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Ärzte

Aut-idem-Substitution: Welche Medikamente unterliegen einem Austauschverbot?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat einen Beschluss zum Austauschverbot verschiedener Medikamente veröffentlicht. Die betroffenen Arzneimittel haben wir in der folgenden Liste aufgeführt.

Drei Arzneimittel dürfen nur noch bedingt ausgetauscht werden

  • Buprenorphin – Transdermale Pflaster mit unterschiedlicher Anwednungshöchstdauer
  • Hydromorphon – Retardtabletten mit unterschiedlicher täglicher Anwendungshäufigkeit
  • Oxycodon – Retardtabletten mit unterschiedlicher täglicher Anwendungshäufigkeit

Bei gleicher Anwendungshöchstdauer, beziehungsweise Anwendungshäufigkeit muss weiterhin ein Rabattarzneimittel abgegeben werden.

Fünf weitere Arzneimittel dürfen nicht mehr ausgetauscht werden

Die folgenden Wirkstoffe sind von dem Austausch im Rahmen der Aut-idem-Substitution ausgeschlossen:

  • Carbamazepin – Retardtabletten
  • Phenobarbital – Tabletten
  • Phenprocoumon – Tabletten
  • Primidon – Tabletten
  • Valproinsäure – Retardtabletten

Welche Medikamente noch von der Aut-idem-Substitution ausgeschlossen sind, erfahren Sie auf der Internetseite des G-BA

Vorgehensweise bei der Verordnung

Zukünftig muss kein Aut-Idem-Kreuz mehr gesetzt werden, wenn ein Austausch verhindert werden soll. Allerdings muss dann der Handelsname des Medikaments auf dem Rezept vermerkt sein. Alternativ ist es möglich, den Wirkstoff und die Herstellerbezeichnung auf dem Rezept aufzuführen.

Die einfache Verordnung mit dem Wirkstoffnamen reicht dann jedoch nicht aus.

Vorgehensweise für die Apotheken

Rezepte, die diesen Anforderungen nicht genügen, dürfen Sie nicht beliefern. In diesem Fall müssen Sie Kontakt zu dem verordnenden Arzt aufnehmen, damit dieser das alte Rezept korrigiert oder ein neues ausstellt.

Biosimilars – die wirtschaftliche und effektive Alternative zu Biologika

Biosimilars sind Nachfolgeprodukte bereits zugelassener biologischer Arzneimittel, sogenannter Biologika. Diese werden in der Versorgung immer wichtiger, sind aber auch sehr teuer. Die unabhängige Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft empfiehlt Biosimilars und deren Einsatz: Biosimilars sind bezüglich der therapeutischen Wirksamkeit, der Verträglichkeit und der Sicherheit in allen zugelassenen Indikationen dem jeweiligen Referenzarzneimittel gleichwertig und können wie diese eingesetzt werden. Detailinformationen erhalten Sie auf Website der Arzneimittelkommission.

Vorteile von Biosimilars

  • Biosimilars können dabei helfen, im Bereich der biologischen Arzneimittel wirtschaftlich zu verordnen.

  • Biosimilars bieten die Chance einen Wettbewerb bei den teuren Biologika zu erzeugen, denn sie sind im Schnitt ein Viertel günstiger.

  • Durch ihre Wirtschaftlichkeit tragen Biosimilars dazu bei, dass mehr Patienten eine Biologikatherapie erhalten können und somit eine Versorgungslücke geschlossen wird.

Unterschiede - Biosimilars, Generika, Bioidenticals  

Biosimilars

Biosimilars sind Nachfolgeprodukte bereits zugelassener biologischer Arzneimittel (Biologika). Sie ähneln dem Original in hohem Maße – sie dürfen nicht stärker von diesem abweichen als verschiedene Chargen des Originalprodukts selbst. Für die Zulassung von Biosimilars gelten höhere Anforderungen als für Generika.

Generika

Generika sind chemisch synthetisierte Nachahmerpräparate mit erprobten, patentfreien Wirkstoffen, die sich über einen langen Zeitraum therapeutisch bewährt haben. Die Wirkstoffe sind identisch, aber Hilfsstoffe und Herstellungsverfahren dürfen vom Original abweichen. Für die Zulassung sind keine eigenen Studien vorgeschrieben. Das macht Generika deutlich günstiger als die Erstanbieter.

