Laktoseintoleranz führt bei vielen Deutschen zu Problemen in der Magengegend

Laktoseintoleranz: Wenn Milch auf den Magen schlägt

Der Muntermacher Milch sorgt häufig für Remmidemmi im Darm

Laktoseintoleranz als neuer Trend? Fakt ist: Etwa zehn bis 20 Prozent der Deutschen vertragen keinen Milchzucker. Der Körper reagiert mit Bauchweh, Durchfall, zum Teil mit Kopfschmerzen und anderen Symptomen auf den Stoff, der auch Lactose genannt wird. Jeder Fünfte, das sind eigentlich gar nicht viele – zumindest wenn man bedenkt, dass Laktoseintoleranz früher fast jeden betraf. Die Europäer sind nur durch einen Zufall zu Milchtrinkern geworden.

Kleinkinder leiden selten an Laktoseintoleranz

Denn eigentlich ist Milch den Kindern vorbehalten. Säuglinge bilden das Enzym Laktase, um Michzucker verdauen zu können, aus dem sie 40 Prozent ihres Energiebedarfs decken. Mit der Zeit verliert sich diese Eigenschaft, und der Mensch erschließt sich andere Energiequellen. In Nordeuropa allerdings kam es vor einigen Tausend Jahren zu einer genetischen Mutation, die sich schnell verbreitete. Plötzlich konnten auch Erwachsene Milch vertragen.

Menschen mit Laktoseintoleranz fehlt ein Enzym

Laktose, also Milchzucker, besteht aus zwei Molekülen: Glukose und Galaktose. Da der Körper diese nur einzeln aufnehmen kann, muss Milchzucker erst gespalten werden. Das erledigt die Laktase im Dünndarm. Fehlt dieses Enzym, gelangt der Milchzucker so, wie er ist, in den Dickdarm, wo sich Bakterien über ihn hermachen. Dadurch entstehen blähende Gase und Milchsäure, die Wasser zieht. Die Folgen sind Grummeln, Bauchweh und Durchfall.

Laktoseintoleranz ist häufig angeboren

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms informiert zum Thema Laktoseintoleranz

Ernährungexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit

Obgleich eine Laktoseintoleranz häufig angeboren ist, können die Symptome auch Folge einer anderen Erkrankung sein. Es ist also wichtig, zum Arzt zu gehen, der mit einem einfachen Test überprüfen kann, was die Ursache für die Laktoseintoleranz ist. Betroffene müssen lernen, damit zu leben. Aber: „Die Behandlung ist eigentlich ganz einfach“, sagt DAK-Expertin Silke Willms. „Man stellt seine Ess- und Trinkgewohnheiten um, probiert andere Lebensmittel und isst Milchprodukte nur im Rahmen einer ganzen Mahlzeit. Denn so werden sie viel besser vertragen.“

Menschen mit Laktoseintoleranz können rund zwölf Gramm Milchzucker täglich zu sich nehmen – so viel steckt etwa in einem Glas Milch. Die tolerierte Menge ist aber bei jedem anders. „Man muss lernen, auf sich zu achten, und vorsichtig herausfinden, was und wie viel man verträgt“ , sagt Willms. Dafür ist es gut und wichtig zu wissen, wie viel Laktose in welchen Lebensmitteln steckt.

Menschen mit Laktoseintoleranz meiden besser Fertigprodukte

Milchpulver und Kondensmilch enthalten besonders viel Laktose, ebenso Frischmilch. Hartkäse hingegen verliert viel davor beim Reifeprozess. Übrigens, hätten Sie gewusst, dass viele industriell produzierte Lebensmittel zusätzlich mit Milchzucker oder Milchpulver versetzt werden? Beides dient als billiger Füllstoff und Geschmacksverstärker. Betroffene einer Laktoseintoleranz schauen darum besser ganz genau auf die Zutatenliste. Ob Tütensuppen, Puddingpulver, Sauce oder Fleischsalat: Vieles enthält Milchpulver oder laktosehaltige Zutaten wie Molkepulver oder Butterfett.

Diverse Lebensmittel-Alternativen bieten sich bei Laktoseintoleranz an

Mittlerweile ist es einfacher geworden, auf Milchprodukte zu verzichten. Es gibt zahlreiche Alternativen dazu, die Auswahl reicht von Soja- über Kokos- bis Mandelmilch. Oder man greift zu laktasehaltigen Pillen und Pulvern. Damit kann man seinem Körper kurzfristig das Enzym geben, das er für den Milchzuckerabbau braucht. „Diese Präparate können aber bei Betroffenen ganz unterschiedlich wirken“, sagt Silke Willms. „Auch hier muss jeder sein optimales Mittel, die richtige Dosierung und den richtigen Einnahmezeitpunkt erst genau herausfinden.“

Zuletzt aktualisiert:
Tue Aug 11 13:04:21 CEST 2015

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