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Pille absetzen – darauf musst du achten

Symbolbild Pille absetzen

Die Pille absetzen: Das ist ein Vorhaben, das du nicht überstürzt angehen solltest. Denn ein zu abrupter „Pillenstopp“ kann gewisse körperliche Folgen haben. Aber don’t panic: Hier erfährst du, welche das sind und mit welchen Begleiterscheinungen generell zu rechnen ist. Außerdem hat Gynäkologin Sheila de Liz ein paar Tipps parat, die dir beim Absetzen helfen.


Du willst nicht ungeplant schwanger werden? Dann hast du vermutlich mit der Pille. Das ist eine simple Methode, bei der du eigentlich an nichts anderes als die regelmäßige Einnahme denken musst. Aber: Die Pille kann gewisse körperliche Veränderungen hervorrufen. Manche Frauen überlegen deshalb, hin und wieder eine „Pillenpause“ einzulegen oder auf eine andere Verhütungsmethode umzusteigen. Zum Beispiel, wenn sie sich gerade von ihrem Partner getrennt haben oder keinen regelmäßigen Geschlechtsverkehr anstreben. Andere wiederum haben einfach keine Lust auf die körperfremden Hormone der Pille und die damit zusammenhängenden Nebenwirkungen. Doch die Pille abzusetzen, kann Folgen haben. Und mal ehrlich: Auch ein ständiges Hin und Her ist nicht gerade gesund.


Gynäkologin Sheila de Liz empfiehlt, erst mal sechs Monate verstreichen zu lassen, nachdem du mit der Einnahme der Pille begonnen hast. Gib deinem Körper etwas Zeit, sich an die neue Hormonsituation zu gewöhnen. Solltest du dich danach entschließen, die Pille abzusetzen, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Was genau das ist und was dich erwarten könnte, erfährst du hier!

Warum sollte ich die Pille regelmäßig nehmen?

Eines vorweg: Es gibt mehrere Pillenarten. In diesem Artikel geht es um die „klassische Pille“, die sogenannte Mikropille. Sie wird am häufigsten verwendet und enthält das weibliche Hormon Östrogen, das die Abläufe im Körper besonders stark durcheinanderwirbeln kann. Die „Minipille“ enthält hingegen kein Östrogen, weshalb hier meist weniger Beschwerden auftreten.

Egal, für welche Pille du dich entscheidest: Sie schützt nur sicher vor einer Schwangerschaft, wenn du sie regelmäßig einnimmst. Und zwar in einem gewissen Zeitfenster. Bei der Mikropille sind das zwölf Stunden, bei der Minipille lediglich drei. Nur wenn du dich an diese Zeiten hältst, sind immer genügend Hormone in deinem Körper vorhanden, die einer Schwangerschaft den Riegel vorschieben.

Aber es gibt auch einen anderen Grund, warum du die Pille regelmäßig einnehmen und unnötige Einnahmestopps vermeiden solltest: deine körperliche Gesundheit. Um dir zu zeigen, warum das so ist, wollen wir zunächst einmal darauf eingehen, was die Pille in deinem Körper so veranstaltet. Die klassische Pille besteht aus zwei Komponenten: Dem Hormon Gestagen, das unter anderem den Eisprung hemmt, und dem Hormon Östrogen, das das Heranreifen weiterer Eizellen verhindert. Das Östrogen sorgt für eine regelmäßige, beruhigende Periode. Östrogene sind allerdings auch hauptverantwortlich für die gefährlichste Nebenwirkung der Pille: die Thrombose. Dabei verstopft ein sogenanntes Blutgerinnsel – also geronnenes Blut – die Gefäße im Körper und bringt den Transport von Sauerstoff ins Stocken. Das kann in den Beinen, aber auch in der Lunge, im Herzen oder im Gehirn passieren. Damit ist dann auch nicht mehr zu Spaßen. Was man dabei in Bezug auf die Pille beachten muss: Die Gefahr für eine Thrombose ist in den ersten sechs Monaten der Einnahme ungefähr sechsmal so groß wie sonst. Wenn du die Pille also einfach für einen kurzen Zeitraum absetzt und dann wieder nimmst, stehst du erneut am Anfang der sechs Monate. Uncool! Gegen ein unnötiges Hin und Her mit der Pille spricht aber auch, dass sie im ersten Zyklus oft noch nicht zuverlässig verhütet. So oder so: Eine Pillenpause sollte gut überlegt sein.

Immerhin: Die Minipille weist wegen der fehlenden Östrogene kein Thromboserisiko auf. Aber das Absetzen der Pille kann zu Beschwerden und Begleiterscheinungen führen.

Kostenübernahme bei Verhütungsmitteln

Du willst dich von einem Arzt oder einer Ärztin zur Pille beraten lassen und hast das 22. Lebensjahr noch nicht vollendet? Dann übernimmt die DAK die Kosten. Mehr dazu erfährst du hier: https://www.dak.de/dak/leistungen/verhuetungsmittel--dak-gesundheit-2533402.html#/

Was passiert mit mir, wenn ich die Pille absetze?

Im letzten Absatz stand ein bisschen viel von Risiko, Gefahr und Nebenwirkung. Nicht falsch verstehen: Natürlich sollte man das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen: Etwa 50 Prozent der Frauen, die die Pille absetzen, haben keine nennenswerten Beschwerden. Falls du aber zu den anderen 50 Prozent gehörst, kannst du nach dem Absetzen der Pille mit folgenden Begleiterscheinungen rechnen.

