Die Sterilisation der Frau: Vor- und Nachteile sowie Kosten
Die Sterilisation ist ein operativer Eingriff, der zu Unfruchtbarkeit führt und daher eine sichere Methode zur Verhütung ist. Geeignet ist die Sterilisation aber nicht für jede Frau. Für wen sie in Frage kommt und welche Risiken es gibt, erfährst du hier.

Wie funktioniert die Sterilisation der Frau?
Bevor eine Sterilisation durchgeführt wird, findet ein persönliches Gespräch mit Ärztinnen, Ärzten sowie Psychologinnen und Psychologen statt, um dich über den Eingriff aufzuklären und dir Risiken sowie psychische Folgen aufzuzeigen.
Die Sterilisation macht dauerhaft unfruchtbar. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose. Über einen kleinen Schnitt in der Nähe des Bauchnabels führt der Arzt oder die Ärztin die Operationsinstrumente in die Bauchhöhle ein. Es gibt zwei Verfahren, die dann zum Einsatz kommen können:
- Bei der Tubensterilisation werden die Eileiter verschlossen, meist durch Hitze verödet oder durch einen Clip. Die Verödung gilt dabei als sicherer.
- Eher selten wird die Salpingektomie angewendet, bei der die Eileiter entfernt werden.
Beide Methoden führen dazu, dass Spermien nicht mehr bis zur Eizelle gelangen und sie befruchten können. Eizellen reifen allerdings weiterhin in den Eierstöcken heran. Nach dem Eisprung kommen sie aber nur noch bis zur durchtrennten Stelle im Eileiter und werden dann vom Körper abgebaut.
In den meisten Fällen wird die Sterilisation in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus und vor dem Eisprung durchgeführt, um sicher zu gehen, dass keine Schwangerschaft vorliegt.
Ist der Eingriff überstanden, solltest du dich einige Tage körperlich und geistig schonen. Wie lange genau, hängt von deinem individuellen Zustand ab. Auch wann du wieder Geschlechtsverkehr haben kannst, richtet sich nach deinem persönlichen Befinden. Wichtig ist, dass die Wundheilung abgeschlossen ist.
Wieviel kostet die Sterilisation der Frau?
Je nach Methode liegen die Kosten für eine Sterilisation bei Frauen aktuell zwischen 600 und 1000 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen wie die DAK-Gesundheit übernehmen die Kosten dafür in der Regel nicht.
Es gibt Ausnahmen, in denen die Kosten getragen werden. Dazu zählen dringend notwendige medizinische oder auch psychologische Gründe.
Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, wie die weibliche Sterilisation funktioniert, welche Risiken damit einhergehen und für wen sie sich eignet.
Für wen kommt eine Sterilisation infrage?
Eine Sterilisation solltest du nur bei abgeschlossener Familienplanung in Betracht ziehen, denn die Operation ist mit Risiken verbunden und lässt sich nur sehr schwer rückgängig machen. Auch für Frauen, bei denen eine Schwangerschaft oder eine Geburt schwere gesundheitliche Risiken birgt, kommt eine Sterilisation als sichere Verhütungsmethode in Frage.
Bedenke: Ob die sogenannte Refertilisierung, also das Rückgängigmachen der Sterilisation, tatsächlich funktioniert, kann niemand versprechen.
Hier findest du alle Verhütungsmittel im Überblick und findest vielleicht eines, das eher für dich in Frage kommt.
Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
- Verwende Kondome beim Sex
- Verzicht auf Kondome im besten Fall nur in monogame Beziehungen
Vorsorge für Frauen
Check-up 35, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs – alle Infos zur kostenlosen Vorsorge.
Welche Nachteile hat die Sterilisation der Frau?
Eine Sterilisation ist endgültig. Wenn du dich später umentscheidest, ist die Wiederherstellung der Fruchtbarkeit nicht nur medizinisch schwierig, die Erfolgschancen dafür sind auch sehr gering. Die Entscheidung für eine Sterilisation bedeutet, dass du sehr sicher für den Rest deines Lebens keine (weiteren) leiblichen Kinder mehr bekommen wirst.
OP birgt immer Risiken
Die Sterilisation der Frau findet unter Vollnarkose statt, was immer mit Risiken einhergeht, etwa Kreislaufprobleme. Möglich sind zudem Infektionen, Nachblutungen, Schmerzen und Thrombosen. Auch benachbarte Organe können beim Eingriff verletzt werden.
Periode nach der Sterilisation
Das Hormonsystem wird durch eine Sterilisation in der Regel nicht beeinflusst, denn die Eierstöcke produzieren nach wie vor Hormone und auch Eizellen, die dann vom Körper abgebaut werden. Du hast also weiterhin deinen Monatszyklus und deine Periodenblutung.
Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
Folge Doktorsex auf
Und hier findest du alle Artikel rund um Sex, Liebe und den Körper.
Welche psychischen Folgen kann die Sterilisation der Frau haben?
Nach einer Sterilisation können psychische Probleme auftreten. Laut einer Studie aus den USA bereuen 28 Prozent der Frauen, die sich haben sterilisieren lassen, den Eingriff. Das kann sogar zu Depressionen führen.
Die Tatsache, nun wirklich unfruchtbar zu sein, kann belastend sein und sexuelle Unlust oder auch Partnerschaftsprobleme zur Folge haben.
Bei manchen Frauen ist aber auch das Gegenteil der Fall: Sie verspüren nach der Sterilisation ein Gefühl von sexueller Freiheit, da sie sich keine Gedanken mehr um Verhütung machen müssen.
Höre vor deiner Entscheidung ehrlich und lange in dich selbst hinein. Frage dich, ob die Sterilisation für dich tatsächlich der passende Schritt ist. Immerhin gibt es viele andere Verhütungsmethoden, die nicht endgültig sind.
Falls du in einer Beziehung bist, solltest du dich auch mit deinem Partner oder deiner Partnerin absprechen. Diskutiert Ängste, Sehnsüchte, Depressionen oder andere Beweggründe für oder gegen eine Sterilisation. Suche auch den Rat von psychologischen und gynäkologischen Expertinnen und Experten.
Fachbereich der DAK-Gesundheit
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Pille absetzen – darauf musst du achten
Einen Tag nehmen, dann wieder nicht - warum das nicht gut ist, erklärt Sheila hier

Pille und Nebenwirkungen: Häufige, psychische & seltene Risiken
Stimmungsschwankungen, Thrombose & mehr

Kupferkette und Kupferspirale: Das solltest du wissen
Die wichtigsten Fakten zur hormonfreien Verhütung im Überblick.

