Sehnenscheidenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Der Daumen schmerzt, das Handgelenk zieht oder der Fuß sticht, sobald du dich bewegst? Bei einer Sehnenscheidenentzündung tut es schon weh, wenn du dich auch nur leicht bewegst. Hier erfährst du, woran du eine Sehnenscheidenentzündung erkennst, wie du sie linderst und wie du verhinderst, dass die Schmerzen wiederkommen.  

Eine Frau sitzt auf einem Sofa und hält sich mit schmerzvollem Blick das Handgelenk.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung? 

Bei jeder Bewegung arbeiten Muskeln, Knochen und Sehnen zusammen. Die Sehnen verbinden die Muskeln mit den Knochen und übertragen die Kraft, damit du greifen, tippen, gehen oder dich drehen kannst. An bestimmten Stellen gleiten die Sehnen durch eine schützende Hülle, die sogenannte Sehnenscheide. Diese Schutzhülle sorgt dafür, dass sich die Sehne möglichst reibungslos bewegen kann. Bei einer Sehnenscheidenentzündung ist die Sehnenscheide gereizt oder entzündet. Oft ist auch die Sehne selbst betroffen. Schmerzen entstehen vor allem, wenn du den Bereich bewegst oder belastest – etwa wenn du greifst, die Hand beugst oder den Arm drehst

Wo tritt eine Sehnenscheidenentzündung häufig auf?

Die Beschwerden treten oft an der Hand und am Handgelenk auf. Der Daumen, die Finger, der Unterarm und der Fuß können ebenfalls betroffen sein. In der Handinnenfläche können beispielsweise die Beugesehnen gereizt sein. Dadurch fällt es schwer, die Finger zu beugen, zu strecken oder fest zuzugreifen. Bei einer Sehnenscheidenentzündung am Daumen oder daumenseitigen Handgelenk schmerzen alltägliche Bewegungen, zum Beispiel wenn du auf einem Smartphone tippst, ein Schraubglas öffnest oder eine schwere Tasche trägst.

Beschwerden richtig einordnen

Schmerzen an Schulter, Ellenbogen, Handgelenk oder Fuß können auch andere Ursachen haben. Ein Tennisarm, ein Karpaltunnelsyndrom oder ein Mausarm (RSI-Syndrom) verursachen ähnliche Beschwerden wie eine Sehnenscheidenentzündung, lassen sich aber auf andere Auslöser zurückführen. Halten deine Beschwerden an, verschlimmern sie sich oder kommen weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder eine starke Schwellung hinzu, solltest du sie ärztlich abklären lassen.

Woran erkenne ich eine Sehnenscheidenentzündung? 

Eine Sehnenscheidenentzündung macht sich meist dort bemerkbar, wo die betroffene Sehne und ihre Sehnenscheide verlaufen. Das sind mögliche Symptome:

  • Du verspürst ziehende oder stechende Schmerzen entlang der Sehne, die sich verstärken, wenn du die betroffene Stelle bewegst, belastest oder darauf drückst.
  • Der betroffene Bereich kann geschwollen oder gerötet sein und sich warm oder druckempfindlich anfühlen.
  • Bewegungen fallen schwerer oder tun weh, zum Beispiel beim Greifen, Beugen, Strecken oder Drehen.
  • Manche Menschen spüren oder hören, dass es bei Bewegungen reibt, knirscht oder schnappt. Wie zum Beispiel bei einem Schnappfinger: Der Finger hakt, wenn du ihn beugst oder streckst, und springt plötzlich nach. Ursache ist die Beugesehne, die aufgrund einer Verdickung oder einer Einengung des Ringbandes nicht frei durch ihre Sehnenscheide gleiten kann.

Anfangs treten die Beschwerden nur bei Belastung auf. Mit der Zeit können jedoch bereits kleine Alltagsbewegungen schmerzen – zum Beispiel wenn du eine Tasse greifst, eine Taste drückst oder ein paar Schritte gehst.

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Welche Ursachen hat eine Sehnenscheidenentzündung? 

Wenn du deine Sehnen über längere Zeit einseitig oder wiederholt belastest, kannst du sie damit reizen – und daraus kann sich eine Sehnenscheidenentzündung entwickeln. Das passiert zum Beispiel, wenn du bestimmte Bewegungen sehr häufig ausführst oder dir zu wenig Pausen gönnst. Das sind mögliche Risikofaktoren:

  • Wiederholte Bewegungen: Klickst, scrollst oder greifst du häufig, schraubst, musizierst oder arbeitest handwerklich, kann das deine Sehnen reizen.
  • Ungünstige Arbeitsbedingungen: Ergonomie ist im Büro ebenso wichtig wie im Homeoffice. Dauerhaft abgeknickte Handgelenke, eine schlecht eingestellte Maus oder Tastatur, wenige Pausen und einseitige Abläufe können die Hände und Unterarme belasten.
  • Sportliche Belastung: Trainierst du zu schnell, belastest dich falsch oder nutzt ungeeignetes Equipment, kann das zu einer Sehnenscheidenentzündung führen. Davon können unter anderem Handgelenke, Unterarme und Füße betroffen sein. Mehr Informationen zu den gesundheitlichen Folgen findest du unter Übertraining.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: In dieser Phase treten Beschwerden am daumenseitigen Handgelenk häufiger auf. Dazu können hormonelle Veränderungen beitragen, aber auch, dass du dein Baby immer wieder hochhebst, trägst oder hältst.
  • Erkrankungen oder Verletzungen: Auch rheumatische Erkrankungen oder Verletzungen können die Sehnenscheiden reizen und Beschwerden begünstigen.

