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Bewusster leben

Wie bringst du deinen Yoga-Schülerinnen Dankbarkeit bei?

Christina Krohne: „Ich habe im Rahmen meiner Ausbildung einmal eine halbe Stunde lang eine Dankbarkeitsmeditation mitgemacht und mich nachher extrem schuldig gefühlt, weil ich gerade ziemlich viele Themen im Kopf hatte. Ich dachte, alle sitzen gerade neben mir und sind tiefen Herzens dankbar darüber, dass sie ein Dach über dem Kopf haben, wenn es regnet. Ich glaube, dass Dankbarkeit ein Gefühl ist, dass ganz von alleine eintritt, wenn man lernt, sich und die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Deshalb richte ich den Fokus meiner Stunden gerne auf Themen wie das Ausschalten des Gedanken- und Sorgenkarussels, Selbststärkung und Selbstannahme.“ 

Wie kann mir die Yoga-Philosophie helfen, dankbarer zu werden?

Christina Krohne: „Lernen wir, alles – inklusive unserer selbst -  so anzunehmen, wie es ist, entsteht von sich aus Zufriedenheit und Dankbarkeit. Es braucht aus der Sicht des Yoga nichts, um zufrieden zu sein – außer der inneren Einstellung. Swami Sivananda sagt in seinem Kommentar zum Yogasutra: ,Hat ein König zu viele Wünsche und will immer mehr, wird er wie ein Bettler. Jedoch ein Bettler, der sich zufrieden gibt mit dem was er hat, ist ein wahrer König!' Der Bettler ist also dankbar für das, was er hat. Die Yoga-Philosophie lehrt uns, die Kette von unaufhörlichen Wünschen zu durchbrechen. Die Dankbarkeit stellt sich dann von ganz alleine ein.“

Muss ich „erleuchtet“ sein, um ein dankbarer Yogi sein zu können?

Christina Krohne: „Ich denke schon, dass die tiefe Dankbarkeit (und zwar die, die sich nicht nur auf Teilbereiche unseres Lebens bezieht) relativ ,fortgeschritten' ist. Aber wie bei allem ist doch der Weg das Ziel. Mit der Erleuchtung ist das so eine Sache. Letztlich sind wir ja alle auf unserem Weg. Dem einen Yogi mehr Dankbarkeit als dem anderen zuzuschreiben wäre ja wieder eine Bewertung, die mit Yoga nichts zu tun hat. Auch der Anfänger kann also ein dankbarer Yogi sein. Jeder in seinem Tempo."


Wann hast du das erste Mal aufrichtige Dankbarkeit gefühlt und wie hat sich dein Leben dadurch verändert? 

Christina Krohne: „Das ist schwer zu beantworten. Ich versuche durch meine Yogapraxis und meinen bisherigen Weg immer weiter zu lernen, alles so anzunehmen, wie es ist und sage mir heute viel häufiger als früher, dass alles irgendeinen Sinn haben wird (auch wenn man ihn nicht immer sofort erkennt). Früher war ich viel länger darin gefangen, mich über Dinge zu ärgern, die passiert sind und mir nicht auf den ersten Blick gefielen. Über diese positive Entwicklung bin ich dankbar."

DAK-PODCAST: GANZ SCHÖN KRANK, LEUTE!

Psychologe und Journalist René Träder

In unserer Podcast-Reihe spricht  Moderator René Träder (Foto) mit spannenden Menschen über ihre persönlichen Erfolge und Misserfolge und fragt, was sie antreibt und was sie aus Rückschlägen gelernt haben. Jetzt reinhören! https://gesundes-miteinander.de/podcast/