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Warum wollen Kinder nicht essen?

Es kann ganz schön stressen, wenn das Kind den liebevoll zubereiteten Brei nicht essen mag. Aber auch beim Essen gilt: erst einmal durchatmen. Denn meistens ist der Stress, den sich Eltern machen, unnötig. Aber wie erkennt man, ob man sich wirklich Sorgen machen muss?

Diese Frage beschäftigt Dr. Rita Seifert von der Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Leipzig nahezu täglich. „Fütterstörungen treten oft auf, wenn ein Kind bestimmte Geschmacksrichtungen, Konsistenzen, Temperaturen und Gerüche ablehnen. Die Ursache kann zudem in früheren Operationen oder künstlicher Beatmung liegen, was das Schlucken schmerzhaft macht oder zu einem Trauma geführt hat. Es kommt aber auch vor, dass Eltern die Signale des Kindes nicht richtig deuten und es dann Gurke statt Milch gibt.“

Entspannung macht den Unterschied

Wenn der Kinderarzt bei seinen regelmäßigen Check-Ups gesundheitliche Gründe ausschließen kann, lohnt sich ein Blick auf die Speisekarte und das Stresslevel. „Wenn ein Kind keinen Spinat mag, ist das noch keine Entwicklungsgefährdung“, erklärt Dr. Seifert. „Am wichtigsten ist, dass beim Essen eine entspannte und harmonische Stimmung herrscht, die genussvolles Essen ermöglicht. Kinder spüren den Stress ihrer Eltern genau und werden selbst gestresst, wenn die Essensverweigerung zu sehr im Mittelpunkt steht. Das ist dann ein Teufelskreis.“

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Routinen am Tisch und keine Handys

Aus diesem Kreis brecht ihr am besten mit Entspannung aus. Dazu trägt auch bei, dass ihr euch und das Kind am Esstisch nicht durch Medien ablenken lasst, euch an feste Zeiten Essenszeiten haltet, miteinander redet und euer Kind intuitiv essen darf. Für die Kinderpsychologin steht deshalb fest: „Am besten ist es, wenn Eltern dem Kind ein Vorbild sind und Handy oder Tablet vom Tisch verbannen. Das schafft eine ruhige Atmosphäre, und das Essen kann mit allen Sinnen erkundet werden.“

Bunte Auswahl für kleine Gourmets

Und wenn dem Sprössling der Sinn ständig nach demselben Essen steht? Kein Grund zur Sorge. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass sein Körper gerade in einer Phase ist, in der er einen bestimmten Nährstoff wie Kohlenhydrate oder Eiweiß braucht und ihn sich instinktiv nimmt. Der Spinat bleibt stehen, weil er diese Nährstoffe nicht liefert, dafür werden lieber tagelang Kartoffeln und Spiegelei gegessen, die ja wirklich viele Nährstoffe liefern.

Davon abgesehen sind auch die lieben Kleinen Gewohnheitsmenschen und rümpfen bei neuer Nahrung gerne mal die Nase. An der Stelle ist Tricksen ausdrücklich erlaubt. „Manche Lebensmittel wie Gemüse schmecken vielen Kindern einfach nicht“, stellt Rita Seifert klar.

„Viel besser als Zwang ist es dann, wenn unbeliebte oder neue Speisen mit Lieblingsessen hübsch gemischt werden. Ein bunter Mix aus Erdbeeren, Trauben, Banane, Apfel, Himbeeren, und dazwischen Tomaten- und Gurkenstückchen, das sieht schön aus und kommt gut an.“

Bietet also gerne mal öfter einen bunt gemischten Teller mit gesunden Leckereien an und notiert in einem Ernährungstagebuch, was in letzter Zeit wie oft auf der Speisekarte stand. Es darf übrigens auch mal etwas Leckeres für kleine Naschkatzen dabei sein, solange Süßigkeiten die Ausnahme sind und es daneben jede Menge gesunde Kost im Angebot gibt.

„Wichtig ist, dass Süßigkeiten die besondere Ausnahme bleiben und nicht zwischendurch weggenascht werden“, klärt Dr. Rita Seifert auf. Und wer weiß – vielleicht schmeckt den kleinen Gourmets Spinat ja auch von selbst besser als gezuckerter Grießbrei.