  • Zyklusprobleme: Manchmal braucht es etwas, bis dein Zyklus wieder den üblichen, geregelten Rhythmus aufnimmt. Zum Beispiel kann es sein, dass deine Periode erst nach einigen Wochen wieder einsetzt oder zwischendurch auch mal ausbleibt.
  • Zwischenblutungen: Auch unregelmäßige Blutungen sind nicht ungewöhnlich. Keine Sorge: Dein Zyklus braucht nur etwas Zeit, um sich wieder richtig einzugrooven und die korrekte Menge an körpereigenen Hormonen bereitzustellen.
  • PCO-Syndrom: Manchmal kommt es vor, dass die Pilleneinnahme eine Zyklusstörung überdeckt, die du eventuell schon vorher hattest. Beim Absetzen der Pille kommt sie dann quasi wieder zum Vorschein. So zum Beispiel das PCO-Syndrom, bei dem Frauen zu viel Testosteron produzieren. Da das im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen kann, solltest du bei entsprechenden Anzeichen unbedingt ärztlichen Rat suchen.
  • Hautirritationen und Haarausfall: Das Östrogen der Pille hat bei manchen Frauen eine positive Wirkung auf Haut und Haar. Falls du vor der Einnahme dünnere Haare oder mit Akne zu kämpfen hattest, kann das wieder ein Thema werden.
  • Brustveränderungen: Manche Frauen bekommen nach dem Absetzen der Pille kleinere Brüste. Genau genommen ist das aber eher die Rückkehr zum Normalzustand. Gerade zu Beginn der Einnahme kann es sein, dass sich im Körper vermehrt Wasser einlagert und die Brüste vorübergehend etwas praller wirken.
  • Gewichtsverlust: Wenn du nach Absetzen der Pille Gewicht verlierst, dann kann das daran liegen, dass das enthaltene Östrogen bis zu zwei Kilo Wasser im Körper einlagert. Oder daran, dass die Pille bei einigen Frauen den Appetit steigert.
  • Stimmungsschwankungen: Nach dem Absetzen der Pille muss sich der Körper hormonell erst wieder einpendeln. Das kann mit gewissen Schwankungen deiner Laune einhergehen.
  • Erhöhte Lust auf Sex: Einige Pillen sorgen für einen sehr niedrigen Spiegel an Testosteron im weiblichen Körper. Das ist das männliche Sexualhormon. Wird die Pille abgesetzt, steigt der Hormonspiegel wieder – und damit auch die Lust!

Was muss ich beim Absetzen der Pille beachten?

Mach dir bewusst: Die meisten der genannten Begleiterscheinungen sind halb so wild. Es ist einfach gut, sie auf dem Schirm zu haben. Damit du bestens vorbereitet bist, haben wir zusammen mit Gynäkologin Sheila de Liz fünf Tipps zum Absetzen der Pille zusammengetragen!

5 Tipps zum Absetzen der Pille

  1. Medizinischer Check-up: Bevor du die Pille absetzt, such auf jeden Fall das Gespräch zu deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. Sie oder er kann dich auf mögliche Nebenwirkungen und Unregelmäßigkeiten vorbereiten, die ganz speziell dich und deine Situation betreffen.
  2. Über alternative Verhütungsmethoden informieren: Aber auch für die weiterführende Verhütung holst du dir am besten kompetenten ärztlichen Rat ein. Ob Kondom, Femidom, Spirale oder Diaphragma: Überleg dir gut, was am besten zu dir, deinem körperlichen Befinden und deiner Lebenssituation passt.
  3. Nicht vor Ende des Monats absetzen: Höre nicht mittendrin auf: Um unnötige Zwischenblutungen zu vermeiden und einen besseren Überblick zu behalten, solltest du die angebrochene Monatspackung auf jeden Fall bis zum Ende nehmen.
  4. Gönn dir eine Pause: Das Absetzen der Pille kann mit einigen körperlichen Veränderungen einhergehen. Entsprechend entspannt solltest du es in der ersten Zeit danach angehen. So hat dein Körper Zeit, sich in Ruhe an die neue Situation anzupassen.
  5. Behalte alles im Blick: Achte darauf, wie sich dein Körper nach dem Absetzen verändert. Solltest du auch nach drei Monaten nicht regelmäßig deine Periode bekommen oder immer noch Beschwerden haben, ist es höchste Zeit für einen erneuten Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin.
J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG

Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 ist eine freiwillige Mehrleistung der DAK-Gesundheit. MEHR INFOS

PS: Ab 20 Jahren kannst du einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.

Fazit

Mach dir abschließend noch mal bewusst: Die Entscheidung für oder gegen die Pille liegt zu 100 Prozent bei dir. Lass dir also weder von deinem Partner noch von Verwandten oder Bekannten reinreden. Es ist dein Körper und du kennst ihn am besten. Allerdings ist es gut, wenn du die hormonellen Veränderungen auf dem Schirm hast, die beim Absetzen der Pille auftreten können. Auch wenn dir dieser Artikel wahrscheinlich schon mal ganz gut zeigt, was so auf dich zukommen kann, solltest du die „Pillenentscheidung“ nicht übereilt treffen. So oder so ist es wichtig, das Gespräch zur Gynäkologin oder zum Gynäkologen deines Vertrauens zu suchen. Sie oder er kann dir die Entscheidung zwar nicht abnehmen, aber dich auf alle Eventualitäten perfekt vorbereiten.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

  • Quellenangaben

    Strauber, M. et Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme-Verlag, 4. Auflage, 2013

    Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe compact. Georg Thieme-Verlag, 6. Auflage, 2017

    Weiss J.M.: Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS): Neues zu Pathogenese, Definition und Therapie, in: Gynäkologie 2019

    Dr. med. Hempel, E. (o.J.), Info Medizin, Pille absetzen, unter https://www.infomedizin.de/behandlungen/pille-absetzen/  

    Marbach, Eva. Östrogen-Dominanz. BoD–Books on Demand, 2009.

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