Eine Frau verzerrt ihr Gesicht vor Schmerz, sie leidet unter Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen – die häufigste Kopfschmerzart überhaupt

Wenn Sie sich fühlen wie in einen Schraubstock eingespannt

Spannungskopfschmerzen treten in der Regel beidseitig auf und strahlen vom Nacken über den Kopf bis in die Stirn. Spannungskopfschmerzen fühlen sich drückend und ziehend an, nicht pulsierend, und verschlimmern sich bei körperlichen Routinetätigkeiten nicht. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl, als sei der Kopf in einen Schraubstock eingespannt. Man spricht von episodischen Spannungskopfschmerzen, wenn die Beschwerden mindestens zehnmal aufgetreten sind, jedoch an unter 180 Kopfschmerztagen pro Jahr; und von chronischen Spannungskopfschmerzen, sobald ein Patient über ein halbes Jahr lang an mindestens 15 Tagen im Monat Schmerzen hatte.

Alltagstauglich trotz Spannungskopfschmerzen


Spannungskopfschmerzen halten über Stunden an, manchmal auch mehrere Tage lang. Die Aufgaben des täglichen Lebens fallen Betroffenen zwar eventuell schwerer, werden aber in der Regel noch bewältigt. Anders als bei Migräne sind bei Spannungskopfschmerzen Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen keine typischen Symptome. Mitunter ist die Licht- und Geräuschempfindlichkeit von Menschen mit Spannungskopfschmerzen aber erhöht. Oft sind bei Betroffenen außerdem die Nacken- oder Schultermuskeln verspannt.

Ursachen für Spannungskopfschmerzen


Lange Zeit galt die Annahme, Spannungskopfschmerzen würden durch eine Verspannung der Nacken-, Hals- und Schultermuskulatur ausgelöst. Daher stammt auch der Name Spannungskopfschmerzen. Vermutlich sind diese Verspannungen auch wirklich an der Entstehung von Spannungskopfschmerzen beteiligt, die genauen Mechanismen sind jedoch noch nicht geklärt. Heute wird vor allem Stress – physisch wie psychisch – als Auslöser angesehen: Die Belastung reizt die Schmerzfilter im Gehirn und kann dazu führen, dass Schmerzen eher wahrgenommen werden. Auch eine falsche Haltung, nächtliches Zähneknirschen sowie fiebrige Infekte können zu Spannungskopfschmerzen führen. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen gibt es Hinweise auf eine genetische Komponente, die Veranlagung dazu könnte also erblich sein.

Spannungskopfschmerzen – was tun?

 

Vor der Einnahme von Schmerzmitteln ist es wichtig zu wissen, ob Sie wirklich unter Spannungskopfschmerzen leiden. Handelt es sich nämlich um Clusterkopfschmerzen, können manche Wirkstoffe sogar schaden. Konsultieren Sie im Zweifel bitte einen Arzt! Mehr zum Thema lesen Sie unter „Aktiv gegen den Schmerz“. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen haben sich Entspannungsübungen nach Jacobson, regelmäßiger Ausdauersport, Stressbewältigungstraining sowie das Führen eines Schmerztagebuchs als hilfreich erwiesen: Notieren Sie, wann und in welcher Stärke die Kopfschmerzen auftreten, ihre Dauer, Auffälligkeiten, eingenommene Medikamente und wie stark Ihre Lebensqualität am betroffenen Tag eingeschränkt ist. So kann Ihr Arzt leichter die richtige Diagnose stellen – Spannungskopfschmerzen, Migräne oder doch etwas anderes – und Ihnen die bestmögliche Therapie empfehlen.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Sep 18 10:35:12 CEST 2015

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