Wie gesund ist Küssen wirklich?

Deine Lippen treffen die Lippen einer anderen Person. Ob schüchtern, verspielt oder voller Begierde – ein Kuss kann viele Gesichter haben. Wichtig ist, es gibt nicht die perfekte Art zu Küssen. Jeder Kuss ist (auch wortwörtlich) Geschmackssache. Die einen lieben es mit Zunge, die anderen ohne. Bei den einen funkt es beim leichten Zungenspiel, bei den anderen „ringen“ die Zungen richtig miteinander.
Der Kuss – Liebe, Freundschaft, Familie
Der Kuss ist immer etwas, das die Menschen, die ihn teilen, verbindet. Nicht immer küssen sich Liebende. Auch unter Freunden und Freundinnen ist ein Wangenkuss durchaus üblich. Kleine Kinder werden nicht selten auf die Stirn geküsst, wenn die Eltern ein Wehwehchen damit behandeln. Lippen, Wange, Stirn – und das sind nur einige Beispiele für liebevolle Küsse.
Warum ist Küssen so gesund?
Verliebte oder zwei Menschen küssen sich, wenn sie einander spannend, interessant und attraktiv finden. Dabei wird geschnäbelt, liebkost, geknutscht, geschmatzt und gebusselt. All diese Wörter beschreiben den intimen Moment, wenn sich die Lippen berühren, sich vielleicht der Mund leicht öffnet und Zungen auf sanfte Forschungsreise gehen.
Und das Küssen ist zudem in Sachen Training und Kalorienverbrauch besonders spannend. Abhängig davon, wie du küsst, bewegen sich dabei zwischen 38 und 60 Muskeln. Wusstest du, dass du durch den Kalorienverbrauch beim Küssen auch abnehmen kannst? OK, nicht so viel wie durch Sport und gesunde Ernährung. Aber immerhin verbrennst du beim Küssen pro Minute durchschnittlich sieben Kalorien.
Dass Küssen zwei Menschen verbindet, ist einer der schönsten Effekte des Knutschens. Neben dem Spaß und der Liebe ist dafür vor allem das schon erwähnte Oxytocin verantwortlich. Es wird beim Küssen freigesetzt und gilt als Bindungshormon. Es sorgt dafür, dass du und dein Partner oder deine Partnerin sich einander näher fühlen. Es entsteht das starke Bedürfnis nach körperlichem Kontakt. Das kann von leichtem Streicheln über Kuscheleinheiten bis hin zu Sex alles sein.
Ist Küssen gut gegen Stress?
Küssen kann Verspannungen lösen
Die körperliche Entspannung beim Küssen führt auch dazu, dass sich in deinem Körper Verspannungen in den Muskeln lösen können. Erfahrungen zeigen, dass sich beim leidenschaftlichen Küssen vor allem die Muskeln im Kiefer und im Beckenbereich sprichwörtlich auf die Hängematte legen.
Küssen kann den Kreislauf ankurbeln
Der positive Stress beim Küssen hat einen großen Vorteil. Treffen sich die Lippen zweier Liebender, kommt nicht nur deren Fantasie in Schwung, sondern auch der Kreislauf. Beim Küssen schlägt dein Herz rund 150-mal in der Minute. Das trainiert zum einen dein Herz, zum anderen regt es die Durchblutung an. Die Sauerstoffversorgung in deinem Körper verbessert sich.
Küssen kann gegen Falten helfen
Du hast schon gelesen, dass du beim Küssen je nach Intensität bis zu 60 Gesichtsmuskeln benutzt. Die Haut wird zudem besser durchblutet. Das Training und die Durchblutung sorgen dafür, dass die Haut gestrafft wird. Küssen hält die Falten unter Kontrolle und lässt dein Gesicht frischer wirken.
Ist Küssen gut für das Immunsystem?
Küssen macht glücklich
Wann macht Küssen glücklich? In der Regel immer dann, wenn du dich zu deinem Kusspartner oder deiner Kusspartnerin hingezogen fühlst. Das Küssen mit einem geliebten Menschen schenkt dir das Gefühl von Schmetterlingen in deinem Bauch. Verantwortlich sind auch hier die bereits genannten Glückshormone Serotonin und Dopamin. Es wird gemutmaßt, dass das Küssen als präventive Maßnahme sogar gegen Depressionen helfen kann. Speziell bei den Arten, die auf einen körperlichen Mangel an Glückshormonen zurückzuführen sind.
Kann Küssen gefährlich sein?
Philemaphobie ist die Kussangst. Die Kussphobie ist die übertrieben gesteigerte Angst vor dem Küssen. Menschen, die darunter leiden, meiden den oralen Kontakt mit anderen Menschen. Einige tun das aus hygienischen Gründen, andere aus einem schwer kontrollierbaren inneren Drang.
Die Kussphobie tritt immer wieder bei Menschen auf, die keine oder kaum Erfahrung mit dem Küssen haben. Sie haben dann die Angst, beim Knutschen etwas falsch zu machen. Nicht selten passiert es, dass durch das langsame Küssen mit einem verliebten und geduldigen Partner oder einer ebensolchen Partnerin die Angst wieder verschwindet.
