Gesund im Homeoffice: Welche Vor- und Nachteile hat das mobile Arbeiten?

Home-Office: Frau sitzt mit Kopfhörern vor einem Bildschirm und nimmt an einem Meeting teil

Homeoffice gehört in vielen Unternehmen heutzutage zum Standard. Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Dennoch lauern auch beim Arbeiten in den eigenen vier Wänden gesundheitliche Risiken – für Körper wie Geist. Welche das sind und wie du Probleme umgehen kannst, erfährst du hier. 

Vorteile für die Gesundheit: Das bringt Homeoffice

Viele Menschen schätzen das Arbeiten von zu Hause aus. Zu den größten Vorteilen gehören:

  • Mehr Flexibilität und Selbstbestimmung: Arbeitszeiten können flexibler gestaltet werden. Hinzu kommt, dass einige Menschen ihren Wohnort freier wählen können, da der tägliche Anfahrtsweg zur Arbeit entfällt. Und das Büro zu Hause kann ganz nach den eigenen Vorstellungen gestaltet und zu einem Wohlfühlort gemacht werden.
  • Bessere Work-Life-Balance: Da der Arbeitsweg entfällt und Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden können, lassen sich Beruf- und Privatleben besser vereinbaren. Das reduziert alltäglichen Stress.
  • Bessere Konzentration: Klingelnde Telefone, Gespräche unter Kollegen und andere typische Störfaktoren im Büro gehören der Vergangenheit an.
  • Weniger Ansteckung: Durch weniger Kontakt zu kranken Kolleginnen und Kollegen oder auch zu Menschen im Nahverkehr sinkt das Risiko, sich mit einer Erkältung, Grippe oder einer anderen Erkrankung anzustecken. 

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Nachteile von Homeoffice: Gesundheitliche Risiken durch mobiles Arbeiten

Neben den vielen positiven Aspekten der Arbeit im Homeoffice gibt es auch negative. Laut DAK Gesundheitsreport 2020 sehen es etwa drei Viertel der Befragten kritisch, dass im Homeoffice wenig direkter Kontakt zu den Kollegen besteht. Viele vermissen zudem die Möglichkeit, sich kurzfristig – auch mit dem Chef – persönlich zu besprechen (48 Prozent) oder ihnen fehlt ausreichend Zugang zu Akten oder sonstigen Arbeitsunterlagen (41 Prozent). 

Hinzu kommen negative Auswirkungen auf die Gesundheit:

  • Haltungsschäden und Schmerzen: Fehlt die richtige Ausstattung, um im Homeoffice ergonomisch zu sitzen, drohen Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen. Auf Dauer können sich regelrechte Haltungsschäden entwickeln.
  • Bewegungsmangel: Dass der Arbeitsplatz im Nebenraum ist, spart zwar Zeit, fördert aber auch den Bewegungsmangel.
  • Soziale Isolation: Der persönliche Kontakt lässt sich nicht komplett durch digitale Meetings ersetzen. Einige Menschen fühlen sich im Homeoffice daher einsam und auch der Teamzusammenhalt kann leiden.
  • Stress: Homeoffice kann zwar zu einer besseren Work-Life-Balance führen, allerdings muss man sich dafür an einige Regeln halten. Ansonsten kann es auch sein, dass Privat- und Berufsleben nicht mehr klar getrennt werden, etwa durch ständige Erreichbarkeit. Vor allem jungen Mitarbeitern fällt es häufiger schwer, eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen – dies gelingt laut DAK Gesundheitsreport nur jedem zweiten unter 30 Jahren.

Tipps für das Homeoffice: So bleibst du gesund und produktiv

Zeitmanagement und Selbstorganisation

Damit die Arbeit auch im Homeoffice gelingt, solltest du dir einen Tagesablauf zurechtlegen und dich nach Möglichkeit daran halten: Arbeitsbeginn, Pausen und Feierabend sind dabei die großen Leitplanken. Das hilft, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, erleichtert aber auch, die Arbeit sein zu lassen. 

Konzentration steigern

Es erleichtert das Arbeiten in den eigenen vier Wänden sehr, wenn du dir einen fixen Arbeitsplatz dafür suchst. Sitzt man dort, signalisiert man dem Partner oder der Partnerin oder auch den Kindern, dass man bei der Arbeit ist und nicht gestört werden will. 

Ablenkungen durch Chats mit den Kollegen und Kolleginnen vermeidest du zum Beispiel, indem du dir Fokuszeiten im Kalender blockst und Benachrichtigungen ausstellst.

Einen Zusammenhang zwischen Konzentration, Produktivität und Homeoffice stellten zahlreiche Befragte in der DAK-Studie her. 17 Prozent gaben an, bei der Heimarbeit weniger produktiv zu sein. 11 Prozent arbeiten zu Hause sogar produktiver als am normalen Arbeitsplatz. Knapp Dreiviertel aller Befragten sagten allerdings, dass sie zu Hause ebenso produktiv arbeiten wie im Büro.

Gegen Haltungsschäden und Rückenschmerzen

In vielen Büros gibt es ergonomische Stühle und Tische. Im Homeoffice ist das nicht immer der Fall. Achte darauf, an einem Tisch zu sitzen, der hoch genug ist und nutze einen Stuhl, der individuell verstellbar ist. Außerdem gilt: Bewege dich regelmäßig. Stehe auf, dehne dich und gehe ein paar Schritte. Nutze Pausen und gestalte sie aktiv. Gehe zum Beispiel spazieren oder lege zu Hause ein kleines Workout ein

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Regelmäßig lüften

Verbrauchte Luft kann dazu führen, dass du dich schlechter konzentrieren kannst, müde wirst oder Kopfschmerzen bekommst. Speziell im Winter kann dies zu einem Problem werden, da bei Kälte die Fenster seltener geöffnet werden. 

Achte darauf, dein Arbeitszimmer jede Stunde zu lüften. Je kälter es draußen ist, desto kürzer kann das Stoßlüften ausfallen. Während im Winter in der Regel rund drei Minuten ausreichen, sind es im Sommer zehn. 

Bewusste Pausen

Arbeitspausen sind gesund. Man isst, schöpft neue Kraft und rekapituliert Erlebnisse. Ebenso wie die Arbeitszeiten sollten auch die Pausen im Homeoffice festgelegt und eingehalten werden. Gehe dafür in einen anderen Raum, mache einen Spaziergang, iss achtsam dein Mittagessen – und das nicht vor dem Bildschirm. 

Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen

Kommunikation ist gerade in Zeiten des Homeoffice wichtiger denn je. Während der Arbeitszeit solltest du für die Kollegen und Kolleginnen gut erreichbar sein. Fokuszeiten solltest du mitteilen und darum bitten, nicht gestört zu werden. Welcher Kommunikationskanal am besten geeignet ist, sollte man im Team vereinbaren.

Es ist ebenfalls wichtig, mit Kollegen und Kolleginnen außerhalb von Video- oder Telefonmeetings zu sprechen – auch außer Hörreichweite des oder der Vorgesetzten. So können Sie soziale Reibungspunkte oftmals entschärfen.

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Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

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