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Mut zum grauen Haar – Promis machen es vor

George Clooney, Richard Gere, Hugh Grant, Pierce Brosnan, Tom Hanks: Mit großem Selbstverständnis tragen männliche Stars graue Haare – und wirken damit sogar noch interessanter. Und die Frauen? Weibliche Prominente, Politikerinnen, erfolgreiche Wissenschaftlerinnen oder Geschäftsführerinnen verbergen nur allzu oft ihr graues Haar unter künstlicher Farbe. Doch das ändert sich gerade: Ob Schauspielerinnen wie Diane Keaton, Helen Mirren und Glenn Close, Topmodel Eveline Hall, Moderatorin Birgit Schrowange oder Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank – sie alle zeigen stolz ihre modernen Haarschnitte in weiß. Die Zeiten, in denen Frauen gegen den natürlichen Farbwechsel im Haar ankämpften, sind vorbei. Selbstbewusst sehen Frauen in ihren grauen Haaren, das was sie sind: einen Mehrwert, ein Plus an Erfahrung, an selbstbewusster Weiblichkeit, an dem Gefühl, sie selbst sein zu können statt eines Bildes von sich selbst. 

Graue Haare sind eigentlich farblos

Graue Haare gibt es eigentlich gar nicht. Sie sind mehr eine optische Täuschung. In unserem Haar sorgt das Farbpigment Melanin für die Farbe. Eumelanin färbt die Haare dunkel, Phäomelanin blond oder rot. Mit zunehmendem Alter lässt die Produktivität der pigmentbildenden Melanozyten nach. Ursache dafür ist ein Mangel an der Aminosäure Tyrosin, welche wiederum vom körpereigenen Wasserstoffperoxid attackiert wird. Interessant: Auch das als Bleichmittel bekannte Wasserstoffperoxid wird in unserem Körper gebildet und mit zunehmendem Alter immer weniger abgebaut.


Diese chemischen Prozesse in deinen Haarwurzeln sorgen dafür, dass in die Haare statt der Farbpigmente Luftbläschen eingelagert werden. Sie werden praktisch farblos. Der graue Farbton deines Schopfes entsteht durch die Mischung der farblosen Haare mit deiner ursprünglichen Haarfarbe.

Melanin-Produktion wird im Alter weniger

Graue Haare sind also eine Melanin-Mangelerscheinung. Wann diese einsetzt, ist genetisch bedingt. Bei der einen sind die Haare mit Ende 20 weiß, die andere hat noch im hohen Alter dunkles Haar. Die meisten Menschen werden jedoch zwischen 30 und 50 grau. Europäische Männer bekommen im Durchschnitt mit 30 Jahren die ersten grauen Haare und damit ungefähr fünf Jahre früher als Frauen. Menschen afrikanischer und asiatischer Herkunft bekommen deutlich später graue Haare, was wiederum an den Genen liegt.

Meistens entfärben sich zuerst die Haare an den Schläfen – und bei Männern der Bart. Der Grund: An diesen Stellen ist der Lebenszyklus der Haare deutlich kürzer, sie werden häufiger neu gebildet. Im Nacken dauert dem Entfärbungsprozess am längsten. Ein Blick auf die Köpfe deiner Vorfahren reicht aus, um ungefähr einschätzen zu können, wann du graue Haare bekommen wirst.

Stress und Hormone machen grau

Dass deine Haare farblos werden, kannst du nicht aufhalten, durch gesunden Lebenswandel aber zumindest verzögern. Wesentlich dafür scheint ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt zu sein. Denn bei extremer Übersäuerung zieht dein Körper zum Ausgleich Mineralstoffreserven ab – zum Beispiel in den Haarwurzeln.

Auch Stress beeinflusst die pigmentproduzierenden Stammzellen an den Haarwurzeln negativ und sorgt so für eine verringerte Melanin-Produktion. Das haben Studien gezeigt. Deshalb werden die Haare bei manchen auch nach einer Trennung oder in außergewöhnlich arbeitsintensiven Phasen grau. Dass Haare über Nacht grau werden, ist hingegen ein Mythos.

