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Arbeitgeber

Insolvenzgeldumlage – für wen ist sie verpflichtend?

Die Insolvenzgeldumlage ist grundsätzlich für alle Unternehmen vorgeschrieben. Ausgenommen sind unter anderem Arbeitgeber der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts), diplomatische und konsularische Vertretungen, private Haushalte sowie Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG).

Die Beiträge werden zusammen mit den übrigen Sozialversicherungsbeiträgen an die Krankenkasse überwiesen. Die Umlage wird in der Regel einmal im Jahr für das abgelaufene Kalenderjahr fällig. Die Unternehmen müssen selbst prüfen, ob sie umlagepflichtig sind und die Beiträge selbstständig abführen. Sie werden im Beitragsnachweis unter der Beitragsgruppe 0050 angegeben.

Für welches Arbeitsentgelt wird die Umlage fällig?

Die Umlage errechnet sich aus dem Arbeitsentgelt der Auszubildenden und Mitarbeitenden, das auch für die Errechnung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung zugrunde gelegt wird. Anspruch auf Insolvenzgeld haben alle Beschäftigten, die in den letzten drei Monaten vor der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens Anspruch auf ein Arbeitsentgelt hatten.

Zum umlagepflichtigen Arbeitsentgelt gehört auch das der folgenden Beschäftigten:

  • Minijobber
  • beschäftige Erwerbsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- und Altersrentner und -rentnerinnen
  • Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen
  • Rentenversicherungspflichtig mitarbeitende Familienangehörige landwirtschaftlicher Unternehmer
  • in Elternzeit Beschäftigte
  • arbeitsunfähig Beschäftigte, die Entgeltfortzahlung erhalten
  • Beamte und beamtenähnliche Personen (z. B. Richter, Berufs- und Zeitsoldaten), die in einer Nebentätigkeit in der Privatwirtschaft Entgelt erhalten
  • ehrenamtlich tätige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Beschäftigte, die rentenversicherungsfrei oder von der Rentenversicherungspflicht befreit sind

Maßgebend ist das Arbeitsentgelt, aus dem die Rentenversicherungsbeiträge bei Rentenversicherungspflicht zu berechnen wären.

Wie wird Kurzarbeitergeld behandelt?

Zur Berechnung der Umlage wird nur das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt, nicht das fiktive Arbeitsentgelt, herangezogen.

Sind Werkstätten für behinderte Menschen umlagepflichtig?

Auch Werkstätten für behinderte Menschen sind Unternehmen und als solche umlagepflichtig. Zur Berechnung der Umlage werden sowohl die Arbeitsentgelte des in den Werkstätten beschäftigten Personals berücksichtigt als auch das der behinderten Menschen, die Beschäftigte im Sinne des § 7 SGB IV sind. Ein Arbeitsvertrag ist hier das entscheidende Indiz. Liegt keine Beschäftigung in sozialversicherungsrechtlichem Sinne vor, werden die Arbeitsentgelte von behinderten Menschen in anerkannten Werkstätten für die Umlageberechnung nicht berücksichtigt.

Was gilt für Einrichtungen der Jugendhilfe?

Auch für Einrichtungen der Jugendhilfe gibt es besondere Bestimmungen. In der Regel werden dort junge Menschen auf die Erwerbstätigkeit vorbereitet. Deshalb wird für die Insolvenzgeldumlage nur ihr tatsächliches Arbeitsentgelt herangezogen, nicht jedoch das eigentlich für die Beitragsberechnung maßgebende fiktive Arbeitsentgelt.

Wie wird Praktikanten-Entgelt berechnet?

Praktikanten gehören grundsätzlich zu den Beschäftigten. Wird ihnen tatsächlich kein Arbeitsentgelt gezahlt, ist auch keine Umlage fällig. Das fiktive Arbeitsentgelt ist für die Berechnung der Umlage unerheblich.

Beschäftigte in der Gleitzone: Was wird angerechnet?

Zur Umlage herangezogen wird das ermittelte beitragspflichtige Einkommen. Verzichten Beschäftigte auf die Anwendung der Gleitzone, wird das tatsächliche Arbeitsentgelt zur Berechnung der Umlage genutzt.

Beschäftigte in Altersteilzeit: Mit oder ohne Aufstockungsbetrag?

Der sogenannte Aufstockungsbetrag, den Beschäftigte in Altersteilzeit mitunter erhalten, wird nicht zur Berechnung der Insolvenzgeldumlage herangezogen. Maßgebend ist nur das tatsächlich ausgezahlte Arbeitsentgelt in der Arbeits- und Freistellungsphase.

Wie berechnet man die Umlage?

Zur Berechnung der Insolvenzgeldumlage wird grundsätzlich das Arbeitsentgelt herangezogen, das auch Grundlage der übrigen Sozialversicherungsbeiträge ist. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um laufende oder einmalige Bezüge handelt.

Welche Bezüge werden nicht berücksichtigt?

  • Vorruhestandsgeld
  • Vergütung von Hausgewerbetreibenden
  • Entgeltersatzleistungen (z.B. Kranken-, Mutterschaftsgeld usw.)
  • Zuschüsse des Arbeitgebers zum Krankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld oder Krankentagegeld und sonstige Einnahmen aus einer Beschäftigung, wenn die Einnahmen zusammen mit den genannten Sozialleistungen das Nettoarbeitsentgelt nicht um mehr als 50 Euro monatlich übersteigen. Soweit hiernach beitragspflichtige Einnahmen vorliegen, sind diese ebenfalls umlagepflichtig.

Umlagesatz

Die Umlage wird prozentual vom umlagepflichtigen Arbeitsentgelt erhoben. Die Höhe des Satzes legt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jährlich neu fest.

JahrUmlagesatz
20190,06 %
20180,06 %
20170,09 %
20160,12 %
20150,15 %
20140,15 %
20130,15 %
20120,04 %
20110,00 %
20100,41 %