Bioidenticals

Bioidenticals sind biologische Arzneimittel, die im gleichen Prozess vom gleichen Hersteller produziert werden, aber unter verschiedenen Namen – von unterschiedlichen Pharmaunternehmen vermarktet – erhältlich sind. Die Arzneimittel selbst sind identisch.

Cannabis – für Schwerkranke auf Rezept

Seit März 2017 können Cannabinoid-haltige Arzneimittel für Schwerkranke auf Rezept verordnet werden. Die rechtliche Grundlage dafür findet sich im Absatz 6 des § 31 SGB V. Demnach haben Versicherte mit einer schwerwiegenden Erkrankung Anspruch auf Versorgung mit Cannabis. Dies ist möglich in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität. Außerdem können die Wirkstoffe Dronabinol oder Nabilon verschrieben werden.

Die Leistung muss bei der ersten Verordnung für einen Versicherten vor der beginnenden Leistung durch die Krankenkasse genehmigt werden. Jeder kassenzugelassene Arzt – mit Ausnahme von Zahnärzten – kann Patienten künftig Cannabinoid-haltige Arzneimittel zu Lasten der GKV verordnen. Nach der Genehmigung muss die Verordnung entsprechender Cannabinoid-haltiger Arzneimittel auf Betäubungsmittel-Rezept erfolgen. Damit die Anträge auch vollständig sind, sollten darin folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Um welche Erkrankung handelt es sich und ist die Erkrankung schwerwiegend? Nach § 12 Arzneimittel-Richtlinie ist eine Krankheit schwerwiegend, wenn sie lebensbedrohlich ist oder wenn sie aufgrund der Schwere der durch sie verursachten Gesundheitsstörung die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigt.
  2. Welches Cannabinoid-haltige Arzneimittel soll verordnet werden (ggf. Handelsname, Wirkstoffname, Darreichungsform, Menge)?
  3. Welche alternativen Arzneimittel wurden bereits angewendet? Sind Alternativen noch vorhanden und wenn ja, weshalb können diese nicht zur Anwendung kommen?
  4. Besteht eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome?

Das Wirtschaftlichkeitsgebot ist ein wesentlicher Maßstab für die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Demnach ist eine vertragsärztliche Leistung – hierzu gehört auch die Arzneimittelbehandlung – dann wirtschaftlich, wenn sie ausreichend und zweckmäßig ist und außerdem das Maß des Notwendigen nicht überschreitet. Das bedeutet, dass Ärzte bei mehreren Therapien, die gleich geeignet sind, die günstigere Therapie wählen müssen. Unter den Cannabinoid-haltigen Arzneimitteln gibt es wirtschaftlichere Alternativen. Dies sollte bei der Verordnung berücksichtigt werden.

Verordnungseinschränkungen für Glinide

Im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit möchten wir Sie über den folgenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) informieren. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihren Verordnungen

Verordnung nur noch in Einzelfällen gestattet

Nach einem Beschluss des G-BA dürfen Glinide zur Behandlung bei Diabetes mellitus Typ 2 nur noch in medizinisch begründeten Einzelfällen zu Lasten der GKV verordnet werden.

Medizinische Notwendigkeit bei Verordnung von Repaglinid

Der Wirkstoff Repaglinid (Novonorm® und Generika) ist nur noch verordnungsfähig, wenn bei Patienten folgende Umstände zusammenkommen:

  • Diabetes mellitus Typ 2 mit Niereninsuffizienz
  • Kreatinin-Clearance unter 25ml/min
  • andere orale Antidiabetika kommen nicht in Frage
  • eine Insulintherapie ist nicht angezeigt

Das Vorliegen dieser Kriterien muss dann in der Patientenakte dokumentiert sein.

Gänzlich ausgeschlossener Wirkstoff: Nateglinid

Der Wirkstoff Nateglinid (Starlix® von Novartis) darf nicht mehr zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden.