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Mikropille, Makropille - was ist der Unterschied?

Symbolbild Pillenarten

Mikropille, Minipille, Dreiphasenpräparat: Wir bringen Licht in den Begriffsdschungel und zeigen dir zusammen mit Gynäkologin Sheila de Liz, welche Pillenart am besten zu dir passt.


Eine Familie gründen: Das ist für viele Menschen das Ziel Nummer eins im Leben. Doch in dieser Phase bist du alle Teenager ja noch lange nicht. Und genau darum ist es so wichtig, sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, beispielsweise mit der Antibabypille. Das ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das in Form von Tabletten eingenommen wird und in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen von deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen erworben werden kann. Diese Vielfalt ist toll, kann aber auch etwas verwirrend sein. Wenn du wissen willst, welche Pillenart für dich am besten funktioniert und was es bei der Einnahme zu beachten gilt, bekommst du nun hilfreiche Antworten – und zwar von Gynäkologin Sheila de Liz, unserer Expertin für Sexualität und Verhütung.

Wie funktioniert die Pille?

Normalerweise wird der Monatszyklus der Frau von verschiedenen körpereigenen Hormonen gesteuert. Sie stellen sicher, dass die Gebärmutter bereit für die Befruchtung ist. Die synthetischen Hormone in der Antibabypille blocken aber gewisse Vorgänge im Körper, die für eine Schwangerschaft entscheidend sind. Dabei senden sie ans Gehirn folgende drei Nachrichten: Der Eisprung findet nicht statt (1). Der Gebärmutterhals ist so dick, dass keine Spermien in die Gebärmutter gelangen (2). Und die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht auf, sodass sich keine Eizelle einnisten kann (3). Im Zusammenspiel sorgen diese drei Mechanismen für einen dreifachen Verhütungsschutz.

Geschichte der Antibabypille

Ende der 1960er zugelassen und ab Anfang der 70er ein beliebtes Verhütungsmittel: Mit Einführung der Pille konnten Frauen schon vor einem guten halben Jahrhundert auf einfache und vor allem sichere Weise selbstbestimmt verhüten. Noch heute ist die Pille für knapp die Hälfte der sexuell aktiven Frauen die erste Wahl, wenn es um Verhütung geht. Im Vergleich zur ersten Pillengeneration enthalten die heutigen Pillen weniger Hormone und bringen daher den Hormonhaushalt der Frau nicht mehr so sehr durcheinander.

Welche Pillenarten gibt es?

„Das Hormon Gestagen ist der Hauptgrund, warum diese drei Mechanismen greifen“, erläutert Gynäkologin Dr. Sheila de Liz. „Die ‚klassische‘ Pille besteht aus den zwei weiblichen Geschlechtshormonen Gestagen und Östrogen. Daher wird sie auch Kombinationspille oder kurz Kombi-Pille genannt.“ Je nach Pillensorte variiert die Dosierung der beiden Hormone. Ist der Östrogenanteil gering und bleibt unter einem bestimmten Wert, nennt man sie Mikropille. „Da das heutzutage meist der Fall ist, ist mit der Kombi-Pille in der Regel die Mikropille gemeint.“ In der sogenannten Minipille hingegen ist ausschließlich das Hormon Gestagen enthalten. Beide Pillenarten haben Vor- und Nachteile, die wir kurz klären wollen:

Geschichte der Antibabypille

Ende der 1960er zugelassen und ab Anfang der 70er ein beliebtes Verhütungsmittel: Mit Einführung der Pille konnten Frauen schon vor einem guten halben Jahrhundert auf einfache und vor allem sichere Weise selbstbestimmt verhüten. Noch heute ist die Pille für knapp die Hälfte der sexuell aktiven Frauen die erste Wahl, wenn es um Verhütung geht. Im Vergleich zur ersten Pillengeneration enthalten die heutigen Pillen weniger Hormone und bringen daher den Hormonhaushalt der Frau nicht mehr so sehr durcheinander.

Die Mikropille

Die Mikropille kommt bis heute am häufigsten zum Einsatz. Wenn du sie innerhalb eines relativ großzügigen Zeitraumes von 12 Stunden einnimmst, verhindert sie ziemlich sicher eine Schwangerschaft. Durch das enthaltene Östrogen ist der Zyklus sehr stabil, Zyklusstörungen sind eine Seltenheit. Zudem fällt die Periode hier kürzer und schwächer aus. Außerdem sinkt die Chance für typische Menstruationsbeschwerden wie Unterleibsschmerzen. Was für manche auch interessant sein kann: Je nach Präparat ist die Mikropille gut für Haut und Haare. Ein Nachteil ist allerdings, dass manche Frauen unter dem Einfluss dieser Pille weniger Lust auf Sex haben und Stimmungsschwankungen auftreten können. Auch steigt das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln und können die Östrogene zu Wassereinlagerungen im Körpergewebe führen, was mit einer Gewichtszunahme einhergehen kann. Ebenfalls ein Thema: Kopfschmerzen

Die Minipille

Das größte Argument für die Minipille: Sie kommt ohne Östrogene aus, wodurch der Hormonhaushalt im Körper kaum beeinflusst wird. Dadurch wird auch das Risiko für Blutgerinnsel sowie Wassereinlagerungen gesenkt. Allerdings kann das Fehlen des Östrogens zu Schwankungen im Zyklus führen, was Zwischenblutungen auslösen kann. Auch Hautprobleme wie Akne können auftreten. Was zudem etwas tricky ist: Der maximale Zeitraum für die tägliche Einnahme der Minipille beträgt lediglich drei Stunden, wodurch die Wahrscheinlichkeit für Einnahmefehler steigt.