Das symptomatische Grauwerden, medizinisch Canities symptomatica genannt, kann auch die Folge einer Krebserkrankung, von Blutarmut, hormonellen Störungen (etwa in der Schwangerschaft) oder fieberhaften Infektionen sein. Frühzeitiges Ergrauen vor dem 20. Lebensjahr nennen Fachleute Canities praecox.

Übrigens: Bei Blondhaarigen fällt der Übergang zum Grau nicht ganz so schwer. Dafür bekommen blonde Haare im Alter häufig einen Gelbstich. Woher der kommt, ist noch nicht bekannt. Was dagegen hilft, allerdings schon: Silberhaarbäder oder Silbershampoos und -spülungen.

Graue Haare und Haarausfall

Manchmal gesellt sich zum weißer werdenden Haar auch Haarausfall. Auch das ist ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses, der häufiger bei Männern als bei Frauen zu beobachten ist. Bei Männern kann das schon mit Anfang 30 passieren, bei Frauen wird das Haar meistens während des Klimakteriums lichter. Allerdings bedeutet weniger Fülle auf dem Kopf nicht gleich krankhafter Haarausfall. Graue bzw. farblose Haare sind leichter und dünner als farbige. Das wirkt dann, als würde dein gesamtes Haupthaar dünner.   

Tönen oder Färben?

Wenn du graue Haare auf deinem Kopf entdeckst und sie nicht voller Stolz tragen möchtest, solltest du sie auf keinen Fall zupfen. Das löst dein Problem nur zeitweilig und schädigt zudem auf Dauer die Haarwurzel. Besser ist es, du berätst dich mit deinem Friseur oder deiner Friseurin über die beste Methode, dein graues Haar zu kaschieren oder einfach schön grau zu werden. Kammsträhnen in der natürlichen Haarfarbe erleichtern beispielsweise den Übergang, bis das gesamte Haar ergraut ist.

Willst du deine grauen Haare überdecken, kannst du auf verschiedene Art mit künstlichen Farbpigmenten nachhelfen.

  • Einfache Tönung: deckt das Grau ab, hält aber nur wenige Haarwäschen
  • Intensiv-Tönung: halten etwas länger, da sie Wasserstoffperoxid und andere chemische Zusätze enthält, durch die die Pigmente in die Schuppenschicht der Haare eindringen
  • oxidative Farben: decken das weiße Haar vollständig ab und geben neue, dauerhafte Farbe; Nachteil: die natürliche Melanin-Produktion des Haares wird vollständig abgestellt, der Ansatz wächst sichtbar nach und muss ständig nachgefärbt werden
  • Repigmentierung: spezielle Shampoos oder Cremes mit synthetischen Vorstufen des Eumelanins, die die natürliche Haarfarbe allmählich zurückkehren lassen und keine aggressiven Oxidationsmittel enthalten; Nachteil: bisher nur für dunkle Haare erhältlich

Macht Haare färben krank?

Fakt ist, dass die meisten Haarfärbemittel einem Cocktail aus dem Chemielabor gleichen. Ein Teil davon gilt als Auslöser von Allergien, etwa aromatische Amine wie PTD und PPD.

Manche Stoffe wie das eigentlich für Kosmetika verbotene p-Aminophenol stehen gar im Verdacht, Krebs zu verursachen. So zeigten Studien der südkalifornischen Wissenschaftlerin Manuela Gago-Dominguez schon Anfang der 2000er*, dass Frauen, die ein Jahr lang jeden Monat ihre Haare färben, ihr Blasenkrebs-Risiko verdoppeln. Färben sie fünfzehn Jahre lang monatlich ihre Haare, verdreifacht sich ihr Risiko. Friseure besitzen nach zehn Jahren eine um das Fünffache erhöhte Wahrscheinlichkeit, den Krebs zu bekommen. In der EU sind seit den Studien nur noch knapp 70 von mehr als 200 bedenklichen Inhaltsstoffen erlaubt. Das Risiko einer Krebserkrankung kann aber nicht ausgeschlossen werden. Es ist wie so oft im Leben: Das individuelle Risiko liegt in deinen Genen, aber manche Stoffe begünstigen, dass schwere Krankheiten ausbrechen.