Dreimonatsspritze als Verhütung: Ist sie das Richtige für dich?

Du willst sicher verhüten, aber ohne tägliche Routine? Dann könnte die Dreimonatsspritze für dich interessant sein. Sie schützt für mehrere Wochen am Stück und du musst nicht an die nächste Einnahme denken. Trotzdem ist sie längst nicht so verbreitet wie die Pille – auch, weil sie nicht für jede Frau zu den Verhütungsmitteln der 1. Wahl gehört. Hier erfährst du, welche Vor- aber auch Nachteile die Verhütungsspritze hat, wie sie wirkt, für wen sie geeignet ist und was sie kostet.
Was ist eine Dreimonatsspritze und wie wirkt sie?
Aus diesem Depot wird das Gestagen über bis zu 14 Wochen nach und nach freigesetzt. Die dadurch erreichte Verhütung basiert auf einer vielschichtigen Wirkung:
- Verhinderung des Eisprungs.
- Verdickung des Zervixschleimes, was es den Spermien erschwert, überhaupt in die Gebärmutter zu gelangen.
- Reduktion des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich kein Ei einnisten kann, sollte es trotzdem zum Eisprung oder gar zu einer Befruchtung kommen.
Ab wann wirkt die Dreimonatsspritze?
Im besten Fall wird die Verhütungsspritze in den ersten fünf Tagen des Zyklus, also während der Monatsblutung, angewendet. Sie wirkt dann sofort. Muss die Injektion zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen, setzt die Wirkung erst etwa eine Woche später ein. In diesem Zeitraum solltest du unbedingt zusätzlich verhüten, um eine Schwangerschaft zu verhindern.
So sicher ist die Dreimonatsspritze laut Pearl-Index
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Zu einer ungeplanten Schwangerschaft kann es vor allem dann kommen, wenn
- die Depotspritze nicht in den ersten Zyklustagen verabreicht und nicht zusätzlich verhütet wird oder
- die Folgeinjektion nicht im Zeitraum von maximal 14 Wochen erfolgt.
Wichtig: Die Dreimonatsspritze bietet als hormonelle Verhütungsmethode einen sicheren Schutz vor einer ungeplanten Schwangerschaft, schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Hast du wechselnde Sexualpartner, solltest du unbedingt zusätzlich verhüten, etwa mit Kondomen.
Vorteile der Dreimonatsspritze
Unkompliziert und zuverlässig – diesen Wunsch kann die Verhütungsspritze vielen Frauen erfüllen. Hier findest du die Vorteile im Überblick:
- Hohe Verhütungssicherheit ohne tägliche Einnahme – die Gefahr des Vergessens der Pille ist nicht vorhanden.
- Gut verträglich für Frauen, die hormonell verhüten möchten, aber Östrogene nicht nehmen können oder wollen.
- Bei längerer Anwendung kommt es oft zu schwächeren oder gar ausbleibenden Monatsblutungen – für Frauen, die unter einer starken Periode leiden ist das eine große Entlastung.
- Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen oder Durchfall beeinflussen – anders als bei der Anti-Baby-Pille – die Wirkung nicht.
Dreimonatsspritze – Nebenwirkungen & Nachteile
Obwohl die Depotspritze so praktisch klingt, wird sie dennoch selten genutzt und zählt nicht zu den Verhütungsmitteln der ersten Wahl. Der Grund liegt in den Nebenwirkungen und Nachteilen dieser Verhütungsart.
Weil das Gestagen recht hoch dosiert verabreicht wird, sind auch die Nebenwirkungen oft stärker als bei der täglichen Einnahme von Gestagenen:
- Gewichtszunahme
- Langanhaltende Zwischen- und Schmierblutungen
- Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen
- Libidoverlust
- Akne und Haarausfall
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Verdauungsstörungen wie Blähungen
Diese Einschränkung gilt ebenfalls für Frauen, die eine oder mehrere der folgenden Erkrankungen haben: Leber-, Knochen- oder Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhtes Thrombose- oder Embolie-Risiko, Zyklusstörungen und Brust- oder Leberkrebs.
