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Welche Symptome deuten auf Angststörungen hin?

Bei Angst steigen Herzschlag und Blutdruck, die Muskeln spannen sich an, die Bronchien weiten sich, der Körper schüttet zusätzliche Energiereserven aus und der Blutzucker steigt. All das ist ein biologischer Mechanismus, der unseren Vorfahren in freier Wildbahn das Leben sicherte. Bei Menschen, die unter einer Angststörung leiden, ist dieser natürliche Mechanismus aus den Fugen geraten. Die Angst entwickelt eine Eigendynamik und tritt auch in normalen Alltagssituationen auf. Den Betroffenen klopft das Herz bis zum Hals und sie fangen heftig zu schwitzen an. Oft folgen Schwindel- und Ohnmachtsgefühle. Die Angst überfällt sie ungewöhnlich stark und sie hält oft nach der auslösenden Situation an.

Welche Ursachen hat eine Angststörung?

Bei Angststörungen handelt es sich um ein übertriebenes Gefühl der Angst und Furcht in eigentlich ungefährlichen Situationen. Genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Eine besondere Rolle spielt der Erziehungsstil der Eltern. Ist dieser von Angst geprägt, kann sich das auf die Kinder übertragen. Viele Betroffene haben in ihrer Kindheit einen Verlust erlebt, beispielsweise den Tod eines Elternteils oder einer anderen sehr nahestehenden Person. Auch eine Scheidung, Arbeitslosigkeit oder andere schlimme Ereignisse können eine Angststörung verursachen.

Wann leide ich unter einer Angststörung?

Wenn Sie häufig von Ängsten geplagt sind, sollten Sie das bei Ihrem Hausarzt ansprechen. Im Rahmen der Anamnese beantworten Sie dann Fragen zu den genauen Symptomen: Wann, wie oft und wie stark treten sie auf. Außerdem geht darum, andere Erkrankungen mit körperlicher Ursache auszuschließen. Manchmal treten Angststörungen als Begleiterkrankung einer Depression auf.

Welche Formen von Angststörungen gibt es?

Bei Angsterkrankungen unterscheiden Ärzte und Psychologen zwischen Panikstörung, generalisierter Angststörung und Phobien.

Bei der Panikstörung treten die Attacken plötzlich auf. Sie verursachen Herzklopfen, Zittern, Schmerzen im Brustkorb, Übelkeit, Hitzewellen und Schweißausbrüche sowie manchmal auch Todesangst.

Die generalisierte Angststörung zeichnet sich dagegen durch eine ständige Sorge um alles und jeden aus. Die Gedanken sind auf die Angst eingeengt. Typische Symptome sind kalter Schweiß, eine zugeschnürte Kehle und Durchfall. Viele Betroffene ziehen sich aus allen sozialen Aktivitäten zurück.

Bei Phobien gibt es mehrere Formen: Agoraphobie beschreibt die Angst, sich auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten. Dazu gehört auch die Angst, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder einkaufen zu gehen. Bei der sozialen Phobie fürchten die Betroffenen den Umgang mit anderen Menschen und insbesondere, von diesen abgewertet zu werden. Hinzu kommen spezifischen Phobien, etwa die extreme Angst vor Spinnen, Zahnarztbohrern, Flugzeugen und Prüfungen.

Wie sieht die Behandlung bei Angststörungen aus?

Wenn eine Angststörung diagnostiziert wurde, kommen in der Regel verhaltenstherapeutische oder psychoanalytische Psychotherapien zum Einsatz, bei sehr stark ausgeprägten Angststörungen auch Psychopharmaka und Betablocker. Ziel einer Psychotherapie bei einer generalisierten Angststörung ist es, die gestörte Wahrnehmung zu normalisieren. Bei Phobien und Panikattacken hat sich die sogenannte Reizkonfrontation, auch Exposition genannt, als besonders erfolgreich erwiesen. Unter professioneller Betreuung setzen sich Patienten schrittweise der Angstsituation aus.