Pille absetzen: Was du beachten solltest und welche Nebenwirkungen es gibt

Pille absetzen: Eine Frau hält die Antibabypille in der Hand und denkt nach

Die Pille abzusetzen ist ein Vorhaben, das du überlegt angehen solltest. Denn ein zu abrupter „Pillenstopp“ kann gewisse körperliche Folgen haben. Hier erfährst du, welche das sind und mit welchen Begleiterscheinungen generell zu rechnen ist. 

Pille absetzen – was beachten?

Die Pille kann gewisse körperliche Veränderungen hervorrufen und greift in den Hormonhaushalt ein. Manche Frauen überlegen deshalb, hin und wieder eine „Pillenpause“ einzulegen oder ganz auf eine andere Verhütungsmethode umzusteigen. Andere wollen die Pille absetzen, um schwanger zu werden. 

Doch die Pille abzusetzen, sollte wohl überlegt sein, denn ein ständiges Hin und Her ist eine Belastung für den Körper.

Übrigens: Gynäkologinnen und Gynäkologen empfehlen, sechs Monate verstreichen zu lassen, nachdem du mit der Einnahme der Pille begonnen hast. Gib deinem Körper etwas Zeit, sich an die neue Hormonsituation zu gewöhnen. Eventuell kann dir auch ein Pillenwechsel helfen, denn es gibt Unterschiede zum Beispiel zwischen Minipille und Mikropille.

Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erörtert Gründe, die Pille abzusetzen und erklärt, was du beachten solltest, wenn du diesen Schritt gehen willst.

Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex

Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

doktorsex_klein_Abb

Folge Doktorsex auf

Pille absetzen: Nebenwirkungen

Viele Frauen, die die Pille absetzen, haben keine nennenswerten Beschwerden. Falls du aber zu den anderen gehörst, kannst du mit folgenden Nebenwirkungen rechnen:

  • Zyklusprobleme: Manchmal braucht es etwas, bis dein Zyklus wieder den üblichen, geregelten Rhythmus aufnimmt. Zum Beispiel kann es sein, dass deine Periode erst nach einigen Wochen wieder einsetzt oder zwischendurch auch mal ausbleibt.
  • Zwischenblutungen: Auch unregelmäßige Blutungen sind nicht ungewöhnlich. Keine Sorge: Dein Zyklus braucht nur etwas Zeit, um sich wieder richtig einzugrooven und die korrekte Menge an körpereigenen Hormonen bereitzustellen.
  • PCO-Syndrom: Manchmal kommt es vor, dass die Pilleneinnahme eine Zyklusstörung überdeckt, die du eventuell schon vorher hattest. Beim Absetzen der Pille kommt sie dann quasi wieder zum Vorschein. So zum Beispiel das PCO-Syndrom, bei dem Frauen zu viel Testosteron produzieren. Da das im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen kann, solltest du bei entsprechenden Anzeichen unbedingt ärztlichen Rat suchen.
  • Hautirritationen und Haarausfall: Das Östrogen der Pille hat bei manchen Frauen eine positive Wirkung auf Haut und Haar. Falls du vor der Einnahme dünnere Haare oder mit Akne zu kämpfen hattest, kann das wieder ein Thema werden.
  • Brustveränderungen: Manche Frauen bekommen nach dem Absetzen der Pille kleinere Brüste. Genau genommen ist das aber eher die Rückkehr zum Normalzustand. Gerade zu Beginn der Einnahme kann es sein, dass sich im Körper vermehrt Wasser einlagert und die Brüste vorübergehend etwas praller wirken.
  • Gewichtsverlust: Wenn du nach Absetzen der Pille Gewicht verlierst, dann kann das daran liegen, dass das enthaltene Östrogen bis zu zwei Kilo Wasser im Körper einlagert. Oder daran, dass die Pille bei einigen Frauen den Appetit steigert.
  • Stimmungsschwankungen: Nach dem Absetzen der Pille muss sich der Körper hormonell erst wieder einpendeln. Das kann mit gewissen Schwankungen deiner Laune einhergehen.
  • Erhöhte Lust auf Sex: Einige Pillen sorgen für einen sehr niedrigen Spiegel an Testosteron im weiblichen Körper. Das ist das männliche Sexualhormon. Wird die Pille abgesetzt, steigt der Hormonspiegel wieder – und damit auch die Lust!

Vorsorge für Frauen

Check-up 35, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs – alle Infos zur kostenlosen Vorsorge.

Was muss ich beim Absetzen der Pille beachten?

Mach dir bewusst: Die meisten der genannten Begleiterscheinungen sind halb so wild. Es ist einfach gut, sie auf dem Schirm zu haben. 

5 Tipps zum Absetzen der Pille

  1. Medizinischer Check-up: Bevor du die Pille absetzt, such auf jeden Fall das Gespräch zu deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. Sie oder er kann dich auf mögliche Nebenwirkungen und Unregelmäßigkeiten vorbereiten, die ganz speziell dich und deine Situation betreffen.
  2. Über alternative Verhütungsmethoden informieren: Aber auch für die weiterführende Verhütung holst du dir am besten kompetenten ärztlichen Rat ein. Ob Kondom, Femidom, Spirale oder Diaphragma: Überleg dir gut, was am besten zu dir, deinem körperlichen Befinden und deiner Lebenssituation passt.
  3. Nicht vor Ende des Monats absetzen: Höre nicht mittendrin auf: Um unnötige Zwischenblutungen zu vermeiden und einen besseren Überblick zu behalten, solltest du die angebrochene Monatspackung auf jeden Fall bis zum Ende nehmen.
  4. Gönn dir eine Pause: Das Absetzen der Pille kann mit einigen körperlichen Veränderungen einhergehen. Entsprechend entspannt solltest du es in der ersten Zeit danach angehen. So hat dein Körper Zeit, sich in Ruhe an die neue Situation anzupassen.
  5. Behalte alles im Blick: Achte darauf, wie sich dein Körper nach dem Absetzen verändert. Solltest du auch nach drei Monaten nicht regelmäßig deine Periode bekommen oder immer noch Beschwerden haben, ist es höchste Zeit für einen erneuten Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin.

Häufige Fragen zum Absetzen der Pille

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
Autor(in)

Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

Aktualisiert am:
Die leistungsstarke Krankenkasse für Familien: Drei Kinder verstecken sich unter einer Bettdecke.
Auszeichnungen: Siegel von Focus Money als Top Krankenkasse. Ausgabe 07/2026
4,9/5
Ermittelt aus 2.231.858 Feedbacks zur DAK Website
Telefonkontakt
040 325 325 555

Rund um die Uhr und zum Ortstarif