Drei Monate Wirkung ohne Ausstiegs-Option
Der größte Nachteil der Dreimonatsspritze ist, dass ihre Wirkung sich nicht aufheben lässt, wenn es beispielsweise zu starken Nebenwirkungen kommt. Anders als bei Spirale, Pille oder Stäbchen ist eine Entfernung der hormonellen Verhütung nicht möglich. Du kannst nur auf das Nachlassen der unerwünschten Wirkungen warten.
Dazu kommt, dass es nach dem Absetzen der Dreimonatsspritze bis zu zwei oder gar drei Jahre dauern kann, bis sich dein Zyklus wieder vollständig einpendelt. Deshalb ist diese Form der Verhütung für Frauen mit einem baldigen Kinderwunsch nicht empfehlenswert.
Dreimonatsspritze: Kosten & Eignung
Für welche Frauen wird die Depotspritze empfohlen?
Aufgrund der speziellen Anwendung und der daraus entstehenden Vor- und Nachteile ist die Verhütungsspritze nur unter bestimmten Umständen eine geeignete Form der hormonellen Verhütung.
Empfehlenswert ist die Dreimonatsspritze zum Beispiel für Frauen, die
- im Schichtdienst arbeiten und ihre Pille daher nicht regelmäßig nehmen können, aber die Verhütung mit Gestagenen besser vertragen als Östrogene.
- unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden und deshalb Hormone aus dem Darm nur unzureichend aufnehmen.
- unter bestimmten Blutkrankheiten wie der Sichelzellanämie leiden.
- ihre Familienplanung abgeschlossen haben.
- während der Stillzeit hormonell verhüten wollen, die engen Zeitfenster der Mini-Pille aber nicht einhalten können.
Häufige Fragen zur Dreimonatsspritze
Warum erfolgt eine Gewichtszunahme bei der Dreimonatsspritze?
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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Das in der Depotspritze enthaltene Gestagen wirkt im Körper ähnlich wie das körpereigene Progesteron und beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel. Es begünstigt die Einlagerung von Wasser und Fett. Zusätzlich steigert es den Appetit, weshalb viele Frauen durch die Depotspritze zunehmen.
Für wen ist die Dreimonatsspritze nicht geeignet?
Nicht geeignet ist die Verhütungsspritze für junge Frauen, die sich noch im Wachstum befinden, sowie für ältere Frauen, die ein erhöhtes Osteoporose-Risiko haben. Darüber hinaus spricht eine Reihe von Vorerkrankungen gegen die Anwendung, zum Beispiel wenn du Probleme mit deinem Stoffwechsel oder dem Herz-Kreislauf-System hast.
Welche Alternativen gibt es zur Dreimonatsspritze?
Welche Alternativen für dich geeignet sind, hängt vom Grund der Anwendung der Verhütungsspritze ab. Möchtest du zuverlässig und langfristig verhüten, ohne an die Pille denken zu müssen? Dann ist eine Hormon- oder Kupferspirale eine interessante Alternative. Stillst du noch und suchst eine geeignete hormonelle Verhütung? Hier kann die gestagenhaltige Mini-Pille eine gute Lösung sein.
Ist die Dreimonatsspritze besser als die Pille?
Verglichen mit der Mini-Pille, die ebenfalls Gestagene enthält, hat die Dreimonatsspritze einen riesigen Vorteil: Du musst nichts einnehmen und kannst deshalb auch nichts vergessen. Der Schutz ist für drei Monate gesichert. Im Hinblick auf die Verhütungssicherheit und Verträglichkeit ist die Depotspritze aber – abgesehen von möglichen Einnahmefehlern – nicht besser als die Pille. Im Gegenteil: Sie hat häufiger stärkere Nebenwirkungen.
Ab welchem Alter ist die Dreimonatsspritze geeignet?
Erst, wenn die Knochenentwicklung vollständig abgeschlossen ist, kann die Dreimonatsspritze zur Anwendung kommen. Für Jugendliche und junge Frauen wird die Depotspritze nur in Ausnahmefällen empfohlen.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





