Unregelmäßige Periode: Ursachen und Hilfe bei Zyklusstörungen

Bei vielen pendelt sich die Periode nach der Pubertät in einen recht regelmäßigen Rhythmus ein. Ein Kalender oder eine App kann dir helfen, Veränderungen schneller zu bemerken. Kommt deine Periode plötzlich unregelmäßig, steckt oft etwas Harmloses dahinter. Manchmal lohnt sich aber ein Check – vor allem, wenn noch Beschwerden dazukommen. Hier erfährst du mehr über unregelmäßige Menstruationsblutungen und worauf du achten solltest.
Was ist eine unregelmäßige Periode?
Üblicherweise treten die Regelblutungen alle 24 bis 38 Tage auf. Eine unregelmäßige Periode weicht davon ab, indem:
- Die Abstände zwischen zwei Blutungen kürzer als 24 Tage oder länger als 38 Tage sind oder sich gar keine Regelmäßigkeit einstellt.
- Die Dauer der Monatsblutung wechselt und länger oder nur kurz anhält.
- Die Stärke der Blutungen von Periode zu Periode schwankt.
Diese Ursachen können zu einer unregelmäßigen Periode führen
Die Gründe für eine ausbleibende Periode können ganz unterschiedlich sein – von Stress bis zu körperlichen Ursachen:
- Lebensstil: Stress, psychische Belastungen, Gewichtsschwankungen und sehr intensives Training können eine zeitweilige Zyklusstörung verursachen.
- Erkrankungen: Hormonelle Störungen oder gynäkologische Beschwerden sind mögliche organische Auslöser.
- Medikamente: Ein unregelmäßiger Zyklus kann als Nebenwirkung von Medikamenten oder bei Einnahme von Hormonpräparaten auftreten. Dazu gehören auch Verhütungsmittel wie die Pille.
- Wechseljahre: Ein natürlicher Umstand für eine unregelmäßige Periode sind die Wechseljahre. Meist ändert sich dabei nicht nur der Rhythmus, sondern auch die Intensität.
Arten von unregelmäßigen Zyklusstörungen
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Markante Zeitabstände oder eine ungewöhnliche Dauer deiner Menstruationszyklen hast du mit dem Menstruationskalender schnell im Blick. Etwas schwieriger einzuschätzen ist, ob der Blutverlust auffällig ist. Zur Orientierung: Bei einer durchschnittlichen Periode verliert eine Frau insgesamt 30 bis 50 Milliliter Menstruationsblut. Die genaue Blutmenge lässt sich im Alltag schwer bestimmen, es werden allerdings ungefähr drei bis fünf Binden oder Tampons mit normaler Saugkraft an den „starken“ Tagen benötigt.
Im Folgenden eine Übersicht der häufigsten Abweichungen:
| Art der Störung | Bezeichnung | Symptom |
| Zeitabstand | Polymenorrhö | zu kurzer Zyklus (weniger als 25 Tage) |
| Oligomenorrhö | zu langer Zyklus (mehr als 35 Tage) | |
| Amenorrhö | ausbleibende Blutung über mehr als drei Zyklen bei zuvor regelmäßigen Zyklen | |
| Stärke | Hypermenorrhö | übermäßige Blutung (mehr als 80 Milliliter – entspricht sechs und mehr Binden oder Tampons täglich) |
| Hypomenorrhö | sehr schwache Blutungen oder Schmierblutungen (unter 20 Milliliter) | |
| Dauer | Menorrhö | normale Blutmenge, aber zu lange anhaltend (mehr als sieben Tage) |
| Brachymenorrhö | normale Blutmenge, aber zu kurz andauernd (zwei Tage oder kürzer) | |
| Rhythmus | Menorrhagie | Zwischenblutungen ohne erkennbaren Bezug zum Zyklus, über eine Woche oder länger anhaltend |
| Spotting | leichte Zwischenblutungen über wenige Stunden oder Tage |
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Um die Zykluslänge zu bestimmen, zählt man die Tage vom ersten Tag der Monatsblutung bis zum Tag vor der nächsten Blutung. Ein paar Tage Unterschied sind normal. Als grobe Orientierung gelten:
- Ein Zyklus gilt als unauffällig, wenn er zwischen 24 und 38 Tagen dauert.
