Femidom: Anwendung, Vorteile und Tipps

Kondome für Frauen? Ja, es gibt sie wirklich. Und genau wie die Kondome schützt dich das so genannte Femidom vor HIV und anderen Geschlechtskrankheiten. Natürlich können sie auch als Verhütungsmittel genutzt werden. Allerdings gehört dazu ein bisschen Übung. Erfahre hier alles, was du über das Kondom für die Frau wissen solltest.
Was ist ein Femidom?
Das Femidom ist das Kondom für die Frau. Wie soll das denn funktionieren? Das fragst du dich jetzt vielleicht. Bei Kondom denkst du sicherlich an einen Penis, den du als Frau ja nicht hast. Des Rätsels Lösung ist einfach: Das Femidom wird in der Scheide platziert. Es funktioniert wie eine Barriere, die verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen. Oft besteht es aus Polyethylen oder Polyurethan, manchmal auch aus Nitrilkautschuk. Und das kann wichtig sein, denn: Kondome für den Mann sind meistens aus Latex und diese können Allergien auslösen, was zu Jucken und Brennen führen kann.
Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, was ein Femidom ist und wo die Vorteile liegen.
Wie wird das Femidom richtig benutzt – eine Anleitung
Das Femidom eignet sich nicht, wenn du dir Gedanken über Verhütungsmöglichkeiten für dein erstes Mal machst. Denn um das Femidom verlässlich als Verhütungsmittel und zum Schutz vor möglichen Geschlechtskrankheiten zu nutzen, gehört einiges an Übung. Und du solltest dich schon ein bisschen mit dir und deinem Körper beschäftigt haben.
Wenn du es ausprobieren magst, übe es wie folgt:
- Schritt 1 – die Vorbereitung: Wasche dir vor dem Üben gründlich die Hände. Achte darauf, dass du eine gewisse Zeit ungestört für dich alleine bist. Vielleicht magst du dir ruhige Musik anmachen, um dich ein bisschen zu entspannen – sicherlich bist du beim ersten Mal etwas nervös.
- Schritt 2 – das Auspacken: Nimm das Femidom vorsichtig aus der Verpackung. Wie auch beim Kondom gilt: Spitze Gegenstände oder Nägel können es kaputt machen, dann ist die Verhütung pfutsch. Ist das Femidom entfaltet, sieht man zwei Enden mit Ringen: eine offene und eine geschlossene. Die offene kommt über die Schamlippen, die geschlossene über den Muttermund.
- Schritt 3 – das Einsetzen: Femidome können im Stehen, Liegen, Sitzen und Hocken eingeführt werden. Wenn du beispielsweise Tampons verwendest und hier eine Lieblingsstellung hast, könntest du die auch ausprobieren. Setze dich nicht unter Druck und drücke nicht mit Gewalt. Höre auf deinen Körper und folge deinem inneren Impuls. Es sollte sich angenehm anfühlen und nicht schmerzhaft sein.
Hast du die passende Position gefunden, drückst du den Ring mit dem geschlossenen Ende zusammen und schiebst ihn tief in deine Scheide. Das geschlossene Ende muss um den Muttermund gelegt werden. Nur so bleibt es an seinem Platz. (Den Muttermund kannst du ertasten, er fühlt sich wie ein fester Knubbel an). Damit das klappt, steckst du beispielsweise einen Zeigefinger in das Femidom und platzierst es so um den Muttermund. Sitzt das Femidom innen gut, hat deine Vagina so etwas wie eine zweite Haut bekommen. - Schritt 4 – die Kontrolle: Jetzt kontrolliere, ob das Femidom auch außen sitzt: Es muss die Schamlippen umschließen. Erst wenn sie umschlossen sind, sitzt das Femidom richtig und schützt dich bei Geschlechtsverkehr vor sexuell übertragbaren Krankheiten und einer ungewollten Schwangerschaft. Wenn du dir nicht sicher bist, ob alles richtig sitzt, solltest du dies offen mit deinem Sexualpartner besprechen, damit ihr euch gemeinsam für eine andere Verhütungsmethode entscheidet.
Hinweis: Nutze mit dem Femidom ein Gleitgel. So sitzt es in deinem Inneren stabiler, außerdem bleibt es nicht so leicht am Penis hängen. Dafür musst du das Femidom vor dem Einsetzen innen und außen mit Gleitmittel bestreichen. Theoretisch kannst du zusätzlich auch noch ein spermienabtötendes Mittel verwenden.
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)
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Praxistipps zum Femidom: vor dem Sex, nach dem Sex
Wichtig nach dem Sex: Entferne das Frauenkondom am besten vor dem Aufstehen ganz vorsichtig. Das Sperma soll ja im Schlauch bleiben. Drehe dafür den äußeren Ring so, dass das Sperma nicht auslaufen kann. Vielleicht so, wie du einen Plastikbeutel verdrehst, wenn du keinen Knoten machen willst. Am besten drehst du den Ring außen ein bis dreimal um die eigene Achse. Ist das Femidom verschlossen, ziehst du es langsam raus. Dann kannst du es entsorgen, aber nicht in die Toilette. Wie auch das Kondom für den Mann gilt: Das Frauenkondom nur einmal benutzen.
Wie sicher schützt das Femidom?
Für wen eignet sich das Femidom?
Wegen der etwas komplizierten Anwendung ist ein Femidom eher nicht für Frauen geeignet, die ihre Sexualität gerade erst entdecken.
Mit etwas Übung können Femidome dich schützen, unabhängig vom Partner. Das Femidom ist eine Verhütungsmethode für Frauen,
- die einen neuen Partner oder häufig wechselnde Geschlechtspartner haben,
- die einen Partner haben, der keine Kondome verwenden möchte,
- die Kontrolle über die Verhütung haben möchten,
- keine chemische oder hormonelle Belastung möchten wie etwa durch die Pille.
Was sind die Vorteile und Nachteile des Femidoms?
Vorteile:
- der Penis muss nicht steif sein
- sitzt lockerer und engt weniger ein
- ist nach einiger Übung spontan anwendbar
- löst keine Latexallergie aus
- bietet Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und Infektionen
- hat keine Nebenwirkungen
- kann bis zu 8 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden
- bietet bei korrektem Gebrauch guten Schutz vor Schwangerschaft
Nachteile:
- bevor ein souveräner Umgang möglich ist, muss die Nutzung geübt werden
- schützen nur bei absolut korrekter Anwendung vor Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft
- schützt wie das Kondom nur teilweise vor einer HPV-Infektion, da die Viren auch über Hautkontakt und andere Schleimhäute übertragen werden
- teurer als etwa Männerkondome
Wo bekommt man Femidome?
Femidome bekommst du in Apotheken und teilweise in Drogerien. Auch im Internet kannst du sie bestellen. Sie kosten zwischen 2 und 3 Euro. Größere Verpackungen etwa mit mehreren dieser Frauenkondome sind oft günstiger. Achte aber immer auf das Haltbarkeitsdatum. Ist es abgelaufen, wird das Material porös und der Schutz ist hin. Außerdem sollte es eine geprüfte Qualität haben, das erkennst du an dem CE-Zeichen.
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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