist Lachgas auch in Supermärkten leicht zu haben und für missbräuchliche Zwecke leicht zugänglich. 

Ist Lachgas eine Droge?

In der Partyszene wird Lachgas als Droge genutzt, um einen Rausch zu erleben. Viele unterschätzen dabei die Gefahr, weil Lachgas aus Medizin und Küche bekannt ist – und der umgangssprachliche Name harmlos klingt. Aber: Missbräuchlich genutzt ist Lachgas gefährlich und kann zum Beispiel zu tiefgreifenden Schäden am Nervensystem führen.

Lachgas war lange Zeit vergleichsweise leicht verfügbar und ließ manche glauben, das Gas sei grundsätzlich ungefährlich. Bunte Flaschen oder Kapseln lassen den Stoff harmloser erscheinen, als er tatsächlich ist. Beiträge in den sozialen Medien können zusätzlich den Eindruck verstärken, dass Lachgas heutzutage einfach zu einer Party dazugehört.

Legal oder weit verbreitet heißt nicht harmlos. Wer Lachgas als Rauschmittel inhaliert, nutzt es anders als vorgesehen und setzt den Körper damit unnötigen Risiken aus.

Verbot von Lachgas

Seit dem 12. April 2026 gelten in Deutschland strengere Regeln: Minderjährige dürfen Lachgas weder kaufen noch besitzen. Außerdem ist der Verkauf über Automaten und der Versandhandel untersagt. Das Gesetz soll besonders Kinder und Jugendliche vor gesundheitlichen Risiken schützen. Auch die Verfügbarkeit von GBL und BDO wird eingeschränkt, weil diese Stoffe für K.-o.-Tropfen missbraucht werden können. Festgelegt sind diese Regeln im Gesetz zur Änderung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG).

Wirkung von Lachgas

Der Rausch setzt beim Lachgas sehr schnell ein und hält meist nur wenige Minuten an. In dieser kurzen Zeit kann das Gas unterschiedliche, starke Wirkungen auf deinen Körper und deine Wahrnehmung haben:

  • Rauschgefühl: Viele fühlen sich für kurze Zeit leicht, gelöst und euphorisch. Manche reagieren mit Lachanfällen oder empfinden den Moment als besonders lustig.
  • Veränderte Wahrnehmung: Geräusche, Bilder und Bewegungen können sich plötzlich ungewohnt anfühlen. Auch das Gefühl von Raum und Zeit kann sich verändern.
  • Betäubung: Lachgas kann Schmerzen kurzfristig dämpfen.
  • Kontrollverlust: Schwindel, Koordinationsprobleme oder Benommenheit erhöhen das Unfallrisiko.

Vorsicht: Gerade, weil der Rausch so schnell abklingt, inhalieren manche immer wieder in kurzen Abständen. Dadurch steigt das Risiko für Sauerstoffmangel und andere gesundheitliche Schäden.

Sei dir außerdem bewusst, dass es besonders gefährlich werden kann, wenn du Drogen mischst. Schon die Kombination mit Alkohol kann die Risiken sowie körperliche und psychische Schäden steigern.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat Lachgas?

Der kurze Rausch vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl und kann über die Gefahren von Lachgas hinwegtäuschen. Besonders bei häufigem Konsum oder großen Mengen drohen allerdings ernsthafte gesundheitliche Folgen:

  • Sauerstoffmangel: Lachgas verdrängt Sauerstoff. Mögliche Folgen sind Atemwegsprobleme und Herzrhythmusstörungen. Im schlimmsten Fall bekommt dein Gehirn zu wenig Sauerstoff und wird dauerhaft geschädigt.
  • Ohnmacht und Erstickungsgefahr: Bei hohen Mengen drohen Bewusstlosigkeit, Stürze und in manchen Fällen sogar Erstickungsgefahr. Der Konsum kann also lebensgefährlich sein.
  • Kribbeln und Taubheitsgefühl: Solche Gefühlsstörungen in Händen und Füßen sind Warnzeichen, die du ernst nehmen solltest.
  • Erfrierungen: Das kalte Gas kann Lippen, Mund und Finger oder sogar die Atemwege verletzen.
  • Koordinationsprobleme: Schwindel, Unsicherheit und eine gestörte Körperkontrolle erhöhen das Unfallrisiko.

Wichtig: Wenn du dich nach dem Konsum von Lachgas unwohl fühlst, solltest du ärztliche Hilfe suchen und offen sagen, dass Lachgas im Spiel war. Das hilft medizinischen Fachleuten, schneller richtig zu behandeln. Beobachtest du bei jemandem Bewusstlosigkeit, Atemnot oder andere lebensbedrohliche Symptome, rufe sofort den Notruf 112.

Was sind die Langzeitfolgen bei regelmäßigem Konsum von Lachgas?

Wer regelmäßig oder viel Lachgas inhaliert, riskiert Schäden am Nervensystem. Das Gas setzt nämlich das Vitamin B12 im Körper außer Kraft, das für gesunde Zellteilung und die Blutbildung unverzichtbar ist.

Dadurch können langfristig Beschwerden wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen, Muskelschwäche sowie Probleme beim Gehen und bei der Koordination entstehen. In schweren Fällen sind sogar Lähmungserscheinungen möglich. Zusätzlich können Konzentrations- und Gedächtnisprobleme auftreten, ebenso wie Störungen der Blutbildung.

Laut DAK Psychreport sind knapp 5 Prozent der Krankschreibungen auf psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen zurückzuführen. Damit sind alle Drogen von Alkohol und Nikotin bis hin zu harten Drogen wie Kokain und Opioiden gemeint – aber eben auch Lachgas. Die Langzeitauswirkungen und gesundheitlichen Folgen lassen sich durch die Studie allerdings nicht aufzeigen.

Woran merke ich, dass der Konsum von Lachgas zum Problem wird? 

Der Konsum von Lachgas als Droge ist immer problematisch. Er kann sich auch zu einer psychischen Abhängig entwickeln. Ein Warnzeichen dafür ist, wenn du immer wieder Lachgas inhalierst, obwohl du dir vorgenommen hast, aufzuhören oder weniger zu nehmen. Spätestens dann ist Unterstützung wichtig. Sprich mit einer vertrauten Person, einer Beratungsstelle oder deiner Ärztin oder deinem Arzt, um weitere negative Folgen zu verhindern.

Häufige Fragen zu Lachgas 

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