- Außerdem sollte der Unterschied zwischen dem kürzesten und längsten Zyklus innerhalb eines Jahres nicht mehr als sieben bis neun Tage betragen.
In Lebensabschnitten wie Pubertät und im Zuge der Wechseljahre sind abweichende Werte möglich:
- Pubertät: In den ersten zwei bis drei Jahren nach der Menarche (allererste Monatsblutung) ist ein Spielraum von 21 bis 45 Tagen normal. Die noch unregelmäßige Periode entsteht durch Schwankungen des Hormonhaushaltes, der sich noch einspielt.
- Wechseljahre: Bei manchen Frauen setzt die unregelmäßige Periode ab 40 Jahren ein. In der Perimenopause und Menopause verringern sich die Funktion der Eierstöcke und die Produktion von Östrogen und Progesteron. Das geschieht nicht von einem Tag zum nächsten, sondern phasenweise. Häufig verkürzen sich die Zykluslängen anfangs, später werden die Abstände größer, Blutungen können monatelang aussetzen. Eine sehr unregelmäßige Periode ist in den Wechseljahren also nicht ungewöhnlich. Die Menopause tritt durchschnittlich im 51. Lebensjahr ein, wenn die Menstruation ein Jahr lang ausgeblieben ist.
- Geburt und Stillzeit: Im Anschluss an die Geburt beziehungsweise dem Abstillen bleibt dein Hormonhaushalt noch eine Weile chaotisch. Während der Stillzeit kann die Menstruation mehrere Monate ausbleiben oder unregelmäßig auftreten. Die Periode kann außerdem eine Weile schwächer oder stärker ausfallen, als du es gewohnt bist.
Auch für diese natürlichen Spezialfälle gilt: Bei auffälligen Veränderungen mit körperlichen Beschwerden ist gynäkologische Abklärung sinnvoll. So lassen sich verdeckte Krankheiten oder hormonelle und organische Störungen ausschließen.
Unregelmäßige Periode: Wann solltest du zur Ärztin oder zum Arzt gehen?
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- zu häufig kommen (Abstände weniger als 24 Tage).
- zu selten kommen (Abstände mehr als 38 Tage).
- zu lange dauern (länger als eine Woche anhaltend).
- zu stark sind (mehr als 80 Milliliter Blutverlust pro Periode).
- zu schwach sind (nur geringfügige Blutungen oder nur sehr kurz andauernd).
- ganz ausbleiben (keine Menarche bis zum 16. Geburtstag oder keine Periode für drei Monate bei ausgeschlossener Schwangerschaft).
- Spotting oder Zwischenblutungen außerhalb des Zyklus auftreten.
- die Veränderungen urplötzlich eingetreten sind und du noch unter 45 Jahre alt bist. In dem Fall kann eine hormonelle Ursache dahinterstecken.
Dringender Abklärungsbedarf besteht außerdem, wenn du bereits in der Menopause bist und Blutungen nach über einem Jahr unverhofft wieder einsetzen.
Begleitsymptome wie starke, wehenartige Krämpfe, wechselnde Unterleibsschmerzen, Schwindel, Schwäche, Übelkeit und Kopfschmerzen solltest du ebenfalls ernstnehmen. Sehr selten können auch ernstere Ursachen dahinterstecken – deshalb: lieber einmal mehr abklären lassen.
Unregelmäßige Periode und Schwangerschaft
Eine unregelmäßige Periode kann deine Fruchtbarkeit einschränken. Ein Hormoncheck kann helfen – sprich deine Praxis darauf an. Ein unregelmäßiger Zyklus macht es außerdem sehr schwierig, deine fruchtbaren Tage zu ermitteln, sei es als natürliche Verhütungsstrategie oder bei Kinderwunsch. Gerade wenn es um Empfängnisverhütung geht, sollte eine sicherere und hormonunabhängige Methode gefunden werden. Du befürchtest, angesichts einer ausbleibenden Periode schwanger zu sein? Wenn eine ungewollte Schwangerschaft möglich ist, hol dir frühzeitig ärztliche Beratung – je früher, desto mehr Optionen.
Häufig gestellte Fragen zur unregelmäßigen Periode
Was macht ein Frauenarzt oder eine Frauenärztin bei unregelmäßiger Periode?
Ist es schlimm, wenn der Zyklus zu lang ist?
Wie lange kann Stress die Periode verschieben?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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