So schützen Sie sich vor dem Norovirus

Von einem Moment auf den anderen schlägt er zu – der Norovirus. Wir erklären Ihnen, wie man ihn erkennt und worauf man achten muss

Ohne Eimer vor dem Kopf geht’s derzeit einfach nicht? Und auf der Toilette verbringen Sie mehr Zeit als auf dem Sofa? Dann quält Sie vielleicht der Norovirus. Es kommt derzeit nämlich ziemlich geballt – und sorgte in den letzten Monaten für doppelt so viele Krankheitsfälle wie in den Jahren zuvor, wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite berichtet. Die aktuellen Zahlen: Seit Herbst mehr sind es mehr als 14.500 Fälle (zuvor waren es durchschnittlich 7.000). Grund ist ein neuer Virustyp. Aber: Keine Panik! „Gefährlicher ist dieser Typus nicht; es erkranken so viele Menschen, weil das Immunsystem den neuen Typus noch nicht kennt“, gibt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich Entwarnung – und klärt über Symptome und Behandlung auf.

DAK-Arzt Dr. Susanne Bleich berät zum Thema Norovirus

Medizin-Experte Dr. Susanne Bleich von der DAK-Gesundheit klärt über den Norovirus auf

Kurz und heftig

Eine Infektion mit dem Norovirus unterscheidet sich von einer klassischen Magendarm-Grippe vor allem in ihrer Intensität: „Nach wenigen Stunden Inkubationszeit leiden Betroffene unter plötzlichem, heftigem Durchfall und schwallartigem Erbrechen“, so DAK-Ärztin Dr. Bleich. Man fühlt sich matt, bekommt Bauch- und Muskelschmerzen – und auch Schwindel tritt auf. Kopfschmerzen und Fieber können ebenfalls eine Folge sein. Nach ein bis zwei Tagen Leidenszeit lassen die Symptome wieder nach.

So behandeln Sie die Infektion

Dennoch muss man in der akuten Phase besonders auf eines achten, wie DAK-Ärztin Dr. Bleich erklärt: „Man muss sehr viel trinken und Elektrolyte einnehmen, um den Salzverlust im Körper wieder auszugleichen und nicht zu dehydrieren. Hier eignet sich zum Beispiel Brühe ganz gut. Besonders gefährdet sind Kleinkinder (unter fünf Jahre) und ältere Menschen (über 70 Jahre), weil sie in der Regel empfindlicher auf den Flüssigkeitsverlust reagieren.“ Ansonsten ist körperliche Schonung Pflicht! Also verzichten Sie auf Sport, Arbeit – jetzt ist Bettruhe angesagt. Mehr kann man auch nicht tun, denn eine Impfung gibt es derzeit (noch) nicht – und Antibiotika sind unwirksam. Da heißt es nur: Tee trinken und abwarten.

Immer schön sauber bleiben

Sehr wichtig: Hygiene! Bis zu 7 Tage nach Abklingen der Beschwerden werden viele Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden. Das heißt: Man ist ansteckend, muss deshalb besonders penibel auf Sauberkeit achten – und sollte noch einige Tage zu Hause bleiben. DAK-Ärztin Dr. Bleich rät: „Desinfizieren Sie die Toilette nach jeder Benutzung – und waschen Sie die Hände immer gründlich (so beugt man einer Infektion übrigens auch vor). Außerdem sollte man eigene Handtücher benutzen und auf keinen Fall für andere Menschen Speisen zubereiten. Betreut man als Gesunder ein krankes Familienmitglied, wie zum Beispiel ein Kind, sollte man auf Mundschutz und Handschuhe setzen. Sie können das Risiko einer Infektion senken.“ Übrigens kann man in Einzelfällen noch bis zu zwei Wochen ansteckend sein – daher ist und bleibt Hygiene die oberste Priorität.

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Zuletzt aktualisiert:
Wed Mar 29 16:49:33 CEST 2017

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