Unterscheidung nach Phasen

Innerhalb der Einordnung nach Mikro- oder Minipille gibt es noch eine weitere Unterscheidung – die nach Phasen. „Zum einen gibt es Kombi-Pillen-Präparate, bei denen alle Tabletten die gleiche Dosierung haben“, erklärt Dr. Sheila de Liz. „Diese nennen sich Einphasenpräparate. Hierbei haben alle Pillen die gleiche Farbe, wobei in manchen Verpackungen 21 Pillen mit Wirkstoff und 7 Pillen ohne Wirkstoff enthalten sind.“ Die 7 Pillen sind sozusagen ein Placebo: Sie haben eine andere Farbe und sollen sicherstellen, dass man durchweg jeden Tag eine Pille nimmt und nicht aus dem Rhythmus kommt. Zudem gibt es Zwei- und Dreiphasenpräparate: „Hier enthalten die Pillen unterschiedliche Mengen an Östrogen und Gestagen, was in jeweils unterschiedlichen Farben angezeigt wird.“

Welche Pille eignet sich für wen?

So unterschiedlich wie die verschiedenen Pillenpräparate sind, so unterschiedlich kann auch der Körper einer Frau auf dessen Wirkstoffe reagieren. Was bei dir reibungslos funktioniert, kann bei deiner Freundin unter Umständen ziemlich unangenehm werden. Daher ist es wichtig, sich vorab von einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin eingehend beraten zu lassen. „Welche Pille für dich infrage kommt, ist ganz individuell von deinem Körper, deinen Neigungen und der Gestaltung deines Alltags abhängig“, führt Dr. Sheila de Liz aus. „Die ‚klassische‘ Pille ist vor allem für Frauen mit starken Regelschmerzen geeignet, die einen stabilen Zyklus ohne Zwischenblutungen bevorzugen. Auch Frauen mit Hang zu fettiger Haut, Akne oder Zystenbildung in den Eierstöcken werden eher zur Kombi-Pille greifen.“ Die Minipille hingegen kommt für Frauen infrage, die kein Östrogen vertragen oder generell nicht wollen, dass ihr Körper durch die Hormonzufuhr von außen zu sehr aus dem natürlichen Gleichgewicht gerät. Auch Frauen mit Diabetes oder Migräne bevorzugen eher die östrogenfreie Variante. „Allerdings muss die Minipille jeden Tag zuverlässig innerhalb eines sehr kleinen Zeitraumes eingenommen werden. Das könnte schwierig werden, wenn du keine geregelte Tagesstruktur hast oder beispielsweise gerne feiern gehst.“ Du siehst, die Entscheidung für ein Präparat ist sehr individuell.

Geschichte der Antibabypille

Ende der 1960er zugelassen und ab Anfang der 70er ein beliebtes Verhütungsmittel: Mit Einführung der Pille konnten Frauen schon vor einem guten halben Jahrhundert auf einfache und vor allem sichere Weise selbstbestimmt verhüten. Noch heute ist die Pille für knapp die Hälfte der sexuell aktiven Frauen die erste Wahl, wenn es um Verhütung geht. Im Vergleich zur ersten Pillengeneration enthalten die heutigen Pillen weniger Hormone und bringen daher den Hormonhaushalt der Frau nicht mehr so sehr durcheinander.

Was gilt es beim Einnehmen der Pille zu beachten?

Das wirst du sicher schon wissen, aber wir wollen hier noch mal dran erinnern: Die Pille schützt vor einer Schwangerschaft, aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. „Auf Kondome und Lecktücher solltest du also auch weiterhin nicht verzichten, wenn du mit jemandem intim wirst, den du kaum kennst. Solange der Austausch von Körperflüssigkeiten über die Schleimhäute stattfindet, können auch Bakterien ausgetauscht werden. Das gilt übrigens auch für Oralsex, denn auch im Mundraum gibt es Schleimhäute.“ Zudem solltest du auf dem Schirm haben, dass starker Durchfall oder Erbrechen die Wirksamkeit der Pille verringern können. Denselben Effekt können gewisse Medikamente haben, zum Beispiel Antibiotika, Antiepileptika oder pflanzliche Mittel wie Johanniskraut-Präparate. Und wenn du die Pille mal vergessen hast, schau einfach auf die Verpackungsbeilage oder frage beim Gynäkologen oder der Gynäkologin deines Vertrauens nach, ob noch ein Empfängnisschutz besteht.

Egal, welche Pille du nimmst: Wenn in den ersten drei Monaten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Brustspannen oder Stimmungsschwankungen auftreten, ist das völlig normal. Die ganzen Hormone können die Abläufe im Körper durcheinanderwirbeln. Das ist übrigens auch ein Grund, warum viele auf alternative Verhütungsformen zurückgreifen. Schau einfach selbst, was für dich funktioniert. Und wenn du die Pille nehmen willst, sprich vorab mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Er oder sie weiß, welche individuellen Risikofaktoren du mitbringst und kann dir sagen, welche Pillenart am besten für dich geeignet ist.

Kostenübernahme bei Verhütungsmitteln

Du willst dich von einem Arzt oder einer Ärztin zur Pille beraten lassen und hast das 22. Lebensjahr noch nicht vollendet? Dann übernimmt die DAK die Kosten. Mehr dazu erfährst du hier: https://www.dak.de/dak/leistungen/verhuetungsmittel--dak-gesundheit-2533402.html#/


Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

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