Das Lecktuch – so funktioniert das Kondom für die Vulva

Sex, Koitus, Beischlaf: Es gibt viele Bezeichnungen für den Liebesakt. Und wahrscheinlich ähnlich viele gute Gründe, warum er als schönste Nebensache der Welt gilt. Doch: Wenn man nicht aufpasst, kann Sex auch schnell zu einer nicht mehr ganz so schönen Nebensache werden. Zum Beispiel, sobald man sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit ansteckst. Damit das nicht passiert, ist geschützter Geschlechtsverkehr ein Muss. Dafür gibt es das Kondom. Aber was ist die Option für Oralverkehr bei Frauen? Hier erfährst du alles über das sogenannte Lecktuch.
Was ist ein Lecktuch?
Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, wie das Lecktuch beim Oralverkehr funktioniert und wie es dich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kann.
Warum ist ein Lecktuch so wichtig beim Oralverkehr?
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)
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Für wen ist ein Lecktuch geeignet?
Ein Klischee besagt, dass Lecktücher vor allem für homosexuelle Frauen gedacht sind. Das ist aber Quatsch. Denn jeder Mensch hat Schleimhäute, egal ob Mann oder Frau. Richtig ist hingegen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung steigt, wenn der Sexualpartner oder die Sexualpartnerin häufig gewechselt wird. Denn in dem Fall besteht oft keine Klarheit über den Gesundheitszustand der betreffenden Personen. Zu Beginn einer Partnerschaft wird daher ein Besuch bei deiner Gynäkologin oder deinem Hausarzt empfohlen – gerade wenn du in Bezug auf deine Sexualkontakte vorher nicht sonderlich wählerisch warst. Herrscht dann einmal Klarheit über euren Gesundheitsstatus und führt ihr eine monogame Beziehung, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion ziemlich gering und ihr könnt auf ein Lecktuch verzichten. Dabei ist es natürlich essentiell, dass ihr euch auch wirklich treu bleibt. Nicht nur, um Herzschmerz, sondern auch um einigen negativen Überraschungen vorzubeugen.
Diese Überraschungen kündigen sich zum Beispiel durch Jucken oder Ausschlag an. Wenn du bei dir also entsprechende körperliche Veränderungen feststellst, solltest du umgehend zu deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt gehen. Hast du dich beispielsweise mit HPV infiziert, kann dieser, wenn er nicht identifiziert wird, zu Gebärmutterhalskrebs führen. In einem frühen Stadium ist HPV heilbar.
Was ist beim Kauf von Lecktüchern zu beachten?
Lecktücher sind in Deutschland noch nicht so weit verbreitet wie Kondome. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass du sie im Supermarkt deines Vertrauens bekommst. In der Apotheke und online wirst du aber fündig. Wenn du allergisch gegen Latex bist, solltest du Lecktücher aus latexfreiem Gummi in den Warenkorb legen. Bei Hautkontakt mit latexhaltigem Material kann es sonst zu Juckreiz, Rötungen oder Ausschlag kommen. Auch Zusatzstoffe wie Aromen oder befeuchtende Zusätze können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Wenn du beim Kauf auf die Bezeichnung „für Allergiker geeignet“ achtest, solltest du aber safe sein. Im Zweifel kannst du das Lecktuch auch zunächst in Kontakt mit einer weniger empfindlichen Hautstelle bringen, um zu testen, ob du allergisch reagierst.
Übrigens: Solltest du mal kein Lecktuch zur Hand haben und dennoch safe unterwegs sein wollen, kannst du auch ein Kondom umfunktionieren. Schneide dazu einfach die Spitze des Kondoms ab und den Rest der Länge nach auf. Das Ergebnis ist zwar etwas kleiner als ein Lecktuch, erfüllt aber denselben Zweck. Aber bevor du jetzt zu erfinderisch wirst: Frischhaltefolien sind keine Lösung.
Fazit
Lecktücher dürften für viele noch Neuland sein. Das macht sie aber nicht weniger wichtig – gerade dann, wenn du Sex mit häufig wechselnden Partnerinnen und Partnern hast. Dann solltest du besser auf Nummer sichergehen und durch die Verwendung eines Lecktuchs dafür sorgen, dass die schönste Nebensache der Welt auch uneingeschränkt genau das bleibt: schön.
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