Pranayama – Die Kunst der bewussten Atmung im Yoga

Pranayama: Eine Frau sitzt im Schneidersitz und praktiziert die Wechselatmung
Pranayama ist ein zentraler Bestandteil der Yogapraxis und beschreibt gezielte Atemtechniken, mit denen Körper, Geist und Nervensystem beeinflusst werden. Durch bewusstes Lenken des Atems wird die Lebensenergie – das sogenannte Prana – harmonisiert und gestärkt. Pranayama wird seit Jahrtausenden praktiziert und gewinnt heute zunehmend an Bedeutung als Methode zur Stressreduktion, Konzentrationssteigerung und Gesundheitsförderung.

Wie geht Pranayama?

Pranayama wird bewusst und kontrolliert ausgeführt. Die Praxis besteht aus dem gezielten Ein- und Ausatmen sowie dem bewussten Anhalten des Atems. Entscheidend ist eine entspannte Haltung, ein aufrechter Oberkörper und die volle Konzentration auf den Atemfluss.

Je nach Atemtechnik variiert das Atemmuster, die Atemtiefe und der Rhythmus. Pranayama wird idealerweise mit leerem Magen oder einer leichten Mahlzeit praktiziert und stets ohne Leistungsdruck.

Wann Pranayama in der Yogastunde?

Pranayama wird klassischerweise nach den Asanas und vor der Meditation geübt, da der Körper dann aufgewärmt und der Geist ruhiger ist. In sanften Yogastunden kann Pranayama auch zu Beginn eingesetzt werden, um die Wahrnehmung nach innen zu lenken. Aktivierende Atemtechniken wie Kapalabhati, Nadi Shodhana eignen sich eher für den Anfang, beruhigende wie die Zwerchfellatmung und 4-7-8-Atmung für das Ende der Stunde.

Welche Arten von Pranayama gibt es?

Es gibt zahlreiche Pranayama-Techniken mit unterschiedlichen Wirkungen. Die bekanntesten sind:

Zwerchfellatmung (tiefe Bauchatmung)

Die Atmung erfolgt bewusst in den Bauchraum, wobei sich das Zwerchfell senkt und hebt. Diese Form des Pranayama wirkt stark beruhigend, stressreduzierend und fördert eine tiefe Entspannung.

Nadi Shodhana (Wechselatmung)

Bei der Wechselatmung wird abwechselnd durch das linke und rechte Nasenloch geatmet. Nadi Shodhana gleicht das Nervensystem aus, fördert mentale Klarheit und unterstützt die emotionale Balance.

4-7-8-Atmung

Diese Atemtechnik folgt einem festen Rhythmus: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen. Sie wirkt besonders beruhigend und wird häufig zur Unterstützung bei Schlafproblemen eingesetzt.

Ujjayi-Atmung (siegreicher Atem)

Die Ujjayi-Atmung erzeugt ein sanftes, hörbares Rauschen im Hals. Sie fördert Konzentration, innere Wärme und wird häufig in dynamischen Yogastilen wie Vinyasa oder Ashtanga verwendet.

Kapalabhati (Feueratmung)

Kapalabhati ist eine kraftvolle, reinigende Atemtechnik mit aktiven Ausatmungen. Sie wirkt aktivierend, stoffwechselanregend und klärend, sollte jedoch nur von geübten Praktizierenden ausgeführt werden.

Welche Effekte hat Pranayama?

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Pranayama wirkt auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene. Regelmäßige Praxis kann Stress reduzieren, die Atemkapazität verbessern, das Nervensystem regulieren und die Konzentrationsfähigkeit steigern. Zudem unterstützt Pranayama die Selbstwahrnehmung und fördert innere Ruhe sowie Energieausgleich.

Wann kein Pranayama?

Pranayama sollte nicht bei akuten Erkrankungen, starkem Schwindel oder direkt nach schweren Mahlzeiten praktiziert werden. Bestimmte Atemtechniken wie Kapalabhati sollten bei Bluthochdruck oder Herzproblemen vermieden und nur nach Rücksprache mit Fachpersonal ausgeführt werden. Schwangere Yogaübende sollten während ihrer Schwangerschaft keine Atemübungen praktizieren, bei denen die Luft über mehrere Sekunden angehalten wird oder der Fokus auf forcierter Einatmung und weniger Ausatmung liegt, um Hyperventilation zu vermeiden.

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Häufige Fragen zu Pranayama

Ist Pranayama gesund?

Ja, richtig ausgeführt kann Pranayama die Gesundheit von Atemwegen, Nervensystem und Psyche positiv unterstützen. Voraussetzung ist eine angepasste und achtsame Praxis.

Was ist der Unterschied zwischen Breathwork und Pranayama?

Pranayama ist Teil der traditionellen Yogalehre und folgt klaren philosophischen Prinzipien. Breathwork ist ein moderner Sammelbegriff für verschiedene Atemmethoden ohne festen spirituellen Kontext.

Was bedeutet Pranayama auf Deutsch?

Pranayama bedeutet „Ausdehnung oder Kontrolle der Lebensenergie durch den Atem“. Der Begriff setzt sich aus Prana (Lebensenergie) und Ayama (Ausdehnung/Kontrolle) zusammen.

Was sind die 8 Pranayama?

In klassischen Yogaschriften werden unter anderem Nadi Shodhana, Ujjayi, Kapalabhati, Bhastrika, Bhramari, Sitali, Sitkari und Surya Bhedana beschrieben. Die genaue Zuordnung variiert je nach Quelle.

Wie viele Pranayama-Techniken gibt es?

Es gibt dutzende bekannte Pranayama-Techniken und zahlreiche Variationen. Neue Formen entstehen durch moderne Adaptionen der klassischen Atemlehren.

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Autor(in)

DAK Onlineredaktion

Qualitätssicherung

Cecilia Casper

Yogalehrerin

Aktualisiert am:
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