DMP-Behandlungsprogramm Chronische Herzinsuffizienz

Seniorenpaar steht vor Schaufenster. Der Mann legt einen Arm um die Frau.

Ein DMP-Behandlungsprogramm unterstützt Menschen mit chronischen Erkrankungen. Auch für Versicherte mit chronischer Herzinsuffizienz gibt es ein solches Angebot. Sie profitieren von einer koordinierten ärztlichen Betreuung und erhalten Informationen, um Beschwerden frühzeitig zu erkennen, zu lindern und Ihre Gesundheit aktiv zu fördern.

Was ist Herzinsuffizienz?

Eine Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch Herzschwäche genannt, liegt vor, wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen kann. Ursache dafür ist, dass das Herz entweder zu schwach pumpt oder sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllt.

Eine Herzinsuffizienz ist meist die Folge anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Typische Beschwerden sind Atemnot bei körperlicher Belastung oder im Liegen, ungewöhnliche Müdigkeit, schnelle Erschöpfung sowie Wassereinlagerungen, die häufig an Beinen oder Knöcheln auftreten. Diese Symptome entstehen, weil lebenswichtige Organe nicht mehr optimal durchblutet werden. Gleichzeitig kann es zu einem Rückstau von Blut beziehungsweise Flüssigkeit kommen, beispielsweise in der Lunge, im Bauchraum oder in den Beinen.

Häufige Ursachen einer Herzinsuffizienz sind ein dauerhaft erhöhter Blutdruck oder eine koronare Herzkrankheit. Auch ein Herzinfarkt, Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen können zu einer Herzschwäche führen.

Eine frühzeitige Diagnose und eine konsequente medizinische Behandlung sind entscheidend, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.

Was ist das DMP-Behandlungsprogramm Chronische Herzinsuffizienz?

Das DMP-Behandlungsprogramm Chronische Herzinsuffizienz richtet sich an Versicherte mit gesicherter chronischer Herzschwäche. Es orientiert sich an Ihrem Krankheitsverlauf, Ihren Beschwerden, Ihrer Belastbarkeit, möglichen Begleiterkrankungen und Ihren persönlichen Bedürfnissen.

Im Mittelpunkt stehen regelmäßige ärztliche Kontrollen, ein individuell abgestimmter Behandlungsplan, die Überprüfung Ihrer Medikamente sowie Beratungen zu Bewegung, Ernährung, Trinkmenge, Gewichtskontrolle und gegebenenfalls zum Rauchstopp.

Bei Bedarf werden Fachärztinnen und Fachärzte, Kliniken, Rehabilitationsangebote und weitere therapeutische Leistungen einbezogen. Ziel ist es, das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verlangsamen, Beschwerden zu lindern, Krankenhausaufenthalte möglichst zu vermeiden und Ihre Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.

Was wird gemacht? Vorteile des DMP Herzinsuffizienz

Der strukturierte Behandlungsplan sieht verschiedene Maßnahmen vor, um Ihre Herzgesundheit zu unterstützen und Ihre Lebensqualität zu erhalten oder wieder zu verbessern, zum Beispiel:

Regelmäßige ärztliche Kontrollen

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überprüft regelmäßig Ihren allgemeinen Gesundheitszustand, Ihre Beschwerden und die Belastbarkeit im Alltag. Dabei wird besonders darauf geachtet, ob sich Hinweise auf eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz zeigen. Dazu gehören zum Beispiel zunehmende Atemnot, Wassereinlagerungen, nächtlicher Husten, ungewöhnliche Erschöpfung oder eine rasche Gewichtszunahme. Außerdem werden wichtige Blutwerte kontrolliert, insbesondere die sogenannten Elektrolyte Natrium und Kalium und die Werte für die Nierenfunktion. Diese Werte sind wichtig, weil viele Herzmedikamente die Nierenfunktion und den Elektrolythaushalt beeinflussen können.

Medikamentöse Therapie 

Arztsuche

Finden Sie Ärztinnen oder Ärzte, die zu Ihren individuellen Ansprüchen passen.

Der Arzt oder die Ärztin erstellt gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Plan zur Medikamenteneinnahme. Die Medikamente sollen das Herz entlasten, Beschwerden lindern, den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und das Risiko für Krankenhausaufenthalte verringern. Die Dosierung wird in der Regel schrittweise angepasst. Dabei achtet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt darauf, welche Dosis für Sie wirksam und gut verträglich ist. 

Wichtig: Setzen Sie Herzmedikamente nicht eigenmächtig ab, auch wenn es Ihnen zwischenzeitlich besser geht. Sprechen Sie bei Nebenwirkungen immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gewichtskontrolle 

Bei einer Herzinsuffizienz können Wassereinlagerungen zu einer plötzlichen Gewichtszunahme führen. Deshalb ist eine Gewichtskontrolle durch regelmäßiges Wiegen besonders wichtig. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, Ihr Gewicht zu Hause zu dokumentieren, zum Beispiel täglich morgens nach dem Toilettengang. Nehmen Sie innerhalb von 24 Stunden mehr als ein Kilogramm oder innerhalb einer Woche mehr als 2,5 Kilogramm zu, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren.