Viele Menschen haben Angst beim Küssen, sich durch die vielen Bakterien im Mund des anderen „etwas einzufangen“. Aber genau das Gegenteil ist in der Regel der Fall. Die so übertragenen Bakterien trainieren deine Abwehrkräfte und stärken diese. Dennoch solltest du das Küssen bei ansteckenden Krankheiten wie Schnupfen, Grippe oder Lippenbläschen (Herpes) unterlassen.
Ist Küssen für eine intime Beziehung wichtiger als Sex?
Was glaubst du? Ist Küssen wichtiger als Sex? Beides ist in der Lage, zwischen dir und deinem Partner oder deiner Partnerin Intimität zu erzeugen. Aber was genau bedeutet das? Was ist Intimität?
Viele glauben, Intimität gäbe es nur körperlich. „Sex ist Intimität“, sagen viele. Ja, das stimmt auch. Aber eben nicht die einzige Form davon. Zwischen zwei Menschen können intime Momente entstehen, obwohl sie keinen Geschlechtsverkehr haben. Es gibt auch eine mentale und emotionale Intimität. Das ist für viele Personen sogar die Voraussetzung, um überhaupt an Sex zu denken. Eine körperliche Intimität kann auch bei einem One-Night-Stand entstehen. Für eine emotionale und mentale Intimität ist eine andere Art der Vertrautheit grundlegend. Unter anderem gilt es, an dieser Art zu arbeiten. Wie genau definiert man nun Intimität?
Ihr öffnet euch
Teile deinem Partner oder deiner Partnerin ehrlich deine Gefühle und Gedanken mit. Die Offenheit gilt als fundamentaler Bestandteil der Intimität. Über die geheimsten Wünsche und Sehnsüchte zu sprechen, erfordert Mut. Wenn das jemand bei dir tut, belohne diesen Mut mit positivem Feedback.
Ihr schafft Vertrauen
Wer sich selbst vertraut, vertraut auch anderen. Bist du mit dir im Reinen, haben Zweifel und Eifersucht, die Feinde des Vertrauens, nichts bei dir verloren. Wir wissen, wie schwer das ist. Wenn du über deine Unsicherheiten offen mit deinem Partner oder deiner Partnerin reden kannst, ist viel in diese Richtung gewonnen.
Ihr arbeitet als Team
Probleme gehören zum Leben. Egal, ob ihr diese in eurer Partnerschaft habt oder im schulischen oder beruflichen Leben erfahrt, eines gilt immer – Probleme lassen sich am besten als Team meistern. Ein wichtiger Schritt in Sachen Intimität ist es also, euch gemeinsam zu unterstützen. Gehe dabei auch mal auf dein Gegenüber zu und mache Zugeständnisse. Du wirst sehen, das festigt eure intime Beziehung.
Ihr lebt ehrliche Harmonie
Streit bedeutet auf keinen Fall, dass du mit deiner Partnerin oder deinem Partner an Intimität verlierst. Ganz im Gegenteil, es ist ein Zeichen, dass ihr zwei sogar so intim miteinander seid, dass ihr eure Unzufriedenheiten teilen könnt. Diskutiert und streitet – aber richtig. Zeigt dabei immer Respekt voreinander. Verletzt euch nicht, sondern versucht, ehrlich zu bleiben, emotional rücksichtsvoll und sprecht offen und anhand guter Argumente miteinander.
Ihr dürft Geheimnisse haben
Intimität bedeutet nicht, alles, und zwar wirklich alles dem Partner oder der Partnerin mitzuteilen. Jeder Mensch hat solche Geheimnisse, die er immer und auf jeden Fall für sich behält. Diesen Teil deiner Persönlichkeit kennst nur du. Und das ist in Ordnung. Dir ist dieser Bereich wichtig, also respektiere diesen Teil auch bei deinem Liebling.
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Welche Kuss-Pannen gibt es?
Es ist einfach – du kannst beim Küssen eines geliebten Menschen (fast) nichts falsch machen. Drücke dabei einfach deine Gefühle aus, und vieles ist in Ordnung. Aber, um ehrlich zu sein, es gibt einige Pannen, die du vermeiden kannst.
Mundgeruch törnt ab. Vermeide vor dem Küssen intensiv riechende oder schmeckende Lebensmittel wie Knoblauch. Kaugummis und Zähneputzen können helfen. Aber Kaugummi kann beim Küssen zum Hindernis werden. Nimm ihn vorher raus.
Auch das Beißen an den Lippen des anderen oder der anderen kann schmerzhaft sein. Leichtes Knabbern kann Spaß machen, aber härteres Zubeißen ist häufig nicht gerne gesehen. Vermeide es auch, die Zunge so weit in den Mund des anderen oder der anderen zu stecken, dass dem oder der die Luft wegbleibt.
Die Pannen passieren. Am besten ist es, ihr beide lacht darüber, schaut euch tief in die Augen und versucht es einfach nochmal. Das Üben ist der halbe Spaß beim Knutschen.