Wie lange eine Sehnenscheidenentzündung dauert, ist unterschiedlich. Wirst du frühzeitig behandelt und schonst dich, klingt eine akute Sehnenscheidenentzündung oft schon nach einigen Tagen bis wenigen Wochen ab.

Akut oder chronisch – was bedeutet das?

Eine Sehnenscheidenentzündung verläuft zunächst akut. Die Beschwerden beginnen plötzlich oder innerhalb weniger Tage und bessern sich, wenn du die betroffene Stelle schonst. Bleibt die betroffene Sehnenscheide weiterhin belastet oder kehren die auslösenden Bewegungen immer wieder zurück, können die Beschwerden chronisch werden. Dann halten die Schmerzen über Wochen oder Monate an und die Behandlung dauert länger.

Was kann ich bei einer Sehnenscheidenentzündung tun?

Das Wichtigste ist: Entlaste die schmerzende Stelle und meide Bewegungen, die deine Beschwerden verstärken. Stelle die Hand, den Arm oder den Fuß nur kurzfristig komplett ruhig. Wenn die akuten Schmerzen nachlassen, kannst du langsam wieder anfangen, die Stelle vorsichtig zu bewegen. Diese Maßnahmen können helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Belastung reduzieren: Wenn du tippst, greifst, scrollst oder Sport treibst und es wehtut, mach Pause. Nur so kann sich die gereizte Sehne wieder erholen.
  • Vorübergehend stabilisieren: Wenn bereits geringe Bewegungen schmerzen, kann es helfen, die betroffene Körperstelle für wenige Tage zu stabilisieren – zum Beispiel mit einer Bandage oder Orthese am Handgelenk, einer Daumenschiene oder einer geeigneten Stabilisierung des Fußes. Lass dich dazu am besten ärztlich oder in der Apotheke beraten.
  • Kühlen oder wärmen: Bei akuten Schmerzen, Schwellung oder Wärmegefühl wird Kälte oft als angenehm empfunden. Wärme kann helfen, wenn der Bereich verspannt ist oder die Beschwerden schon länger bestehen. Teste vorsichtig, was dir guttut.
  • Schmerzen behandeln: Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente können die Beschwerden lindern. Lass dich dazu ärztlich oder in der Apotheke beraten.
  • Bewegungen verbessern: Bei der Physiotherapie lernst du, welche Bewegungen deine Sehnen belasten und wie du sie im Alltag besser entlastest. Nach der akuten Phase kannst du dort auch üben, die Hand, den Arm oder den Fuß schrittweise wieder stärker zu belasten und Rückfällen vorzubeugen.

Sollten deine Beschwerden sich bessern, steig nicht sofort wieder voll in die alte Belastung ein. Achte darauf, welche Bewegung die Reizung ausgelöst haben könnte, und überlege, wie du sie künftig verändern oder durch regelmäßige Pausen besser ausgleichen kannst.

Wann sollte ich mit einer Sehnenscheidenentzündung zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen?

Hol dir ärztlichen Rat, wenn die Schmerzen stark sind, nach einigen Tagen nicht besser werden oder immer wiederkommen. Das gilt besonders, wenn deine Hand, dein Arm oder dein Fuß kribbelt, taub wird, deutlich anschwillt, gerötet ist oder sich warm anfühlt. Auch nach einer Verletzung oder bei Fieber solltest du die Beschwerden immer sofort abklären lassen. 

In der Praxis schaut deine Ärztin oder dein Arzt, seit wann du Schmerzen hast, welche Bewegungen sie auslösen und wo genau es wehtut. Meist reichen ein Gespräch und die körperliche Untersuchung aus. Bei Bedarf kann eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose unterstützen. Ein MRT ist nur dann notwendig, wenn die Ursache unklar bleibt oder andere Erkrankungen ausgeschlossen werden sollen.

Wie lässt sich einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen? 

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Vorbeugen heißt vor allem: Mach rechtzeitig Pausen. Wenn du bestimmte Bewegungen oft wiederholst, kannst du zwischendurch deine Haltung wechseln. Richte deinen Arbeitsplatz außerdem so ein, dass deine Hände, Arme und Schultern möglichst locker bleiben. Das sind einfache Tipps zur Vorbeugung: 

  • Bewegungen abwechseln: Mach kurze Pausen, wenn du lange tippst, klickst, scrollst, greifst oder mit den Händen arbeitest. Wechsle zwischendurch die Haltung und verteile einseitige Aufgaben, wenn das möglich ist. Diese einfachen Bewegungen im Alltag können ebenfalls helfen, den Körper gesund zu halten.
  • Arbeitsplatz prüfen: Ergonomisches Sitzen trägt dazu bei, typischen Beschwerden wie einer Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen.Lege Maus und Tastatur nah an den Körper. Deine Handgelenke bleiben am besten möglichst gerade, die Unterarme liegen locker auf und die Schultern ziehen nicht nach oben. Wie du deinen Schreibtisch optimal einrichten kannst, erklärt dir unser Ratgeber Ergonomie am Arbeitsplatz.
  • Beim Sport langsam steigern: Starte neue Übungen behutsam und erhöhe die Belastung Schritt für Schritt. Wenn du unsicher bist, lass deine Technik überprüfen, damit du den Fuß, das Handgelenk und den Unterarm nicht einseitig überforderst.
  • Smartphone bewusster nutzen: Wechsle öfter die Hand, nutze Sprachnachrichten oder die Diktierfunktion und reduziere längeres Tippen nur mit dem Daumen.
  • Regelmäßig lockern und dehnen: Wer viel tippt oder greift, kann zwischendurch die Finger, Handgelenke und Unterarme sanft dehnen – bevor Beschwerden entstehen. 

Häufige Fragen zur Sehnenscheidenentzündung

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