Bewegung und körperliches Training 

Bei einer stabilen chronischen Herzinsuffizienz ist regelmäßige körperliche Aktivität in der Regel empfehlenswert. Sie kann dazu beitragen, die körperliche Belastbarkeit zu steigern und den Alltag leichter zu bewältigen. Welche Aktivitäten für Sie geeignet sind, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Mögliche Bewegungsformen sind beispielsweise Spaziergänge, Treppensteigen, Walking, Radfahren oder das Training in einer Herzsportgruppe.

Vor Beginn oder einer Intensivierung des Trainings kann eine Belastungsuntersuchung sinnvoll sein. Dies gilt insbesondere, wenn Sie einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) tragen.

Ernährung, Trinkmenge, Alkohol und Rauchstopp

Eine ausgewogene Ernährung, ein möglichst gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf das Rauchen können die Behandlung unterstützen. Wenn Sie rauchen, informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt über die damit verbundenen Risiken und unterstützt Sie bei einer Rauchentwöhnung.

Bei einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz kann es erforderlich sein, die tägliche Trinkmenge zu begrenzen. Ob und in welchem Umfang dies für Sie sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Alkohol sollte am besten gar nicht und wenn, nur in geringen Maßen, konsumiert werden. Besteht der Verdacht auf eine alkoholbedingte Herzmuskelschwäche, ist ein vollständiger Verzicht auf Alkohol notwendig.

Frühes Erkennen und Behandeln von Begleiterkrankungen

Bei chronischer Herzinsuffizienz treten häufig weitere Erkrankungen auf. Dazu gehören zum Beispiel koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes mellitus, Nierenerkrankung, die Lungenkrankheit COPD, Schlafapnoe oder Depressionen. Diese Erkrankungen können den Verlauf der Herzinsuffizienz beeinflussen und die Behandlung erschweren. Deshalb prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt regelmäßig, ob zusätzliche Untersuchungen, Behandlungen oder Überweisungen notwendig sind.

Fachärztliche Mitbehandlung

In der Regel koordiniert Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt die langfristige Betreuung. Bei Bedarf erfolgt eine Überweisung an eine Fachärztin, einen Facharzt oder eine geeignete Einrichtung. Das kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn sich Ihre Herzinsuffizienz verschlechtert, eine spezielle Untersuchung erforderlich ist, Ihre Medikamente angepasst werden müssen oder besondere Maßnahmen geprüft werden sollen. Dazu gehören etwa eine Herzkatheteruntersuchung, eine sogenannte kardiale Resynchronisationstherapie oder ein implantierbarer Defibrillator.

Rehabilitation 

Eine kardiologische Rehabilitation kann Sie dabei unterstützen, Ihre körperliche und seelische Belastbarkeit zu verbessern. Sie hilft, mit der Erkrankung sicherer umzugehen, Ihre Selbstständigkeit zu erhalten und den Behandlungserfolg langfristig zu stabilisieren. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüft, ob eine ambulante oder stationäre Rehabilitation für Sie sinnvoll ist.

Schulungen 

Im Rahmen des DMP-Behandlungsprogramms können Sie an speziellen Schulungen teilnehmen. Dort erhalten Sie verständliche und praxisnahe Informationen rund um die chronische Herzinsuffizienz. Sie erfahren zum Beispiel, wie Sie Warnzeichen erkennen, Ihre Medikamente richtig einnehmen, Ihr Gewicht kontrollieren und Ihren Alltag herzgesund gestalten. Die Schulungen sollen Ihnen helfen, sicherer und selbstständiger mit Ihrer Erkrankung umzugehen.

Wer kann am DMP-Behandlungsprogramm Chronische Herzinsuffizienz teilnehmen? 

Sie können an dem Programm teilnehmen, wenn die Diagnose gesichert ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn fachärztlich eine Einschränkung der Pumpleistung der linken Herzkammer nachgewiesen wurde. Auch wenn Sie aktuell keine Beschwerden haben, kann eine Teilnahme möglich sein, wenn bereits eine entsprechende Einschränkung der Herzleistung festgestellt wurde oder sich Ihre Herzleistung unter einer medikamentösen Therapie verbessert hat. Eine gleichzeitige Einschreibung in das DMP Chronische Herzinsuffizienz und das DMP Koronare Herzkrankheit ist nicht vorgesehen. Wenn beide Erkrankungen vorliegen, prüft der Arzt oder die Ärztin gemeinsam mit Ihnen, von welchem Programm Sie voraussichtlich mehr profitieren.

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